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Ausgabe September 2006
Mabon – die Herbst-Tagundnachtgleiche

Mabon, die jeweils um den 23. September herum stattfindet,
ist das zweite der drei Erntefeste. Thomas Zerbst informiert.

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Der Name Mabon, bedeutet so viel wie “göttlicher Sohn” oder “Sohn der göttlichen Mutter” und entstand ebenso wie die Bezeichnungen Ostara und Litha erst im letzten Jahrhundert. Mabon ist das große Fest der Erde und so verwundert es auch nicht, dass obwohl die Herbst-Tagundnachtgleiche ein an der Sonne orientiertes Fest ist, keinerlei mit Feuer in Verbindung stehenden Bräuche bekannt sind. Die Energie wendet sich ab jetzt wieder nach innen. Es ist die Zeit des Empfangens und der Dankbarkeit, des Teilens der Geschenke von Mutter Erde.



Die letzte Garbe

Wurde zu Lughnasadh das erste Korn geschnitten, so ist es jetzt die letzte Korngarbe, um die sich vielerlei Bräuche ranken. So wurde die letzte Ähre z.B. mit Wasser besprengt, um im nächsten Jahr ausreichend Regen zu sichern und auch der Wagen, der die letzten Ähren vom Feld brachte, wurde zu Segenszwecken mit Wassereimern und Äpfeln beworfen. Aus der letzten Garbe selbst wurden oft Kornpuppen in Form von Menschen oder Tieren gebastelt und in manchen Gegenden hatten diese die Form einer schwangeren Frau. Diese als “Die Mutter” bezeichnete Figur, welche oft von der ältesten Frau des Dorfes gemacht war, wurde dann feierlich durch das Dorf getragen und schließlich bis zum Ende des Dreschens in der Scheune aufbewahrt. Auch gab es den Brauch, denjenigen, der die letzte Garbe dreschte, zeremoniell (und vorübergehend) aus dem Dorf zu prügeln - und mit ihm symbolisch die Erntezeit.



Ruhe, Ausgleich und Dankbarkeit

Ab Mabon werden die Tage wieder kürzer als die Nächte und es beginnt die Zeit der Ruhe, der Rückbesinnung und der Innenschau. Die Zeit des Gleichgewichts, symbolisiert durch das Sternzeichen Waage, lädt uns ein, Bilanz für das vergangene Jahr zu ziehen, abzuwägen, was weggeworfen und was in Dankbarkeit geerntet werden kann. Der Dank ist denn auch der wichtigste Aspekt des Erntefestes Mabon, dessen gälische Bezeichnung Fogharadh auch ”Gastfreundschaft” und “Überfluss” bedeutet. Bei einem Erntedankessen im Kreis geliebter Menschen die Geschenke und Fülle der Natur zu teilen und zu feiern, ist ein wundervoller und leider etwas in Vergessenheit geratener Brauch. Lassen wir uns von Mabon erinnern, dass alles von unserer geliebten Mutter Erde kommt und dabei auch derer gedenken, die weniger glücklich sind.

In diesem Sinne ein gesegnetes Erntedankfest.



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