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Ausgabe September 2006
Es muss nicht immer Botox sein

Kosmetische Akupunktur - die HP Anja Fisser bietet sie in ihrer Praxis an. Daniela Reil legte sich - zwar nicht unters Messer - aber unter die Nadeln.


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Der morgendliche Blick in den Spiegel verrät es leider unbestechlich ehrlich: Es wird mich wohl nie wieder jemand in diesem Leben nach meinem Schülerausweis fragen. Muss ich mich damit abfinden, oder kann ich zumindest ansatzweise wieder so aussehen, wie auf alten Bildern? Ein Schritt in diese Richtung ist die kosmetische Akupunktur - alt und neu zugleich und garantiert nebenwirkungsfrei.



Eine 2000 Jahre alte Alternative

Falten, Runzeln, Tränensäcke, Ränder unter den Augen - das sind Zeichen der Zeit und damit müssen wir leben. Na gut, nicht ganz, wir können Creme rüberschmieren (nützt aber nix), oder wir können zum plastischen Chirurgen gehen (sehr teuer und nicht ganz ungefährlich; Ergebnis ungewiss und auch das Lachen könnte hinterher sehr schwierig werden). Aber das sind sowieso alles Methoden für die anderen; die spirituell erwachte Frau von heute steht über diesen Dingen, identifiziert sich nicht mehr mit ihrem Körper und heißt die Falten als Dokumentation ihres bewegten Lebens willkommen, nicht wahr? Oh ...... wo bleibt die breite Zustimmung? Das ist aber ein mageres Echo! Also wäre ein Zurückzaubern von jugendlicher Frische doch ganz annehmbar? Ohne Chemie und ohne Gefahr? Es gibt eine Alternative - 2000 Jahre alt, in Vergessenheit geraten und jetzt wiederentdeckt: Kosmetische Akupunktur.



Der Körper profitiert gleich mit

Kosmetische Akupunktur ist keinesweg einseitig auf kosmetische Probleme beschränkt. Sie basiert auf den Lehren der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), und genau wie dort werden auch hier die bestimmten Meridianpunkte genadelt, was den Fluss des Qi, also unserer Lebensenergie, anregt. Unsere Haut spiegelt Stress, Sorgen und Hektik wider; organische und psychosomatische Disharmonien spielen gleichwohl eine nicht unbedeutende Rolle. Die kosmetische Akupunktur hebt Blockaden im Lebensfluss auf und sorgt dafür, dass der Hautstoffwechsel und die Kollagenproduktion im Bindegewebe angeregt werden. Wenn das Qi wieder ungehindert fließen kann, entspannt sich auch die Muskulatur; ein jüngeres, strahlenderes Aussehen mit vermindertem Faltenbild ist das angestrebte Ergebnis. Da sowohl am Ohr, am Körper und im Gesicht akupunktiert wird, zieht die Methode den ganzen Menschen mit ein. Behandelt wird also nicht nur lokal an den (Gesichts-)Falten, sondern auch an den Meridianpunkten, die den Organen zugeordnet sind, die in einem Zusammenhang zu den vorhandenen Falten stehen. Liegt jedoch eine Grunderkrankung vor, muss diese vorrangig behandelt werden, bevor die kosmetische Akupunktur greifen kann.



Praxisbeispiel

Um den Zeichen der Zeit wenigstens ein wenig Paroli zu bieten, mache ich mich auf den Weg in die Praxis von Anja Fisser. Als Heilpraktikerin hat sie sich neben Klassischer Homöopathie, Fußreflex, Ohr- und Schädelakupunktur jetzt auch auf kosmetische Akupunktur spezialisiert. Sie bietet diese sowohl in Praxen in Wilmersdorf als auch in Köpenick an. Für eine Art “Mini-Lifting” sind 6 Sitzungen nötig (für ein optimales Ergebnis sollten diese 2 x wöchentlich stattfinden); für reifere Frauen, die beim nächsten Fotoshooting möglichst ohne Weichzeichner auskommen möchten, 10 - 12 Sitzungen (ab der 7. Sitzung sind Termine 1 x wöchentlich ausreichend). Am Anfang steht, wie bei einer (guten) ärztlichen Konsultation, die Anamnese: Fragen zu früheren Erkrankungen und den derzeit akuten Problemen - eben wie man dies vom Arztbesuch kennt. Mit einer Antlitzdiagnose werden dann noch die Falten lokalisiert, denn jede Falte steht in Bezug zu einem bestimmten Organ oder weist auf psychische Probleme hin.

Anja findet bei mir, besonders in Anbetracht meines biblischen Alters, erst (fast) gar keine Falten. Na, das geht ja runter wie Öl! Ich weise sie dann diskret auf meine ziemlich ausgeprägte Nasolabial- und Zornesfalte hin. Erstere zieht sich von der Nase seitlich zu den Mundwinkeln herunter und hat einen eindeutigen Bezug zum Magen. Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass man Magenprobleme hat und bestimmte Lebensmittel nicht vertragen kann (obwohl natürlich auch dies der Fall sein kann). Bei mir z.B. liegt eine starke Energieschwäche des Magens vor; ich kann eher auf psychischer Ebene Dinge nicht oder nur sehr schwer verdauen. Die Zornesfalte kreuzt längs über dem 3. Auge, befindet sich also zwischen den Augen und zeugt von unterdrückter Wut, Kummer und Sorgen.

Auch von geschwollenen Augen in Verbindung mit Tränensäcken bin ich leider nicht verschont geblieben. Hier diagnostiziert Anja eindeutig einen Lymphstau; das “verantwortliche” Organ hierzu ist die Niere, aber zusätzlich auch Leber und Magen, also alle Organe, die mit dem Stoffwechsel zu tun haben.

Ich habe es mir auf der Liege bequem gemacht. Mit dem Punktsuchgerät kann Anja die Punkte am Ohr und Körper leicht auffinden, die auf organische Schwachstellen hinweisen, wo also die Energie oder das Qi nicht mehr in dem Maße fließt, wie es optimal fließen sollte. Ich werde am rechten Ohr, im Gesicht, an den Knieinnenseiten, an den Füßen, Armbeugen und Händen akupunktiert - und komme so auf knapp 30 Nadeln insgesamt. Anja benutzt superdünne Nadeln. Sie sind silikonbeschichtet und gleiten somit sehr leicht in das Gewebe. Speziell zur Gesichtsakupuktur verwendet sie Nadeln mit Führungsröhrchen. Durch dieses wird sichergestellt, dass die Nadel nicht tiefer als 5 mm in das Gewebe eindringen kann und somit keine Gefahr besteht, dass Gefäße verletzt werden. Um sie schnell und sanft setzen zu können, werden sie mit einer kleinen Klopfbewegung gezielt in die Haut eingeführt. Anja erzählt mir von der unterschiedlichen Schmerzempfindlichkeit ihrer Patienten und fragt mich, ob mir die Behandlung weh tut. Besonders bei den Punkten an Händen und am 3. Auge sind manche Menschen besonders empfindlich. Ich merke absolut nichts. Vielleicht bin ich da ja hart im Nehmen - oder ich bin gar schon scheintot.

Jetzt schließt sich der schönste Teil an: 40 Minuten lang liege ich nun, zugedeckt mit einer flauschigen Decke, bei herrlicher Entspannungsmusik und lasse meine Seele baumeln. Die Wasser(fall)musik ist ideal ausgewählt, und ich habe das Gefühl, dass außen und innen alles ins Fließen kommt. Auch mein 5. und 6. Chakra rotieren stark, was nicht verwunderlich ist, da 4 Nadeln tief in die Stirn (Zornesfalte) eingestochen sind. Nach dieser sehr entspannungsreichen Zeit kommt Anja zurück ins Zimmer und befreit mich von den Nadeln. Einige Stellen bluten ein wenig nach, was aber ausschließlich positiv zu bewerten ist; man könnte dies als eine Art “winziger Aderlass” bezeichnen.

Nach der 2. Sitzung bekomme ich am nächsten Tag leichtes Fieber. Anscheinend kommt irgendein (Gesundungs-)Prozess in meinem Körper in Gang. Nach dem Fieber fühle ich mich ungemein gestärkt und rundherum wohl.

Bereits bei der 3. Behandlung erzählt mir Anja: “Heute stehen die Nadeln wie eine Eins.” Das heißt in der Terminologie der kosmetischen Akupunktur = das Kollagen in der Haut wird aufgebaut.

Da sich Anja permanent weiterbildet, überrascht sie mich bei der 4. Sitzung mit einer erweiterten Variante: Mit einem kinesiologischen Test (hier im Liegen mit einem kunstvoll verschlungenen Griff unter den Kniekehlen hindurch), bei dem der Körper mit Ja bzw. Nein antwortet, fragt sie die zu behandelnden Akupunkturpunkte ab. Es stellt sich heraus, dass sie bis auf einen einzigen alle Punkte treffsicher lokalisiert hatte.

Nach insgesamt 7 Sitzungen ist bei mir die Behandlung abgeschlossen. Um das Ergebnis möglichst langfristig aufrechtzuerhalten, zeigt Anja jedem Klienten die für ihn maßgeblichen Punkte, damit er diese dann täglich nach der MET (Meridian-Energie-Technik) beklopfen kann, wodurch mechanisch auf die Energiebahnen Einfluss genommen wird.



Fazit

Sind die Falten nun verschwunden? Nein - denn damit wirbt die kosmetische Akupunktur auch nicht. Diese Art “biologisches Face-Lifting” verhilft einem eher zu einem Aussehen wie nach einem langen Urlaub: natürlich, entspannt, regeneriert, erholt, erfrischt und daraus resultierend auch jünger wirkend. Der grundlegende Unterschied zu jeglichen plastischen Verschönerungen liegt eben darin, dass hier die Ganzheit Mensch behandelt wird, wovon das äußere Erscheinungsbild nur ein Teil ist. Und mal ehrlich - wenn jemand in seiner Gesamtheit Gesundheit, Vitalität, Frische und Lebensfreude ausstrahlt: Haben Sie bei dem schon mal die Falten nachgezählt?




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