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Ausgabe September 2006
Cranio-Sacrale-Arbeit als Hilfe nach der Geburt

Die HP Ingrid Watzka beschäftigt sich seit 10 J. mit Cranio-Sacraler Arbeit. Anlässlich einer neuen Ausbildungsreihe schreibt sie über die Möglichkeiten, mit diesem Ansatz Geburtstraumen aufzulösen.

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Üblicherweise kommt ein Kind mit dem Kopf zuerst auf die Welt. Da die Schädelknochen des Säuglings die Möglichkeit haben, sich zu verformen und anzupassen, kann es während der Geburt aufgrund von zu großen Kompressionskräften oder Benutzung von Saugglocke oder Zange dazu kommen, dass sich die Schädelknochen und die Halswirbelsäule derartig ineinander verschieben, dass eine ungelöste Geburtsdynamik vorliegt. Diese kann sich im Körper über die Wirbelsäule und das Becken fortsetzen. Andere Schwierigkeiten bei der Geburt wie Steißlage, Sauerstoffmangel, Plazentavorfall oder Nabelschnurabdrückung können ebenfalls einen traumatischen Einfluss haben. Die Folgen sind u.a. Saug- und Stillprobleme, Schluckbeschwerden, Schreien, Koliken, Hörstörungen, Augenkoordinationsprobleme, Hypermobilität des Nackens und des Gelenks zwischen Schädel und Halswirbelsäule. Werden diese und weitere Symptome nicht erkannt, kann es im späteren Leben zu Manifestationen wie Asthma, Verdauungsbeschwerden, ungelösten Haltungsmustern, Legasthenie, Hyperaktivität oder Depression, Epilepsie oder Einschränkungen im sensorischen Bereich kommen.


Cranio-Sacrale Hilfe

Je früher die Behandlung ansetzen kann, umso besser. Die Cranio-Sacral-Therapeutin stellt sich sowohl auf das Kind als auch auf Mutter und Vater ein. Sie beobachtet die dem Säugling eigene Art und Weise, was Bewegung, bevorzugte Körperhaltung und sein Ausdruck wie Lachen und Weinen angehen. Babys geben klare Signale, ob wir willkommen sind oder nicht. Diese Erlaubnis zur Kontaktaufnahme ist eine wichtige Voraussetzung.

Die Arbeit selbst wird sowohl im Zusammenwirken mit der Begleitperson als auch zwischen Therapeutin und Baby vollzogen: Wie verhält es sich auf dem Arm, wie auf dem Bauch oder Rücken liegend? Welche bevorzugte Haltung nimmt der kleine Körper ein? Die Cranio-Sacral-Arbeiterin lauscht dann dem Cranio-Sacralen Puls als ursprünglichem Lebensrhythmus und überprüft die Funktion von Faszien und Muskeln. Im Weiteren widmet sie sich der Funktion von den Schädelknochen: Ob und wie konnten die Schädelplatten nach dem Stress der Geburt in ihre physiologische Lage zurückkommen? Ist die Verbindung von Hinterhaupt und Halswirbelsäule in Ordnung? Stimmt die Spannung der inneren Schädelmembrane? Was macht der Atemraum? Kann das Sacrum seine Bewegung zusammen mit dem Schädel vollziehen? Sind wichtige Nerven frei, um zu arbeiten, wie Zungenschlundnerv, Eingeweidenerv oder der Nerv für den Gleichgewichtssinn? Schon diese Untersuchungen sind Teil der Behandlung. Dann folgen spezielle Techniken z.B. am Schädel an Atlas und Occiput zur Befreiung der Schädelbasis, an Ossa Temporale zur Lösung eventueller Membranspannungen im Schädel und zur Unterstützung im sensorischen Bereich. Selbstverständlich wird beispielsweise über die Arbeit mit dem Duralschlauch der gesamte Körper miteinbezogen.

Ingrid Watzka ist HP, Suchttherapeutin und seit 10 Jahren in eigener Praxis




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