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Ausgabe Juli 2006
Engelweihung

Friede sei mit dir, Segen und Weihe

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Donald Schubert beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Engeln. Neben wöchentlichen Engelmeditationen bietet er in regelmäßigen Abständen Engelweihungen an. Haidrun Schäfer kam in den Genuss, an einer Weihung mit dem Erzengel Gabriel teilzunehmen.



22 Teilnehmer haben sich an Christi Himmelfahrt zu einer Engelweihung im Angelos-Zentrum eingefunden. In der Anfangsmeditation erzählt Donald von einem alten Brauch, den Ort und die Personen, die man besucht, mit den Worten zu segnen: “Friede sei mit euch.” In Gedanken segnen wir diesen Raum und die Menschen, die mit uns hier zusammengekommen sind. Im Sufismus gibt es das Bild, dass wir Menschen als Karawane durch die Wüste schreiten und ab und zu einen Stop einlegen, um das Wasser zu teilen. Auf der einen Seite brauchen wir das Wasser, um zu überleben, auf der anderen Seite gibt es das spirituelle Wasser des Lebens. Dem Erzengel Gabriel wird das Element Wasser zugeordnet. Dieses spirituelle Wasser des Lebens hat reinigende, erweckende, heilende und belebende Kräfte.

Erzengel Gabriel

Gabriel kann sich auf verschiedenen Ebenen zeigen. Wenn es die Ebene des Bauches betrifft, spricht er unsere Vitalkräfte an, die man übrigens auch nutzen kann, um anderen zu helfen. Im Bauch der Frauen wachsen sogar Kinder zu eigenständigen Lebewesen heran. Gabriel wird mit dem kommenden Leben in Verbindung gebracht. Für alles, was keimen und werden möchte, kann man die Kraft von ihm nutzen. Im Bereich des Herzens äußert sich das Wasser des Lebens durch Liebe. Damit ist die Liebe im Sinne der Verbundenheit gemeint. Unser physischer Körper hat Grenzen, aber das Herz weiß um das Verbundensein. Gleichzeitig wird die Ebene der Lungen angesprochen und damit der Atem: Wir teilen die Luft im Raum über unseren Atem, d.h. es kommt automatisch zu einem intensiven Austausch auf der Herzebene. Gabriel ist ein Erwecker: Er vermag Menschen im Herz zu berühren. Er vermittelt Reinheit. Auf Darstellungen trägt er oft eine Lilie – das Symbol der Reinheit. Reinheit bedeutet, dass Belastungen aufgelöst werden, um zu dem Essentiellen zurückzukehren. Außerdem vermag Gabriel, im Geiste zu berühren: er ist inspirierend, um neue Gedanken und Ideen hervorzubringen. Übersetzt heißt Gabriel: die Kraft Gottes. Gabriel ist der Bote, der Nachrichten übermittelt. Er ist die Verbindung zur göttlichen Quelle. Bekannt ist er als Verkündungsengel für Maria.



Meditation

In der Meditation verbinden wir uns mit der höchsten Quelle und bitten um innere Führung. Wir atmen Gabriel ein und aus, um ihn einzuladen und rufen seinen Namen. Hilfreich ist das Bild, in einer Kathedrale zu stehen und mein Ruf erfüllt den ganzen Kathedralraum. Das Licht des Engels wird häufig als Gewand wahrgenommen. Ich bitte Gabriel, sein Gewand um mich zu legen. Ich habe noch keine Erfahrungen mit Engeln. Was ich wahrnehme, ist eine körperlose Präsenz, die sich im Raum verdichtet. Eine deutliche Veränderung geschieht mit meinen Füßen, die auf einmal warm werden an diesem ungemütlichen Himmelfahrtstag. Engel sind die Brücke zwischen alltäglicher Wahrnehmung und der göttlichen Gegenwart. Engel sind Vermittler, um den Pfad zu öffnen, damit Kommunikation stattfinden kann. Man kann es als inneres Wort erfahren. Oft kann man es nicht benennen, sondern nur erfahren. Eine Weihung des Engels hat die Zielsetzung, dass eine weitere Tür in der Kommunikation mit dem Göttlichen geöffnet wird. Aus der inneren Stimme können wir viel über geistige Gesetzmäßigkeiten und auch innere Führung erfahren. Das innere Wort stellt sich bei vielen Menschen leichter ein, wenn sie in einer Gruppe sind, die sich dem Christusbewusstsein geöffnet hat. Der individuelle Impuls ist wie ein Samenkorn. Dann ist es unsere Aufgabe, den Samen wachsen zu lassen. Wir müssen die Impulse lebendig halten. Am besten sollte man den Engel in den nächsten Wochen täglich rufen, damit der Impuls Raum gewinnt.



Weihungszeremonie

Für alle 22 Teilnehmer wird Donald ein Gebet sprechen. Dabei handelt es sich um Worte, die er innerlich hört. Meistens sind es Worte, die auch für die anderen Teilnehmer eine Bedeutung haben, denn die Ebene der Engel ist omnipräsent: Das Wort für den einen richtet sich automatisch an alle. Jeder Einzelne wird geweiht und ich höre für mich die Worte: “berühre und führe sie”. Eine lichtvolle Gestalt nimmt mich an die Hand und führt mich an eine Wendeltreppe, die wir langsam höher steigen. Oben empfängt uns der weite Himmel über einer großen Terrasse. Ich fühle mich beschützt und geborgen. Es tut gut, den Kontakt mit dieser Kraft zu spüren. Die Runde für 22 Menschen dauert eine Weile, aber in der Zeit haben alle die Möglichkeit, die geballte Präsenz von Gabriel im Raum auszukosten. Jedes Gebet endet mit den Worten: “Friede sei mit dir, Segen und Weihe.”


Wirken mit den Engeln

Nach der Weihung beginnt das Wirken mit den Engeln. In der Meditation wecken wir das Herzbewusstsein durch unser inneres Lächeln. Dann bitten wir Gabriel, uns zu “bereiten”, d.h. uns zu formen, um feinere Wahrnehmungsmöglichkeiten zu entwickeln. Es dauert bei Anfängern drei bis sechs Wochen, bis Engel eine erfahrbare Realität werden, d.h. dass das innere Erfahren genauso wirklich wird wie die Alltagswelt. Das innere Lächeln atme ich ein paar Mal und rufe dann den Engel aus dem höchsten Licht zum mir, um sich mit mir zu verbinden. Wie im täglichen Leben muss ich demjenigen Bescheid sagen, wenn ich Kontakt mit ihm haben will – man muss die Engel rufen, damit sie kommen. Jetzt soll ich an jemanden denken, den ich gerne heute mitgenommen hätte und in ihm das strahlende Licht in seinem Herzen erwecken. Ich sehe meinen Sohn Jacob deutlich vor mir mit seinem leuchtenden Herzen. Mit diesem Bild wecke ich das innere Licht in ihm, was so immer mehr Kraft bekommt und sich offenbaren kann. Donald gibt uns das Gebet vor: “Friede sei mit dir und Segen. Dein Engel möge dich begleiten, dir den lichten Weg bereiten. Amen.” Wir sind eine Karawane, die an einer Wasserstelle zur Ruhe gekommen ist. Jetzt sollen wir andere, die gerne hier mit präsent wären, einladen und für viele das Gebet manifestieren: “Frieden sei mit dir und Segen und des Engels Licht. Er breite seinen Mantel über euch und erfülle euch mit Frieden.”

Als nächstes soll ich meinen Engel bitten, mich in meinem Herzen in ein inneres Heiligtum zu führen und mich gleichzeitig an einen Ort zu erheben, der in den alten Schriften „himmlisches Jerusalem“ genannt wird. Dieser Ort besteht aus 12 Toren, die von 12 Erzengeln bewacht werden. Jedes Tor steht für eine göttliche Eigenschaft: Liebe, Weisheit, Demut, Freude... Jeder soll durch ein Tor in diesen Ort treten und von dort aus Friede für alle wirken, indem sein Gebet die ganze Erde umspannt. Ich sehe einen wunderbaren Kreis mit den Toren und gehe durch die Freude. Dahinter offenbart sich ein Ort, der paradiesisch ist. Die Stimmung ist ganz leicht, heiter und unbeschwert. Das könnte die himmlische Herrlichkeit sein.
Angefüllt mit unseren Bildern sollen wir nun eine Kugel auf der Höhe des Herzens halten, die weißes Licht sammelt. Die Kugel verändert sich und wird zu einer lebendigen Taube, in die ich die Energie des Friedens gebe. Dann bitte ich den Engel, auch seine Kraft hinzuzugeben und später lassen alle ihre Taube fliegen: Möge das Gebet dahin gehen, wo es gebraucht wird – möge es Disharmonien in Licht und Liebe verwandeln. Wir haben immer die Sehnsucht nach der göttlichen Einheit. Wir sehnen uns in den Himmel, in die Leichtigkeit – aber es ist andersherum: Wir sollen den Himmel auf die Erde bringen. Wir glauben, die Seele ist in uns, aber sie ist nicht in mir, sondern ich bin ein Teil von ihr. Sie ist eine große Lichtpräsenz – so, wie eine Sonne. Als Haidrun bin ich nur ein Strahl, denn die Seele hat viele Inkarnationen Zeit, sich zu manifestieren. In diesem Leben können wir mehr von dem Potential einladen und erwecken.

Im nächsten Schritt geht es um den Ort, an dem ich wohne. Ich rufe den Engel des Friedens und bitte ihn einzutreten und den Ort zu segnen. Dann frage ich ihn, an welcher Stelle ich am leichtesten Kontakt mit Engeln aufnehmen kann. Generell ist kein besonderer Ort notwenig, aber es gibt Stellen, die es erleichtern – Donalds Kraftplatz ist kein Altar, sondern der ganz alltägliche Küchentisch. Für mich ist es eindeutig der Platz, an dem ich sitze, wenn ich alleine zu Hause bin: Vor dem Fenster mit Blick auf die begrünte Terrasse Richtung Süden.



Lichtleib

Als letzten Schritt geht es darum, dem Engel zu erlauben, mich neu zu kleiden. Es ist Christi Himmelfahrt und dieses Fest hat mit dem Lichtleib des Menschen zu tun. Der Lichtleib ist mehr als die Aura. Er umfasst alles, was ich erschaffen habe mit all meinem Tun, meinen Gedanken und meinen Gefühlen. Es ist die Form, in der ich nach meinem Tod weiterleben werde. Wenn mein Lichtleib und der des Engels aufeinander treffen, kann es passieren, dass mir der Engel vermittelt zu erfahren, wie es ist, ein Engel zu sein. Vielleicht lässt er mich in sein Wesen eintreten. Ein Zeichen für eine enge Verbindung ist Stille. Man kann sagen: “Der Engel durchschreitet unsere inneren Räume.” Manchmal legt er etwas in die Hände, ein Geschenk. Etwas, was mich an meine geistigen Gaben erinnern soll. Dann bedanke ich mich innerlich, atme tief durch und komme wieder vollständig in meinem physischen Körper an.


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