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Ausgabe Juli 2006
Buddhismus und Psychotherapie

Die Publizistin und buddhistische Meditationslehrerin Sylvia Wetzel über die Tagungen “Buddhismus und Psychotherapie”.

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Seit 2002 findet Ende des Sommers die Tagung “Buddhismus und Psychotherapie” in Berlin statt, ausgerichtet von der Buddhistischen Akademie. Die TeilnehmerInnen kommen überwiegend aus Berlin, aber auch aus “Westdeutschland” und sprechen in einer wunderschönen Villa am Pohlesee zwei Tage lang über “Buddhismus und Psychotherapie”. Zielsetzung der bisherigen Tagungen war es, Austausch und Vernetzung von therapeutisch arbeitenden und buddhistisch übenden Menschen im Berliner Raum zu fördern. Die meisten TeilnehmerInnen kommen aus der psychotherapeutischen Praxis, einige aus der Beratung. Die unterschiedlichsten Ausbildungsrichtungen und Arbeitsfelder sind vertreten. Die Mehrheit hat Erfahrungen mit buddhistischer Meditation. Ausgerichtet wird die Tagung von einer Arbeitsgruppe der Buddhistischen Akademie, die sich im Frühjahr 2001 konstituiert hat und sich seit Herbst 2001 alle vier bis sechs Wochen trifft. Die großen Unterschiede von Ausbildung und beruflichen Schwerpunkten geben immer wieder Anlass zu leidenschaftlich geführten Diskussionen in einer Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung. Wir genießen unsere Begegnungen und gehen stets um neue Standpunkte und Sichtweisen bereichert nach Hause. Die gute Atmosphäre in der Vorbereitungsgruppe war auf allen Tagungen zu spüren und setzte den Grundton.

Bisherige Tagungen
Die Arbeitsformen mit einer Mischung von Gesprächen im Plenum und in kleinen Gruppen, gemeinsamer Meditation und genügend Pausen für das informelle Gespräch, bieten einen guten Rahmen, sich kennen zu lernen und auszutauschen. Das (bislang) gute Wetter, das gepflegte Ambiente des WannseeForums und das gute Essen unterstützen die engagierte und entspannte Begegnung unterschiedlichster Menschen mit ähnlichen Interessen. Die Themen der bisherigen Tagungen waren: 2002: Psychotherapie und Buddhismus. Gemeinsamkeiten und Unterschiede. 2003: Ich, Selbst, Nicht-Ich. 2004: Was ist Glück? Jede Tagung wird dokumentiert. Die Dokumentationen der Tagungen enthalten die überarbeiteten Kurzreferate der ReferentInnen, die Thesen der Podiumsdiskussion, Zusammenfassungen der Gesprächsgruppen und Leseempfehlungen. Wir laden nun buddhistisch orientierte PsychotherapeutInnen und Menschen in der Beratung herzlich ein zu unserer nächsten Tagung zum Thema:



5. Tagung: „Zwischen Burn-Out und Mitgefühl“
Grenzenloses, allumfassendes Mitgefühl ist zentrale Inspiration und Übung des Mahayana-Buddhismus. Westliche professionelle Erfahrungen dagegen zeigen, dass zu viel Anteilnahme und Engagement die “hilflosen Helfer” in Erschöpfung und Burn-Out führen kann. Mitgefühl richtig zu verstehen und zu üben, ohne zwischen äußeren Limitierungen und der Bedürftigkeit der Patienten aufgerieben zu werden, ist eine Herausforderung für die buddhistisch inspirierte Therapeutin. Müssen wir zwischen “Profession und Konfession” trennen, um unseren Berufsalltag zu überleben? Oder uns mit einem unbefriedigenden Mittelweg abfinden - ein bisschen Mitgefühl, ein bisschen Selbstschutz? Welche Schritte von Verständnis und Praxis sind nötig, um die unerschöpfliche Quelle von Energie in uns und den anderen zu finden, die wir bei Meditationsmeistern häufiger zu sehen scheinen als bei Therapeuten? Diesen Fragen wollen wir auf der 5. Tagung nachgehen.


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