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Ausgabe Juli 2005
Begegnung mit der Natur - Landart in der Sommerzeit

Anregungen aus dem Buch “Naturwerkstatt Landart” - mit freundlicher Genehmigung des AT Verlages.

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Landartkünstler gestalten ihre Werke mit bloßen Händen aus Materialien, die sie in der Natur finden und belassen sie am Ort ihrer Entstehung in der Natur, wo sie dann meist nach kurzer Zeit vergehen. Die Natur bietet unendlich viele Möglichkeiten, Landartwerke zu gestalten. Materialien gibt es unbegrenzt und jede nur denkbare Form ist in der Natur vorhanden. Aber gerade deswegen fällt es oft schwer, einen Anfang zu finden. Doch hat man erst einmal mit dem Gestalten begonnen, ergeben sich durch die Formen, Strukturen oder Farben der vorhandenen Materialien neue Ideen, Entdeckungen oder Konstruktionsmöglichkeiten meist ganz von selbst.

Gestaltungstipps
Die Natur weckt intensive Gefühle in uns, wenn wir offen dafür sind. Da Naturmaterialien an sich einzigartig und ästhetisch sind, ist weder besonderes Geschick noch großer Aufwand nötig, um ansprechende Landartwerke zu bauen. Hier einige Gestaltungstipps:

Besonderheiten wahrnehmen und aufgreifen
Man kann gut eine Besonderheit eines Ortes aufgreifen und zum Thema machen. So inspirieren kreisförmige Muster auf Steinen zum Bau einer Steinspirale.

Klare Linien ziehen
Auch klare Linien erhöhen die Wirkung von Landartwerken. Auf Steinen vorhandene Linien werden verlängert, indem man viele solcher Steine entsprechend aneinander legt. Linien lassen sich in der Natur aus unterschiedlichen Materialien ziehen: von oder zu spannenden Orten, über oder unter interessanten Materialien, als Verbindungsstück oder Wegweiser.

Mosaik legen
Oft ist es wirkungsvoll, Naturmaterialien in kleinere Teile zu zerlegen, mit denen dann gestaltet wird: Hierdurch kommen Farbnuancen besonders gut zur Geltung. Lineare Ränder von Blattbildern entstehen durch entsprechend gerissene Blätter.

Fließende Übergänge
Wenn Farben oder Formen fließend ineinander übergehen, ohne dass die Stelle erkennbar ist, an der ein Wechsel erfolgt ist, wird das Auge des Betrachters auf der Suche nach der Veränderung in den Bann gezogen. Solche Übergänge faszinieren: von hellen zu dunklen Steinen, von schwarzem zu weißem Sand, von grünen zu gelben oder roten herbstlichen Blättern oder auch von dicken zu dünnen Ästen.

Zeitliche Dynamik einbauen
Landartwerke können gut die zeitlichen Veränderungen in der Natur aufgreifen. Beispiele sind schwimmende Blätterschlangen in einem Bach oder Landartwerke, die durch einen ansteigenden Wasserspiegel oder eine Flut allmählich weggeschwemmt werden.

Effekte einsetzen
Naturmaterialien werden verfremdet, um Kontraste herauszuarbeiten, auf Besonderheiten hinzuweisen oder zu irritieren. Steine werden zerbrochen und dann werden die beiden Teile jedes Steins jeweils so aneinander gelegt, dass ein durchgehender Spalt entsteht.

Handwerkliche Tipps
Welche Naturmaterialien dienen als Schnüre oder wie lassen sich Blätter befestigen oder Steine zum Schweben bringen? Es gibt viele Möglichkeiten zur Konstruktion von dreidimensionalen Kunstwerken. Dazu gehören schichten und stapeln, nähen, stecken, klemmen, schnüren oder flechten. Auch Werkstoffen gibt es in Hülle und Fülle: Steine, Holz, Pflanzen, Blätter, Ton, im Sommer Sand und Lehm oder im Winter Schnee und Eis.

Landart in den Sommerferien
Wer das Glück hat und ans Meer fahren kann, dem begegnen mit der Kombination von Sand, Steinen und Wasser paradiesische Zustände. Aber auch bei verregneten Ferientagen kann man mit zuvor gesammelten Materialien aus Ästen, Blättern, Steinen und Blüten z.B. zauberhafte Mobiles herstellen.Ganz allgemein haben schwimmende Landartwerke eine ganz eigene Faszination. Wenn kein Teich in der Nähe ist, tut es auch ein kleines Swimmingpool, um Schilfblätter mit Dornen zusammenzustecken, mit Wassertropfen zu beträufeln und als Farbklekse Weißdornbeeren ganz vorsichtig auf die Wasseroberfläche zu setzen.


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