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Ausgabe November 2004
Hyperton X - der Weg in die Balance

Elisabeth Jaskolla kombiniert Touch for Health der Kinesiologie mit Hyperton X. Ein Artikel von Haidrun Schäfer

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Kinesiologie und Hyperton X
Kinesiologie arbeitet mit dem Biofeedbacksystem, bei dem über die Muskelreaktion getestet wird, welche Wirkung ein bestimmter Reiz auslöst. So kann man feststellen, welche Nahrungsmittel, Farben oder auch eine Hautcreme als positiv oder negativ bis allergieauslösend empfunden werden. Innerhalb der Kinesiologie gibt es die Richtung des “Touch for Health”. Diese bringt an den ausgetesteten Stellen mit Hilfe von gezielter Aktivierung von neurolymphatischen Punkten, Meridianen und Akupressurpunkten den gestörten Energiefluss wieder in Harmonie. Frank Mahony hat 1982 aus dem Touch for Health die Methode Hyperton X entwickelt, um die Verspannungen, die sich in Muskeln befinden, direkt am Muskel aufzulösen. Hervorragend eignet sich diese Methode bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Beinlängendifferenzen, Beckenschiefständen oder Wirbelfehlstellungen.

Hyperton X
Hyperton X geht davon aus, dass sich alle Probleme, die ein Mensch hat, in der Muskulatur wiederfinden und dort auch behandelt werden können. Das betrifft nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch emotionale Bereiche. So kann es passieren, dass bei einer Arbeit an der Beckenmuskulatur ein Geburtstrauma wieder hochkommt, was sich in Tränen oder auch durch ein Zittern manifestieren kann. Indem man dann mit diesem Muskel arbeitet, können die gebundenen Emotionen befreit werden, ohne sie noch einmal durchleben zu müssen. Danach wird mit dem kinesiologischen Test festgestellt, ob die Muskulatur wieder gestärkt ist.

Lese-Rechtschreib-Schwäche
Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche kann mehrere mögliche Ursachen haben und mit Hyperton X beseitigt werden. Bei manchen Kindern liegen Verspannungen im Kiefergelenk vor, die sich im Laufe der Zeit durch das Tragen von Zahnspangen eingestellt haben. Wenn sich so eine Verspannung über einen längeren Zeitraum festsetzt, wächst sie immer weiter bis in den Nacken, was zu Kopfschmerzen und dem Gefühl von Überforderung führt. Als Ausgleichsbewegung wird dann das Becken steif gemacht und so der Meridianfluss im Körper gestört. Weitere mögliche Ursachen können Verspannungen in der Ohr- oder Augenmuskulatur sein. Durch verschiedene Tests findet man heraus, welcher Muskelbereich betroffen ist. Nach der Lokalisation der Ursache werden mit sanften isotonischen Bewegungen die Spannungen gelöst. Isotonische Bewegung bedeutet, dass man dem Körper als Impuls eine starke Anspannung zufügt und dadurch automatisch eine Entspannung erreicht.
Bei allen Lernstörungen kann man die generelle Situation im Klassenraum untersuchen: Wo sitzt das Kind im Klassenraum? Aus welcher Richtung schaut es den Lehrer an? Ist das überhaupt die förderliche Blickrichtung? Jeder Mensch hat individuelle Vorlieben und Neigungen und manche Kinder werden gezwungen, aus einer für sie ungünstigen Richtung auf die Tafel zu schauen. Manche Kinder sitzen in der Klasse vor lärmenden Kindern, so dass die Ohren ständig abgelenkt werden. Kinder mit einer Rechts-Links-Schwäche müssen in der Mitte des Klassenraumes sitzen und nicht z.B. von der Seite auf Tafel und Lehrer blicken. Da erscheint es sinnvoll, gleich zur Einschulung die Individualität zu erkennen und so eventuelle Störungen zu vermeiden.

Allergien
Auch bei Allergien läßt sich das Biofeedbacksystem des Körpers nutzen. Über den Muskeltest werden Stoffe ausgetestet, von denen man annimmt, dass sie Allergien auslösen, wie z.B. Staub, Kakao oder phosphatreiche Nahrungsmittel wie Salami oder Backpulver bei Hyperaktivität. Wenn man die allergieauslösenden Stoffe herausgefunden hat, kann man die allergenen Belastungen nach und nach über das Klopfen von Akupunkturpunkten an der Körpervorderseite auflösen.
Weit verbreitet und unerkannt ist bei Babys eine allergische Reaktion auf Karotten. Bei vielen Hautproblemen von trockener Haut bis zu Neurodermitis ist nicht die Kuhmilch, sondern die Karotte der Auslöser. Ist das der Fall, sollte man auf Kürbis ausweichen, der auch das Provitamin A enthält. Wenn Eltern auf den Karottenbrei bestehen, bauen sich darauf häufig Allergien gegen Erdbeeren und Nüsse auf, gegen Nahrungsmittel allgemein und gegen das Gefüttertwerden im Besonderen. Da man Babys nicht kinesiologisch testen kann, werden die Mütter als Stellvertreter getestet.

Primärmuskeln
Wenn keine akuten Beschwerden vorliegen, arbeitet Hyperton X an der Muskulatur der großen Gelenke mit acht Primärmuskeln, um Stress aus dem gesamten System abzubauen. Danach kann mit Sekundär- und später mit Hilfsmuskeln weitergearbeitet werden. Wenn Verspannungen z.B. im Nackenbereich vorliegen, ist es eine Frage der Zeit, bis auch die Sekundärmuskeln bzw. Schultermuskeln miteinbezogen werden, um den Kopf mitzutragen. Eine Muskelanspannung führt erst einmal zu mehr Energie und Kraft. Wenn auf die Anspannung keine Entspannung folgt, ermüdet der Muskel mit der Zeit und es werden immer mehr Muskeln benötigt, um die erforderliche Leistung zu bringen.

Praktische Anwendung
Grundcheck
Ich lege mich auf eine Liege und Elisabeth testet kinesiologisch einige Primärmuskeln auf Muskelverspannungen. Meine Füße sind in Ordnung. Beim rechten Knie gibt es schon eine erste Schwachstelle. Diagonal dazu ist die linke Hüfte auch verspannt - das ergibt schon eine Behinderung im Bereich der Diagonale. Das Zwerchfell ist ein weiterer Punkt. Dann kommen die Schultern an die Reihe - meine rechte Schulter liegt gar nicht richtig auf der Liege auf, so weit habe ich sie nach vorne gezogen und folglich sitzt auch hier was fest.

1. Korrektur
Als nächstes erfolgt eine erste Korrektur an meinem rechten Knie. Dafür testet Elisabeth kinesiologisch, welche Blickrichtung für mich förderlich ist: rechts oben. Ebenso wird die Atmung getestet: Wo habe ich mehr Kraft, beim Ein- oder Ausatmen? Eindeutig beim Einatmen. Jetzt kommt die Korrektur. Während ich nach rechts oben blicke, soll ich beim Einatmen versuchen, das Knie, das Elisabeth hoch und gebeugt hält, auszustrecken - ohne es wirklich zu tun, denn es geht nur um die Aktivierung des Muskels. Beim Ausatmen wird der Muskel wieder entspannt. Das wird mehrfach wiederholt und die Bilder, die mir einfallen, haben einen Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte der Verspannung. Es sind Bilder aus der Kindheit: Ich liege im Dunkeln alleine im Bett und mag nicht meine Beine ausstrecken, denn es ist so kalt da unten. Ein Gefühl von Einsamkeit. Nebenbei spanne und entspanne ich immer weiter den Kniemuskel. Nach einer Weile scheint sich die Verspannung zu lösen und ich lege das Bein wieder auf die Liege. Elisabeth streicht über Reflexpunkte an meiner Stirn und der kinesiologische Test am Ende ergibt eine klare Stärke des rechten Knies.

2. Korrektur
Die zweite Verspannung liegt in der linken Hüfte. Auch hier wird wieder die Blickrichtung und die Atmung ausgetestet. Während der Korrektur wiegt Elisabeth meine Hüfte hin und her. Mein Kaiserschnitt fällt mir ein, diese schreckliche Erfahrung und die Tränen, die ich danach nicht weinen konnte, weil der Bauch so weh tat. Das Gefühl, geschaukelt zu werden, tut sehr gut. Jetzt soll ich das Bild, wie ich mein Baby in den Armen halte und wiege, an meine Hüfte schicken und dabei tief einatmen. Zum Schluss ergibt auch hier der kinesiologische Test, dass meine linke Hüfte wieder spannungsfrei und kraftvoll ist.

3. Korrektur
Jetzt kommt meine rechte Schulter an die Reihe. Diesmal ist der Blick gerade nach unten die förderliche Blickrichtung. Elisabeth hält auf eine bestimmte Weise meine Schulter, damit ich beim Einatmen den Muskel anspannen und beim Ausatmen entspannen kann. Wieder kommen Bilder: Selbstbewusstsein ist das Thema - die Gratwanderung zwischen “ich tue das, was mir gut tut” und der Vorwurf, damit andere zu verletzen. Diesmal spreche ich einen Satz zu meiner Schulter und nach vielen Muskelan- und -entspannungen lasse ich die Schulter langsam auf die Liege sinken und siehe da, sie liegt auf, anstatt darüber zu schweben. Phantastisch!

Auflösung verborgener Störherde
Hyperton X bedeutet Überspannung der Muskulatur in x-beliebigen Bereichen - überall ist es möglich. Abgesehen davon, dass die Methode bei konkreten Beschwerden funktioniert, ermöglicht sie auch, versteckte Störherde zu erkennen und aufzulösen, die auf kurz oder lang zu Beeinträchtigungen geführt hätten. Ich wusste nichts von meinem verspannten Knie oder Becken. Doch jetzt, wo meine Schulter sich weich und weit anfühlt, fällt mir ein, dass ich dort manchmal tagelang einen Schmerz fühlte, der erst durch viele Yogaübungen oder Massagen wegging. Auch konnte ich in den Bereich nie richtig reinatmen - jetzt ist klar warum und ich fülle meine Schulter mit Sauerstoff. Ein dankbarer Gruß an Elisabeth Jaskolla und Hyperton X.


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