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Ausgabe November 2004
Craniosacral Integration - eine Therapie des somatischen Erlebens

Dieter Schrank, HP, über den craniosacralen Ansatz mit der Arbeit auf somato-emotionaler und zielorientierter, mentaler Ebene am Beispiel von Frau Franz

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Fallbeispiel
Frau Franz hat seit über zehn Jahren heftige Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule und viele Methoden “ausprobiert”. Nach einer Anamnese und dem Befund erkläre ich ihr, was ich auf der strukturellen Ebene für manualtherapeutische und osteopathische Techniken anbieten kann. Dann geht es um das Ziel der Behandlungen. Das Bewusstsein wird auf eine positive Sprache ausgerichtet, um die Kraft des Unbewussten besser zu nutzen. Aus: “Ich will endlich weniger Rückenschmerzen haben” wird: “Ich bin in meiner Mitte und frei beweglich.” Dies ist ihr empfundenes Ziel. Hinderliche Glaubenssätze wie: “Ich werde nur gemocht, wenn ich mich nach den anderen richte” oder: “Ich bin nur eine gute Mutter, wenn ich alles selbst mache” werden auf ihre “Nützlichkeit” untersucht. Gleichzeitig werden innere Ressourcen wie Kraft und Mut, für sich selbst einzustehen, wahrgenommen.

Craniosacrale Ebene
Frau Franz liegt entspannt und bequem auf der Behandlungsliege. Ich lade sie ein, mit ihrer Aufmerksamkeit in den Bereich ihrer inneren Wahrnehmung zu gehen. Beginnend an den Füßen erspüre ich die feinen Bewegungen des craniosacralen Rhythmus, jener Rhythmus, in dem sich das Kopf-Kreuzbein-System in sehr feinen Bewegungen ausdehnt und wieder zusammenzieht und über den ganzen Körper tastbar ist. Ich arbeite an verschiedenen Positionen am Körper entlang und behebe die erspürten Dysfunktionen durch sanfte Techniken. Mit der ganzheitlich erfahrenen Entspannung entsteht ein Raum, in dem Heilung ohne weiteres bewusstes Tun geschieht.

Behandlungsverlauf
Schon nach dem ersten Termin hat Frau Franz den Eindruck, dass sich ihr Gesamtzustand um etwa 20 % gebessert hat. Bei den folgenden Terminen wird ziel- und ressourcenorientiert daran gearbeitet, die hinderlichen Glaubenssätze in einen neu erfahrbaren Rahmen zu setzen. Dabei wird gleichzeitig die Körperwahrnehmung und innere Achtsamkeit gefördert, um ein neues Gefühl der Eigenverantwortung entstehen zu lassen. Unterstützend wirken die tief heilenden Entspannungserfahrungen in den craniosacralen Behandlungssequenzen. Übungen zu innerer Achtsamkeit, Körperwahrnehmung und Muskeltraining begleiten sie auf ihrem Weg. Schrittweise kommt Frau Franz immer mehr in ihre Kraft und Zuversicht. Bei der 5. Sitzung tritt eine spontane Lösung alter Spannungsmuster ein: Ihr wird eine Situation aus der frühen Kindheit bewusst, in der sie sich durch ihre Mutter in extremer Weise an einer Entwicklung der eigenen Vorstellungen gehindert sah. Dies wird im therapeutischen Dialog begleitet, die alte Bedeutung für die Spannungen verändert und gelöst - ein Beispiel für den somato-emotionalen Prozess.

Ziel
Frau Franz kam ihrem Ziel in großen Schritten immer näher, die Abstände der Behandlungen wurden weiter und nach 11 Terminen in 8 Monaten hatte sie das Gefühl, ihr Ziel erreicht zu haben. Sie fühlte sich “in der Mitte und frei beweglich” und ihr somatisches Erleben war komplett anders - “zum Wohle aller”, wie sie sagte.

Typische Indikationen
Weitere Indikationen für diese Methode sind Kopf- und Wirbelsäulenschmerzen, Migräne, Tinnitus, Kiefergelenksbeschwerden und Zähneknirschen, Zustände nach Unfällen und Operationen, nach Geburten oder bei psychosomatischen Diagnosen. Gut bewährt hat sich die Craniosacral Integration in Kombination mit Psychotherapie oder naturheilkundlicher Behandlung.


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