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Ausgabe November 2004
Chiropraktik

Karin Muuss, HP, stellt die Chiropraktik und die verschiedenen Techniken der Osteopathie vor.

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Wann hilft Chiropraktik?
Durch erhöhte Muskelspannung können sich die Wirbelgelenke fixieren und blockieren, und es kommt zu einer Fehlstellung der Wirbelkörper und einem Feststellen der kleinen Wirbelgelenke. Dies kann auch durch Verheben, Sturz oder Autounfall geschehen, ebenso durch einseitige Belastung wie langes Sitzen am PC oder durch Fehlhaltungen der Wirbelsäule wie Seitverkrümmung oder Hohlkreuz. Diese Blockaden rufen Stress und Schmerzen an der Muskulatur, an den Wirbelgelenken, an den Nervenaustrittskanälen und manchmal auch an Armen oder Beinen hervor. Langfristig können sich die Bandscheiben verlagern und sehr schmerzhaften Druck auf den Nerv ausüben. Erkrankungen, bei denen die Chiropaktik gut helfen kann, sind u.a. Rückenschmerzen, Bandscheibenprobleme, Schulterschmerz, Tinnitus, Hörsturz, Schwindel, Migräne, Tennisellenbogen, Ischialgie, Hexenschuß, neurofaciale Schmerzen in Armen, Händen, Beinen und Füßen, Knieschmerz, Beckenschiefstand, Fibromyalgie. Selbst wenn sich eine Bandscheibe bereits verlagert hat, kann die Chiropraktik oft genügend Schmerzfreiheit erreichen, um eine Operation zu verhindern.

Die Behandlung
Vor der Behandlung der Wirbelsäule sollten die Rückenmuskeln durch Massage, Dehnung, Wärme oder spezielle Übungen gelockert und für die Chiropraktik gut vorbereitet werden. Die Muskeln lösen oft die Fehlstellung der Wirbel aus, und wenn sie unbehandelt und verspannt bleiben, können sie die Wirbel erneut in ihre Fehlstellung ziehen. Danach kann der Chiropraktiker mit den speziellen mobilisierenden Techniken der Chiropraktik die verschobenen Wirbel schonend und leicht mit einem sanften Ruck wieder in ihre natürliche Position bringen. Diese Technik nennt man reponieren oder im Volksmund einrenken. Wird der Körper richtig vorbereitet, ist diese Behandlung schmerzlos, ungefährlich und hinterläßt keine Schocks. Stehen die Wirbel wieder physiologisch richtig, entspannt sich die Muskulatur, die austretenden Nerven werden entlastet und die schnelle Linderung von Schmerz und Irritation erscheint manchmal wie ein Wunder. Damit das Gefüge von Muskulatur und Knochen nach der chiropraktischen Behandlung dauerhaft in seiner natürlichen Harmonie bleibt, ist es meistens sinnvoll, dem Patienten individuelle Anleitung zu gezielter Rückengymnastik und Haltungskorrektur zu geben.

Osteopathie
Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Körpertherapie, die durch Southerland Ende des letzen Jahrhunderts begründet wurde und verwendet vorwiegend sanfte Behandlungsformen. Sie besteht aus verschiedenen Techniken zur Behandlung von Muskeln, Knochen, Fascien, Organen und Energiestrukturen im Körper.
Die craniale Osteopathie ist die Mutter der Craniosacralen Therapie und arbeitet sanft mit den feinen Rhythmen und Bewegungen der Rückenmarksflüssigkeit. Sie erreicht tiefe, innere Strukturen im Gehirn und im Wirbelkanal und sorgt dafür, dass sich alle Kopf- und Körperknochen harmonisch der Bewegung der Rückenmarksflüssigkeit anpassen. Diese Arbeit erfordert eine große Feinfühligkeit des Therapeuten und ist so subtil, dass sie für den Patienten oft nicht nachvollziehbar ist. Es fühlt sich so an, als ob der Osteopath seine Hände irgendwo still am Körper hält, aber eigentlich gar nichts tut. Dennoch bewirkt es eine tiefe Entspannung des zentralen Nervensystems, reduziert Schmerzsymptome nach Unfällen, Kopfverletzungen, bei Migräne, Tinnitus, bei Bandscheibenprotrusionen, Schleudertrauma, bei Problemen am Kiefergelenk, es verbessert und erleichtert die Durchblutung, beeinflusst die Hypophyse und das Hormonsystem, die Augenmuskulatur und vieles mehr.
Die fasciale Osteopathie arbeitet sanft mit den Fascien des Bindegewebes, das als feine Haut alle Muskeln, Gelenke und Organe umhüllt und alles mit allem verbindet. Spannungen und Verklebungen im Bindegewebe können durch die Osteopathie sanft aufgelöst werden und erleichtern zum Beispiel die Heilung von Schulter- Armsyndromen, Ischialgien und verstauchten Gelenken.
Die viscerale Osteopathie arbeitet vor allem an den Organen und den Strukturen, welche tief im Körperinnern die Organe umgeben, wie z.B. Fascien und Bänder, an und in denen die Organe im Körper aufgehängt und festgemacht sind oder Blutgefäße, die das Organ versorgen. Die visceralen Techniken sorgen dafür, dass die Organe im Körper wieder schön beweglich sind und nicht länger durch Schwellungen, Anhaftungen, Absenkung etc. in ihrer Arbeit behindert werden oder Schmerzen verursachen. Besonders nach entzündlichen Prozessen im Körper, nach Operationen oder nach lang anhaltenden Stressphasen, kann die viscerale Osteopathie Heilung bewirken.
Die Muskeltechniken der Osteopathie beinhalten einige sanfte Massagetechniken und spezielle Muskelbehandlung wie z.B. die Muskelenergie-Techniken, mit denen die unbewusste, tiefe Zwischenwirbelmuskulatur gezielt entspannt und harmonisiert werden kann. Diese Techniken sind eine hervorragende Ergänzung zur Chiropraktik.
Die Knochentechniken der Osteopathie umfassen die Behandlung aller Gelenke, Knochenverbindungen und Wirbel im Körper, sowohl mit sanfter Mobilsation als auch mit chiropraktischen Reponationstechniken. Die energetische und psycho-physische Osteopathie löst z.B. Energiezysten auf, die von Stürzen, Verletzungen, Unfällen herrühren und sorgt auf diese Weise für ein durchlässiges Energiefeld im Körper. Die Osteopathie beeinflußt auch die Körperenergie im Sinne von emotionalen Spannungsstrukturen, die durch Stress, Unterdrückung von Gefühlen, Identifikation mit einem bestimmten Grundgefühl, nicht verarbeiteten Traumen und Konflikten entstanden sind. Dazu wird neben der Arbeit an physisch spürbaren Spannungsmustern mit dem Patienten in Dialogform emotional klärend und unterstützend auch psychotherapeutisch gearbeitet.
Osteopathie aktiviert die Selbstheilungskräfte und die Entgiftung des Körpers, sorgt für Fluss, Harmonie und ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aller Bereiche im Körper. Sie eignet sich für ein weites Spektrum an Erkrankungen und Störungen im Körper.
Die meisten Osteopathen haben sich auf ein bestimmtes Behandlungssprektrum spezialisiert. Viele wenden die chiropraktischen Knochentechniken gar nicht an. Dabei sind die Therapieerfolge bei Wirbelsäulenerkrankungen mit Chiropraktik plus sanfter Osteopathie sehr gut. Die osteopathischen Behandlungen sind relativ zeitaufwendig und bringen manchmal nur sehr langsam die gewünschten Erfolge, die jedoch meistens sehr lange wirksam bleiben.


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