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Ausgabe Oktober 2004
Sinnlich berührt werden - die tantrische Massage

Sandra Nürbauer über das sinnliche Erlebnis einer tantrischen Massage.

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Bei einer tantrischen Massage begibt sich der Empfänger in die wissenden und heilenden Hände eines Menschen, der das Shakti- oder Shivaprinzip für die Zeit von ein bis zwei Stunden verkörpert. Sowohl als Mann als auch als Frau tritt man durch diese Berührungen ein in eine Welt des Genusses und Getragenwerdens. Der Alltag versinkt und es öffnet sich ein Tor in eine Welt, in der die Bedeutungen des sonst so Wichtigen verblassen und sich wunderbare Landschaften des Sehens, Riechens, Schmeckens, Hörens und Fühlens erstrecken. Die Tantramassage ist einem alten indischen Ritual des linkshändigen Tantrismus nachempfunden. Zwei Menschen begegnen einander, um gemeinsam eine sinnliche Erfahrung zu machen, wobei der eine Partner die gebende, aktive Rolle übernimmt und der andere die empfangende, passive. Die empfangende Person bleibt während der ganzen Massage ganz bei sich und ihren eigenen Empfindungen.

Entspannung
Das Ritual beginnt mit einer Verneigung von Herz zu Herz, dem Namasté-Gruß. Zum Ankommen in diesem auch sehr spirituellen Raum kann man gemeinsam eine kleine meditative Phantasiereise durch Chakren unternehmen und die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Atmung legen. Sanft wird die empfangende Person von der massierenden entkleidet und am ganzen Körper nach dem harmonisierenden Yin-Yang-Prinzip ausgestrichen. Dann legt sie sich auf den Bauch und wird mit einem leichten Sarong abgedeckt. Entspannungsmusik betört die Ohren. Zarter Stoff gleitet auf der Haut, langsam wird das Tuch über den ganzen Körper abgezogen. Mit warmen duftenden Ölen und fernöstlichen Massagetechniken werden Nacken, Rücken, Po, Beine und Füße durchgeknetet. Dabei benützt der Massierende intuitiv seinen ganzen Körper. Es entsteht ein Wechsel zwischen beruhigenden und belebenden Massagegriffen.

Erotische Stimulationen
Die weibliche, empfindsame Vorderseite des Körpers wird im Anschluss verwöhnt. Die erotische Auffächerung bewirkt eine Stimulation aller erogenen Zonen sowie aller Sinne. Es wird mit Fächern, Federn, Fingerspitzen, Düften und Klangschalen gearbeitet. Gesicht und Kopf werden ausgiebig massiert, Marmapunkte gedrückt und ausgestrichen, Bauch, Brüste, Arme, Hände, Hüften und Beine massiert. Die Lustorgane werden immer wieder sacht gestreichelt und zum krönenden Abschluss intensiv massiert - natürlich nur nach vorheriger Erlaubnis der empfangenen Person, diesen heiligen Hain betreten zu dürfen. Männliches und weibliches Genital sind ähnlich wie Hände und Füße von Reflexzonen durchzogen und somit findet durch ein Massieren dieser Reflexpunkte wiederum eine Berührung des ganzen Körpers statt. Positive wie negative sexuelle Erfahrungen können sich hier speichern. Eine so sensible und einfühlsame Form wie die der Tantramassage kann helfen, diese zu transformieren. Es kommen viele Frauen in die Tantramassage, deren sinnlicher und erotischer Körper zum Beispiel von der Erfahrung der Geburt eines Kindes sehr in den Hintergrund getreten ist. Mit Hilfe dieser Massage lassen sich derlei Traumata auflösen und die Frau kann zurückkehren in ein lustvolles Sein mit ihrem Körper. Sie kann auch einfach dazu dienen, uns mit mehr Lebensenergie zu füllen und unsere Wahrnehmung zu erweitern. Mit der Hilfe von speziellen Atemtechniken, dem Big Draw und ein bisschen Übung kann man in den Genuss eines Ganzkörperorgasmus kommen. Beim Big Draw wird die Energie entlang der Wirbelsäule, des Shusumnakanals und der Hilfe der Beckenbodenmuskulatur zum Sahasrara-Chakra (Scheitelpunkt) nach oben gezogen. Die Sexualenergie verpufft nicht im einfachen Orgasmus, sondern erweitert das Bewusstsein und energetisiert weit über den Zeitraum dieser Erfahrung hinaus.


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