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Ausgabe September 2004
Die sieben hermetischen Gesetze

Keith Sherwood über die Wurzeln spirituellen Heilens - übersetzt von Anja Brandl.

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Hermetik ist die Basis, auf welcher unser Verständnis von spirituellem Heilen aufgebaut ist. Sie hat ihre Quelle im alten Ägypten und, wie uns überliefert, wurde sie den Menschen gegeben durch Thot, dem ägyptischen Gott der Weisheit, den die Griechen später Hermes Trismegistos nannten. Wenn es Hermes wirklich gab, ist er der wirkliche Vater der esoterischen Weisheit. Die Details seines Lebens sind uns verloren gegangen, aber in einer Tradition heißt es, dass er zur Zeit Abrahams gelebt hat. Was auch immer die Wahrheit ist, Hermes hat der Menschheit eine Serie von Lehren oder Axiomen gegeben, die seitdem die Philosophie und Religion beeinflusst haben. Seine gesamte Philosophie hängt an sieben einfachen Prinzipien. Diese sind:

1. Das All ist Geist (englisch: mind): das Universum ist geistig Das heißt nicht, dass das, was wir in der materiellen Welt sehen, eine Illusion ist, was die Hindus ‘Maya’ nennen. Wenn der Hermetiker (oder Heiler) sagt, dass alles geistig ist, dann meint er, dass die Quelle, die kosmische Wurzel von allem Lebendigen und Leblosen, der unendlich kreative Geist ist (im Sanskrit als OM ausgesprochen).

2. Wie oben so unten; wie unten so oben. Es gibt höhere Dimensionen, die wir nicht verstehen würden, wenn das zweite hermetische Axiom, das Prinzip der Korrespondenz, nicht universelle Anwendung hätte. Da das Prinzip auf allen Ebenen und zu jeder Zeit anwendbar ist, kann die Menschheit die höheren Ebenen zu verstehen beginnen, wenn es die niederen Ebenen studiert.

3. Nichts ruht; alles bewegt sich: alles schwingt. Beim Heilen ist es nicht nur so, dass alles schwingt, sondern es hat auch alles, was schwingt, einen charakteristischen Schwingungsgrad, welches sein einzigartiges Kennzeichen ist. Diese Schwingung kann negativ oder positiv durch andere Schwingungen im Umfeld beeinflusst werden. Wenn die Schwingung einer Person negativ beeinflusst wird oder negative Energie in ihr Energiefeld eingeführt wird, ist Krankheit die Folge. Der Prozess der Heilung besteht darin, dass der Schwingungsgrad dieser Person korrigiert wird.

4. Alles ist dual. Alles hat zwei Pole. Alles hat sein Paar von Gegensätzen; gleich und ungleich sind dasselbe. Gegensätze sind identischer Natur, doch unterschiedlich im Ausmaß. Gegensätze treffen sich. Alle Wahrheiten sind Halbwahrheiten. Alle Paradoxe können in Einklang gebracht werden (das Prinzip der Polarität). Aus diesem Prinzip können wir ableiten, dass Geist und Materie einfach zwei Pole derselben Sache sind und alles dazwischen hat Elemente von beiden, sie unterscheiden sich voneinander lediglich im Schwingungsgrad. Wenn Gegensätze wirklich dasselbe sind und wenn daher Geist und Materie dasselbe sind (unterschiedlich lediglich in ihrem Schwingungsgrad), dann sind sie verwandelbar und die nicht-qualitative spirituelle Energie kann alles in den subtilen Welten und der physisch-materiellen Welt positiv beeinflussen, einschließlich den physisch-materiellen Körper. Ein Heiler, der das Prinzip der Polarität versteht, kann negative Energie entfernen oder sie umwandeln in unqualifizierte Energie, Prana, welche das Wohlbefinden erhöht, anstatt es zu stören.

5. Alles fließt herein und heraus. Alles hat seine Gezeiten. Alle Dinge steigen und fallen. Das Schwingen des Pendels manifestiert sich in allem. Das Maß des Ausschlags nach rechts ist das Maß des Ausschlags nach links. Rhythmus kompensiert. Der Heiler versteht die Gesetze des Rhythmus und beachtet den natürlichen Rhythmus, den er überall findet. Er erkennt, dass Rhythmus kompensiert und, wie der große Arzt Hippokrates sagte, ist Gegensätzliches das Heilmittel für Gegensätze.

6. Jede Ursache hat ihre Wirkung. Jede Wirkung hat ihre Ursache. Alles geschieht nach den Gesetzen. Zufall ist nur ein Gesetz, das noch nicht erkannt wurde. Es gibt viele Ebenen der Ursachen, aber nichts ist außerhalb des Gesetzes. Nichts geschieht durch Zufall. Die Wurzel jeder Krankheit ist eine Kette von Ereignissen, an welchen der Kranke teilgenommen hat, selbst wenn seine Teilnahme größtenteils unbewusst war. Letzten Endes ist er verantwortlich und als Ergebnis wird er schließlich den Preis für vergangene Handlungen zahlen in Form von Krankheiten und Schmerzen.

7. Geschlecht ist in allen Dingen. Alles hat seine maskulinen/männlichen und femininen/weiblichen Prinzipien. Geschlechtlichkeit manifestiert sich auf allen Ebenen (Prinzip der Geschlechtlichkeit). Geschlechtlichkeit existiert in allen lebenden Dingen. Als menschliche Wesen haben wir in uns das maskuline, assertive bestimmte Element und das feminine, rezeptive, empfängliche Element. Es ist die Aufgabe des Heilers, diese duale Natur zu integrieren, zuerst in ihm selbst und sie dann in seinen Klienten in Harmonie und Gleichgewicht zu bringen. Die Wichtigkeit der hermetischen Axiome kann nicht genügend betont werden. Mit den Axiomen als eine feste Grundlage kann der Heiler oder der Student falsche Anfänge oder Fallen auf dem Weg nach innen, durch die Dimensionen von Seele, Verstand und Geist vermeiden. Mit den hermetischen Axiomen als vertrauensvolle Führer können diese Glücklichen auf dem Weg rasch weiterkommen, geschickter und weiser werden, während viele andere mit guten Absichten, doch ohne eine feste Grundlage, sich abquälen und umherstolpern, da sie von Theorien davongetragen werden und von Doktrinen, die konzeptionelle Konstrukte sind anstatt auf einer erkennbaren Realität begründet.


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