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Ausgabe Juni 2004
Klassische Homöopathie für Kinder

Annette Dröge über die Vorteile einer homöopathischen Betreuung für Kinder und Tipps für Reise- und Hausapotheke.

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Vor 200 Jahren begründete Samuel Hahnemann die Homöopathie als eine Heilmethode, die nach dem Ähnlichkeitsprinzip heilt. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt und die körpereigenen Abwehrkräfte werden angeregt.

Das Symptom ist nicht die KrankheitImmer wieder höre ich von Kindern, die sch
on bei den kleinsten Erkrankungen wie Schnupfen vom Arzt Antibiotika verschrieben bekommen. Die Folgen für die gesunde Entwicklung des Kindes sind verheerend. Da sich der gesamte Organismus noch im Wachstum befindet, wird nicht nur die Krankheit unterdrückt, sondern auch die Entfaltung des Immunsystems gehemmt. Der Körper hat von Natur aus verschiedene Möglichkeiten, sich selbst zu helfen, um bei einer Störung von außen das gesunde Gleichgewicht wiederherzustellen. Mit Hilfe von Schnupfen, Fieber, Durchfall oder Eiter gelingt es dem Organismus in den meisten Fällen, Krankheitserreger auszuscheiden oder Gifte unschädlich zu machen. Daraus ergibt sich: Das Symptom ist nicht die Krankheit! Ein Symptom wie z.B. Schnupfen ist Ausdruck davon, dass der Körper mit Krankheitserregern kämpft. Die Krankheit kann demzufolge nicht geheilt werden, in dem wir die Symptome z.B. mit Schnupfenspray unterdrücken. Weitreichende Folgen können symptomunterdrückende Behandlungsmethoden im Säuglingsalter haben. Wird eine Windeldermatitis - wie in der konservativen Medizin üblich - mit Zinksalbe behandelt, verschwindet das Symptom zunächst, die Ursache der Krankheit aber nicht. Sie wandert tiefer in den Körper und erscheint später wieder als Erkältungsneigung mit Husten. Wird der Husten ebenfalls unterdrückt, führt das zu einer chronischen Bronchitis und eventuell zu Asthma, wenn die allopathische, symptomunterdrückende Behandlung fortgesetzt wird.

Die seelische Ebene
Homöopathie gibt uns Arzneimittel in die Hand, die auf einfache Weise die eigentliche Krankheitsursache behandeln. Die Symptomatik dient dabei als Wegweiser, um das passende, das ähnlichste Mittel zu finden. Dadurch bekommen wir ein viel tieferes Verständnis für die Ursachen der Krankheit und die Bedürfnisse oder auch Kümmernisse unserer Kinder. Homöopathie wirkt auf allen Ebenen heilsam. Bei einem kleinen Jungen mit einer sehr starken Windeldermatitis stellte sich heraus, dass die Symptome aufgetreten waren, nachdem die Eltern, die ohnehin getrennt lebten, wieder einmal in heftigen Streit geraten waren. Das Mittel der Wahl war in diesem Fall ein Mittel für die seelische Ebene, die sich mit Trauer und Verlust auseinandersetzen musste (Natrium m.) und nicht - wie man hätte vermuten können - ein Mittel für Hautausschläge (z.B. Sulfur). Das verordnete Arzneimittel half sehr gut und so haben wir etwas über die seelische Situation des kleinen Jungen erfahren.

Homöopathie im Alltag und auf Reisen
Homöopathie hilft nicht nur bei chronischen und tief greifenden, also konstitutionellen Erkrankungen, sondern leistet auch als alltägliche Haus- und Reiseapotheke sehr gute Dienste. So zeigt die Erfahrung, dass bei Verbrennungen, die mit Wärme anstatt mit Kälte behandelt werden, in den meisten Fällen die lästigen Blasen ausbleiben. Für alle Arten von Insektenstichen mit Schmerzen und Schwellungen gilt, dass am besten mit dem homöopathischen Mittel des jeweiligen Tieres behandelt werden sollte. Für die homöopathische Reiseapotheke hat sich Apis (Biene) am besten bewährt - so muss man nicht alle Insektenmittel einpacken. Stoffe, die Blasen erzeugen, wie die Spanische Fliege (Cantharis), helfen gut bei Brandblasen. Arnica (Bergwohlverleih) verleiht Wohlsein bei Muskelkater nach langen Wanderungen in den Bergen oder nach Sport. Grippe mit Gliederschmerzen als Folge von Überanstrengung spricht ebenfalls gut auf Arnica an. Nux Vomica (Brechnuss) hilft - wie der Name schon sagt - sehr gut bei Erbrechen, z.B. nach schlechtem Essen, zuviel Essen und Übelkeit durch Stress. Aber auch bei der Anwendung von sogenannten bewährten Indikationen ist es wichtig, genau hinzuschauen und die Krankheitsursache zu erforschen. Ich hatte einen Fall, wo ein kleines Mädchen hohes Fieber entwickelte, nachdem sie erfahren hatte, dass ihre Katze tödlich verunglückt war. Sie reagierte körperlich sehr stark auf ein emotionales Trauma. Eine Gabe Aconit (Sturmhut) half ihr, das Erlebte zu verarbeiten und das Fieber sank auf ein gesundes Maß, sie schlief sich gesund und am nächsten Morgen war sie wieder munter.
Homöopathie ist nicht zuletzt deshalb für Kinder eine besonders wertvolle Heilmethode, da sie weder Nebenwirkungen noch allergische Reaktionen verursacht. Homöopathische Arzneimittel wirken ganzheitlich und berühren alle Ebenen. Homöopathie hilft dem Körper, sich selbst zu helfen.


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