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Ausgabe Dezember 2009
Die Apotheke in der Flasche
Ätherische Öle als Helfer in der kalten Jahreszeit
von Natascha von Ganski


Robert Tisserand verglich das ätherische Öl einer Pflanze mit dem Blut des Menschen. Sie sind nicht die ganze Pflanze, aber in sich eine vollständige organische Substanz. Das flüchtigste und feinste einer Pflanze, ihr ätherisches Öl, stellt einen ebenso

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Bekanntlich erkennt Gleiches – Gleiches und so durchströmt das ätherische Öl das Ätherische des Menschen und gelangt in die innersten und zugleich tiefsten Ebenen des menschlichen Bewusstseins.

Atmen wir Duftmoleküle ein, erreichen sie ohne Umwege das limbische System und lösen Empfindungen wie Freude, Entspannung oder Wut und Trauer aus. Sie schlagen eine verbindende Brücke zwischen dem untereinander eng verknüpftem Nerven- und Immunsystem, indem sie wie vermittelnde Transmitter wirken.

Unter Zeitdruck und Stress ist das Immunsystem geschwächt und Erreger haben eine größere Chance sich zu vermehren. Speziell der weibliche Organismus reagiert auf psychische Belastungen intensiver mit körperlichen Symptomen als der Männliche. Unter anderem soll dies an dem intensiver verknüpften Corpus Callosum - der die rechte mit der linken Gehirnhälfte verbindet - liegen.

Ein ätherisches Öl, das sowohl entspannend, immunsystemstärkend und zugleich hochwirksam gegen Bakterien und Viren ist, finden wir in der Bergamottminze (Mentha citrata). Ihr hoher Anteil an Linalool, das zur Gruppe der Monoterpenole gehört, zeichnet sich durch besonders gute Verträglichkeit aus. Es hat entzündungshemmende, schmerzlindernde, fiebersenkende und krampflösende Eigenschaften. Bewährt hat es sich zudem bei depressiven Verstimmungen und Ängsten. Ätherische Öle, die einen hohen Anteil an Linalool verzeichnen, eignen sich hervorragend bei Erkältungskrankheiten von Kindern. Hierzu gehört, neben der Bergamottminze auch das ätherische Thymianöl (Thymus vulgaris CT Linalool). Thymian vom Chemotyp Linalool hat sich zur Stärkung des Immunsystems bei Kindern bewährt, die in der kalten Jahreszeit häufig (oder langanhaltend) unter Erkältungskrankheiten leiden. Ein Tropfen des ätherischen Öls in eine Tasse mit einem Teelöffel Honig, der als Emulgator dient, geben und mit Kamillentee aufgießen. Für Erwachsene eignet sich Eukalyptus globulus bei Husten. Dieses Öl besitzt eine antivirale Eigenschaft und fördert das Abhusten durch schleimlösende und auswurffördernde Eigenschaften. Der besonders hohe Anteil an 1,8-cineol im Eukalyptusöl verhindert das Verkleben von Schleimplaques im Lungengewebe und entkrampft die Bronchialmuskulatur, so dass ein quälender Hustenreiz gelindert werden kann.
Der nahe Verwandte Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora) verhindert als Spray zur Raumdesodorierung die Vermehrung von Krankheitserregern in der Luft.

Ein ätherisches Öl, welches in sich die Kräfte von Thymian und Eukalyptus vereint, ist das Lemongrassöl. Als “Tee für alle Tage” ist Zitronen- oder Lemongrass (Cymbopogon flexuosus) ein willkommenes Getränk für warme und kalte Jahreszeiten. Das ätherische Öl hingegen ist vielen unbekannt. Der belebende Zitrusduft vertreibt depressive Winterverstimmungen und wirkt belebend. Die Hauptwirkstoffe Citral, Limonen, Geraniol machen das ätherische Lemongrassöl zu einem wertvollen Begleiter in der kalten Jahreszeit, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

Natascha von Ganski leitet die alcimia-Schule für Heilpflanzenkunde und Traditionelle Abendländische Medizin in Berlin. Zum Programm gehören offene Vorträge, Seminare und praxisorientierte Ausbildungen in Heilpflanzenkunde und Astrologie.
www.alcimia.de


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