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Ausgabe Dezember 2009
Offenheit ist der Schlüssel
Über die Arbeit des Weisheitslehrers Thomas Young
von Haidrun Schäfer


Thomas Young kommt im Januar für drei Tage nach Berlin. Anlässlich dieses Besuches sprach Haidrun Schäfer mit ihm über seine Arbeit.

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Haidrun Schäfer: Sie arbeiten seit 10 Jahren als Weisheitslehrer und scheinbar kommen immer neue Elemente dazu. Bei aller Vielfalt: Gibt es einen roten Faden?

Thomas Young: Grundsätzlich geht es bei dieser Arbeit darum, das Herzzentrum zu erwecken. Ob bei einem Wochenende oder einer 12-tägigen Herzeinweihung oder in einem Intensivworkshop ist es so, dass transzendente Kräfte auf das stoßen, was man die Persönlichkeitsgrenzen nennt – das Ego. Um diese Stellen zu durchbrechen, gibt es viele alte und neue Methoden. Ich habe eine Fülle von Werkzeugen zum Teil aus der Tradition der antiken Mysterienschulen bei zwei verschiedenen Lehrern gelernt. Neue Wege entwickeln sich aus der Arbeit heraus. Bei der 12-tägigen Herzeinweihung in Italien mit einer Gruppe von 30 Menschen ist der Kontakt so intensiv, dass sich oft etwas Neues kreiert, denn wir erproben neue Heiltechniken, bei denen Bewusstseinsräume durchschritten werden.


Ihre neueste Entwicklung nennen Sie „Divine Blueprint“. Steht das in Zusammenhang mit Ihren häufigen Aufenthalten auf Hawaii?

Zum Teil. Die Hawaiianer und andere eingeborene Kulturen haben die Idee, dass es im Überbewusstsein – gleichsam im Himmel – eine vollkommen identische Kopie unseres Selbst gibt, wie eine Art energetisches Doppel. Wir sprechen von dem „Divine Blueprint“, der göttlichen Blaupause. Wenn sich z.B. jemand eine schwere Verletzung am Knie zuzieht, dann würde sich der Kahuna auf Hawaii aus diesem Überbewusstsein das heile Knie aus dem Doppel besorgen und herunterladen. Die Kahunas haben die Idee, dass der physische Körper das letzte Glied eines Bewusstseinsprozesses darstellt. D.h. der Heiler muss die Verletzung im spirituellen Körper vollziehen, damit der physische Körper heilt. Die Blaupause ist ein Lichtkörper, der genauso aussieht wie du: Deine vollkommene göttliche Version in ihrer höchsten Leucht- und Strahlkraft. Andere Traditionen bezeichnen dies als der göttliche Geliebte oder die göttliche Geliebte. Es geht darum, mit dieser Energie zu verschmelzen.


Und dafür gibt es Rituale oder Zeremonien ...

Dieser Blueprint oder die Blaupause ist nicht nur für Heiler und Medizinmänner herunterladbar, sondern für jeden. Es hat mich ein Weg gefunden, der dieses Phänomen für jeden spürbar machen kann. Dafür habe ich eine Zeremonie entwickelt, die in Intensivseminaren vermittelt wird. Auf einer eigens dafür produzierten CD läßt sich das auch zu Hause nachvollziehen. Bei der Herz-Arbeit geht es darum, dass die Teilnehmer nicht einem Lehrer oder Mystiker etwas glauben müssen, sondern dass sie nachvollziehbar am eigenen Körper eine Erfahrung machen können, die sie tief berührt. Spiritualität ist Erfahrungswissen.


Nicht passiv, sondern aktiv.

Auf jeden Fall. Die große Herausforderung bei jedem Seminar ist, dass ein Lehrer, der eine mystische Erfahrung gemacht hat, vor einer Gruppe steht und einen Raum öffnen muss, indem die Personen das Gleiche erleben können. Mir geht es nicht um Wissensvermittlung,dafür kann man Bücher lesen, sondern darum, dass dieser Raum entsteht, in dem die Anwesenden ähnliche Erfahrungen machen können wie ich sie gemacht habe.


Neben Divine Blueprint haben Sie noch einen zweiten Schwerpunkt: die „Klärung der Ahnenreihe“, was Sie auch in Berlin als Intensivseminar anbieten. Was verbirgt sich dahinter?

Vor zwei Jahren habe ich diese Arbeit entwickelt, in der es darum geht, sieben Generationen Familiengeschichte in einer Zeremonie von dem zu lösen, was keinem mehr dient. Dieses Seminar ist sehr kraftvoll, denn wenn wir mit 100 Leuten in einem Raum ein morphisches Feld erzeugen, das den Sinn hat, Transformation, Liebe und Heilung zu generieren, dann entsteht eine unglaubliche Gruppenenergie. Gleichzeitig wird die Fähigkeit entwickelt, mit einer Intention, die aus dem Herzen kommt, das eigene Bewusstsein so ein-pünktig werden zu lassen, dass es diese Heilwirkung hat – und zwar so, dass es im Körper nachvollziehbar wird. Bei all den verschiedenen Methoden, die ich ausprobiere und entwickle, ist der Grundfokus immer der Gleiche: Es geht darum, das Herzzentrum zu erwecken und spürbar werden zu lassen. Dazu muss das, was hindert, aus dem Weg geräumt werden.


Die Grenzen des Egos werden durchbrochen?

Im Amerikanischen sagt man, EGO sei die Abkürzung für „Edging God Out“, also: das Göttliche außen vor zu lassen. Bei meiner Arbeit geht es darum, transparenter und durchlässiger zu werden. Wenn ich eine Kardinaltugend wählen könnte, wäre es Offenheit. Offen für das Durchströmen transzendenter oder spiritueller Energien. Offen für andere Menschen. Offen für sich selbst. Viele Menschen haben eine Art Vermeidungsstrategie entwickelt, um Schmerzen nicht spüren zu müssen. Gleichzeitig können sie keine tiefe Freude oder Ekstase mehr empfinden. Es geht nicht darum, etwas zu konsumieren, sondern um eine bewegende Erfahrung. Offenheit ist ein zentraler Schlüssel, um in das Herz zu finden.


Wie sind Sie zu dieser Arbeit gekommen?

Nachdem ich studiert und mich im Filmgeschäft mit einer Firma selbständig gemacht hatte, die gut lief und äußerlich alles auf ein erfülltes Leben hinwies, hatte ich das Gefühl, dass ich krank werde, wenn ich so weitermache. Ein Teil meiner Seele kam nicht zum Ausdruck und dieser Teil verlangte nach Soul Talk – nach einem tiefen, essentiellen Dialog mit anderen Seelen. Heute besteht meine Arbeit darin, Bewusstsein zu generieren – in unterschiedlichsten Formen wie Seminaren, Büchern oder CDs. Viele Bewusstseinsforscher beschäftigen sich mit der Schnittstelle, wo es darum geht, was passiert, wenn Geist und Materie sich treffen. Forscher wie Bruce Lipton und Gregg Braden betrachten diese Schnittstelle aus wissenschaftlicher Sicht, ich aus der Perspektive eines Mystikers: Mit unserem Bewusstsein in der Lage zu sein, unsere Körper direkt und positiv zu beeinflussen, so dass sie höher schwingen und freudvolle Tempel unserer Seelen sind.


Ich danke Ihnen für die Informationen und wünsche viele weitere bewegende Erfahrungen.

Buchtipp: Thomas Young: Willkommen im Herzen, Integral, München, 2006, 270 Seiten, 19,95 Euro

Hörtipp: Thomas Young: Heilung geschieht – das Wunder möglich machen, mystic medicine, www.thomasyoung.net


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