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Ausgabe Oktober 2009
KGS Traumkolumne von Klausbernd Vollmar - Die Kunst der Traumdeutung


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Da ist sie, meine erste Traumkolumne im KGS Berlin. Regelmäßig werde ich hier Informatives, Therapeutisches, Witziges und Lästerliches zu Ihren Träumen sagen und mich bemühen, dabei hilfreich zu sein.
Ja, es ist ein Abenteuer, Muster in Träumen zu erkennen. Sie treten oft kollektiv auf und zwingen zu Wiederholungen, die uns leider unglücklich machen.


So tritt in Frauenträumen des öfteren der „Ex“ auf, obwohl diese Frauen längst mit einem anderen liiert sind. Es stellt sich die Frage, warum sollte es mit dem anderen besser werden, solange wir uns nicht ändern? Ob Fritz oder Karl, das ist egal. Es führt zum Gleichen. Wir sollten solche Träume nutzen, unser Bild vom Märchenprinzen zu überdenken.


Träume zeigen, was wir leben. Da befindet sich beispielsweise eine Träumerin mit ihrem Freund im Hotelzimmer. Soll man nach Hause fahren oder dort bleiben? Die Träumerin hat das Gefühl, es sei über ihren Kopf entschieden worden. Kennt sie dieses Gefühl aus ihrem Alltagsleben? Der Freund sollte als männliche Seite gesehen werden. Die Träumerin verkörpert ihre weibliche Seite. Es wird klar, solche Träume treten speziell bei Frauen auf, wenn sie ihren intellektuellen Entscheidung nicht trauen. Das Gefühl hat stets recht, ist ein Vorurteil, das Unklarheit schafft. Ist das Gefühl unklar, bringt der Intellekt Klarheit. Deswegen wird der Aufenthalt im Traumhotel zum Genuss - der Animus hat gut entschieden.


In einem anderen Frauentraum tritt eine beängstigende Frau mit zwielichtigen Absichten auf. Auch hier geht es um die Unklarheit. Eins ist klar: unklar sind stets die anderen. Wie wäre es, die eigenen zwielichtigen Absichten zu betrachten, statt nach der Mama zu schreien, wie es am Ende des Traums geschieht? Wenn sich der Erwachsene als Kind verhält, wird er nicht nur zwielichtig, sondern auch zwiespältig.


Achten Sie auf kindliche Reaktionen in Ihren Träumen, die durch erwachsenes Handeln ersetzt werden wollen.


Dieses Erwachsene, das mit Bewusstheit zusammenhängt, zeigt sich vorbildlich in einem Traum, in dem die Träumerin (wo bleiben die männlichen Träumer?!) ihre Eltern „ausgreift der herbstlichen Stimmung entgegen gehen“ sieht. Sie grüßen sie freundlich „mit Nähe und Distanz zugleich“.
Zum Schluss die kosmische Perspektive: Eine Frau, in deren Email-Adresse bereits „luna“ gehuldigt wird, träumt von vier Vollmonden. Welch ein Gefühlsüberschwang! Wie die Himmelsmechanik hakelt, so hakelt es auch in der psychischen Dynamik. So viel Mond macht mondsüchtig.

Klausbernd Vollmar
ist Diplompsychologe und leitet die Firma TraumOnline.
Er möchte in den kommenden Ausgaben der KGS Berlin auf Ihre Träume eingehen, Träume, die ihm durch unsere Leser zugekommen sind - mal so wie in dieser Kolumne oder auch in detaillierterer Form - alles anonym, diskret und kostenlos. Wünschen Sie Hinweise zum Verständnis Ihrer Träume?

Schicken Sie diese an mail@kbvollmar.de

Stichwort: Traumkolumne


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