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Ausgabe Oktober 2009
Die heilende Kraft der Träume

Von Christian Fülling

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Träume sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Erlebens. Der Traumforschung zufolge durchlaufen wir 4-6 Traumphasen pro Nacht; mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 Jahren träumen wir insgesamt circa 43.800 Stunden. Die gängige Praxis zeigt, dass Träume das Medium des Entwicklungspotentials des Menschen sind. Es gibt verschiedene Arten von Träumen, welche sowohl eine psychologische als auch okkulte, spirituelle Komponente aufweisen, die sich wiederum einander ergänzen.
Die Traumarbeit ist seit eh und je Bestandteil der menschlichen Kultur. Erfinder, Wissenschaftler, Künstler und Top-Manager aus der ganzen Welt nutzen ihre nächtlichen Botschaften zur Lösung großer Herausforderungen. Ob bei Ureinwohnern oder modernen Kulturvölkern, sie dient dem seelischen Reifeprozess, der Ich-Werdung und der Heilung. In der heutigen modernen Welt eignet sie sich hervorragend zur Behandlung neurotischer Krankheiten. Ebenso wende ich die Traumarbeit in der Lebensberatung und dem Coaching an, da auch die Lebensumstände wie die körperlichen und seelischen Symptome eine subjektive Entsprechung aufweisen.


75% der Erwachsenen und 27% der Kinder zwischen drei und fünf Jahren können sich zumindest an Fragmente ihrer Träume erinnern. Wie aktiviere ich nun mein Traumerinnerungsvermögen? Der erste und zugleich wichtigste Schritt ist, ein lebhaftes Interesse zu entwickeln, welches das Gesetz der Resonanz aktiviert und somit das Erinnerungsvermögen schärft. Des Weiteren ist es sinnvoll, Träume aufzuschreiben, indem man sich einen Stift und bestenfalls ein Traumtagebuch neben dem Bett platziert, was dem Unbewussten meine Erinnerungsbereitschaft klar signalisiert. Darüber hinaus sollte man sich vor dem Einschlafen ähnliches sagen wie: „Ich danke für einen klaren und deutlichen Traum, an den ich mich sehr gut erinnern werde.“ Beim Erwachen nach einem Traum ist es wichtig, in der aufgewachten Liegeposition zu verharren, da ein Wechsel die Traumerinnerung verschwinden lässt. Vor dem Aufschreiben ist es ebenfalls hilfreich, den Traum kurz im Kopf zu wiederholen. Falls der Traum doch zu verschwinden droht, eignet sich das Instrument des Traumfesthaltens; dabei nehmen wir eine Sequenz, an die wir uns erinnern können und werfen ein mentales Lasso und ziehen so die Sequenz mit samt dem Traum zurück hinauf in unser Bewusstsein. Ebenfalls sollten Sie Ihr Gefühl beim Aufwachen beobachten, denn Achtsamkeit ist der direkte Weg zur Traumbotschaft. Je mehr wir uns mit unseren Träumen beschäftigen, umso bewusster träumen wir.


Die Bedeutung, die heilende Kraft eines Traumes ergibt sich dadurch, dass der Träumende den Traum wiedererlebt. Das ist die Essenz jeder seriösen Traumarbeit, die es dem Träumenden ermöglicht, die Gesetze seiner unterbewussten Welt kennenzulernen und bestenfalls zu verstehen, was wiederrum heilende Auswirkungen hat. In der Praxis haben sich über zwei Dutzend Methoden herauskristallisiert. Dabei ist die symbolische Deutung anfänglich zweitrangig – der Träumende sollte grundsätzlich im Vordergrund stehen - im weiteren Verlauf ist sie jedoch ein äußerst hilfreiches Instrument. In der professionellen Traumarbeit entsteht ein fruchtbarer Rapport zwischen dem wachbewussten Ich und der Seele des Träumenden auf der einen Seite und der Intuition und Erfahrung des Therapeuten auf der anderen Seite. Mit achtsamer Supervision wird der Träumende durch die offenbarende Aussagekraft seiner eigenen Seele geführt. Meine Praxiserfahrung bestätigt immer wieder, dass jeder Klient durch seine Traumarbeit einen wertvollen Reifeprozess in Gang setzt.

www.traumtherapie-berlin.de


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