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Ausgabe Juli 2009
Die Schwitzhütte

Eine indianische Tradition - vorgestellt von dem ausgebildeten Schwitzhüttenleiter Ingo Franke

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Ingo Franke - Die Schwitzhütten-Zeremonie - Ein Weg zur energetischen Reinigung

Wir betreten kriechend die Schwitzhütte mit Respekt und Demut und den Worten „Alle meine Verwandten oder Mitakuye Oyasin (Lakota)“. Das bedeutet, dass wir uns mit allen Wesenheiten, den Steinwesen, den Mineralwesen, den Pflanzenwesen und den Tierwesen unserer Mutter Erde verbinden.
Und wenn wir nach vier Runden vollständiger Reinigung die Schwitzhütte verlassen, haben sich die Schleier der Täuschungen gelöst.Wir sind furchtlos gegenüber der Angst und die Liebe in unseren Herzen kann sich entfalten.
Die Schöpfung hat uns Menschen eine Vielzahl von energetischen Reinigungen zur Verfügung gestellt, die uns in den verschiedensten Formen gezeigt werden.
Jeder einzelne dieser Wege kann uns einen heiligen, göttlichen Weg zeigen, wie wir uns energetisch reinigen, damit wir frei von allen belastenden Energien sind, um uns ganz der Schöpfung und all seinen Wesenheiten in Reinheit und Klarheit widmen zu können.
Durch den unmittelbaren und geistigen Kontakt unseres Körper und unserer Seele mit Mutter Erde und der gesamten Schöpfung eröffnet uns die Schwitzhütten-Zeremonie die Möglichkeit, direkt mit den heilenden Kräften der Natur in Austausch zu kommen.
Die traditionelle Inipi-Schwitzhütte besteht aus 12 oder 16 Weidenruten, die kuppelförmig verbunden werden und mit Wolldecken abgedeckt bis vollständige Dunkelheit herrscht. Das Gerüst wird mit dem Eingang nach Westen ausgerichtet, dort wo die Sonne untergeht und der Weg für Neues entstehen kann. In der Mitte des Kreises wird ein Loch von ca. 60 cm Durchmesser gegraben, in das später die glühenden Steine gelegt werden. Mit dem Erdaushub wird der Natur-Altar vor den Hütteneingang gebaut.
In gerader Linie zum Eingang in ca. 6 m Abstand wird die Feuerstelle errichtet, auf der die Steine erhitzt werden. Das Feuer repräsentiert die Sonne, die uns unaufhörlich Licht und Wärme spendet und den Kreislauf des Lebens erhält.
Der Schwitzhüttenleiter sitzt auf der rechten Seite des Eingangs. Alle Teilnehmer bilden einen Kreis innerhalb der Schwitzhütte, die Teil des großen Kreises der Erde ist.
Außerhalb der Hütte ist der Hüter des Feuers, der uns die heißen Steine mit einer Heugabel nacheinander hineinreicht. Nachdem eine bestimmte Anzahl von Steinen in der Grube liegt, schließen wir die Tür. Uns umhüllt absolute Dunkelheit, die Nacht, die Zeit der Geister. Jetzt musst du mit dem Auge des Herzens sehen, das uns eine andere Art der Wirklichkeit offenbart.
Die Schwärze im Inneren der Schwitzhütte macht uns bewusst, dass wir Menschen alle ein Volk sind, egal welcher Hautfarbe, denn unser aller Blut ist rot.
Die Gedanken der rechten Gehirnhälfte richten sich nun auf den spirituellen Kosmos der Dunkelheit. Die glühenden Steine, die wir Großväter nennen, die so alt sind wie die Erde selbst, lassen uns die Kraft des Inneren der Erde spüren und verbinden uns mit dem Feuer der Sonne. Wenn Wasser aufgegossen wird und der heiße Dampf aufsteigt, sind wir mit den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft verbunden. Dann singen wir die Gesänge des Lebens und der leise Donner der Trommel hilft uns das Geheimnis des Lebens zu verstehen.
Inipi ist ein Gebet für die Erde, für die Pflanzen, die uns die Kraft der Heilung schenken, für die Steine, die uns die Hitze geben, für das Wasser, das uns den Dampf der Reinigung schenkt. Für die Tiere, die Vierbeiner, die Zweibeiner, die mit Fell, die mit Schuppen und die Geflügelten. Wir beten für Verwandte und Freunde, die in Schwierigkeiten oder krank sind. Wir beten für die Schwachen, genauso wie für die Starken und für unser eigenes Wohlergehen.
Wenn wir nach vier Runden vollständiger Reinigung die Schwitzhütte verlassen, haben sich die Schleier der Täuschungen gelöst. Wir sind furchtlos gegenüber der Angst und die Liebe in unseren Herzen kann sich entfalten.

Ingo Franke ist ausgebildeter Schwitzhhüttenleiter und seit Jahren in schamanischer Ausbildung.


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