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Ausgabe April 2009
Die Heilkraft des Yoga

Die BenefitYoga-Therapeutin Carmen Mager über wegweisende Ansätze in der BenefitYoga-Therapie

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Yoga ist von seinem Ursprung her ein ganzheitlicher Ansatz, der die Selbstheilungskräfte des Menschen unterstützt und auf natürliche Weise Heilung mit einem Prozess innerer Bewusstwerdung verbindet. Schon im Bereich der Prävention zeigt Yoga seine positiven Wirkungen, oft bereits nach einigen wenigen Yoga-Stunden.

Die Übergänge von Yoga für allgemeine Gesundheit und Wohlbefinden hin zu seiner therapeutischen Anwendung sind fließend. Die BenefitYoga-Therapie folgt dem ganzheitlichen Ansatz im Yoga und erzielt somit Wirkungen auf allen Ebenen des Menschen - nicht zuletzt wirkt sie positiv auf Seele und Gemüt.

Das Interesse an Yoga-Therapie und Yoga-Forschung ist zur Zeit groß, denn mittlerweile belegen auch im Westen wissenschaftliche Studien den weit reichenden Nutzen von Yoga, insbesondere bei stressbedingten Krankheiten, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne, rheumatischen Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und emotionalen Dysbalancen. Zunehmend wird die Teilnahme an Yogakursen und BenfitYoga-Kuren auch von Ärzten empfohlen.
BenefitYoga regt dazu an, Sichtweisen zu erweitern und neue Wege zu gehen.

Der am Europäischen College für Yoga und Therapie ECYT entwickelte und gelehrte BenefitYoga beruht auf 40 Jahren Erfahrung in den Bereichen Yoga und Naturheilkunde. In der Arbeit mit KlientInnen und PatientInnen im Rahmen der Weg der Mitte-Gesundheitszentren stellt er eine Synthese dar, die eine authentische Yogapraxis fördert, starke präventive Unterstützung bietet und Heilungsprozess sowie Nachsorge unterstützt.

Zentrale Punkte im BenefitYoga sind Achtsamkeit, Konzentration und Self-Empowerment – Hilfe zur Selbsthilfe. Die TeilnehmerInnen lernen durch Yoga, die Achtsamkeit für den eigenen Körper zu erhöhen, Gefühle und Gedanken wahrzunehmen und unterscheiden zu können. So können Belastungsmuster und unnötiger Stress im Alltag erkannt und abgebaut werden. Die Asanas, die Körperhaltungen, bilden hierbei eine wichtige Grundlage und werden in einem schrittweisen Aufbau für alle Alters- und Übungsstufen vermittelt. Besonderer Wert wird dabei auf den freien Fluss des natürlichen Atems gelegt. Weitere Elemente wie gezielte Entspannung, Meditation, anatomische und yogaphilosophische Aspekte fließen in den Unterricht mit ein und vermitteln einen Eindruck von dem vielschichtigen Ansatz des BenefitYoga. Darüber hinaus werden individuelle Bedürfnisse im Unterricht berücksichtigt, u.a. durch alternative Vorschläge und gezielte Hilfestellung, und die KursteilnehmerInnen erfahren die gesundheitsfördernde Wirkung entsprechend den individuellen körperlichen Möglichkeiten und Zielen.


Aus der Praxis der Yoga-Therapie

Gisela Müller, 29 Jahre alt, ledig und alleinlebend, Kauffrau (Name geändert), nahm an einem Yogakurs teil und wollte Einzelstunden haben, um ihre Asana-Praxis zu intensivieren. In diesem Fall schien eine klare Zielsetzung vorzuliegen. Im weiteren Verlauf ergaben sich Gespräche, in denen Leistungsdruck als Lebensproblematik auftauchte. Dieses Leistungsbewusstsein schränkte sie in allen Bereichen ihres Lebens ein, bereitete ihr enormen Stress, der an der Oberfläche nicht sichtbar wurde. Sie hatte sich gut im Griff, aber sie litt unter massiven Verdauungsproblemen.
Nachdem durch ihren Arzt abgeklärt war, dass für die Verdauungsproblematik kein Befund vorlag, lag es nahe, einen Zusammenhang zwischen dem Leistungsdruck und den körperlichen Symptomen anzunehmen.
Gisela entschied sich dafür, aus den Einzelstunden BenefitYoga-Therapiestunden zu machen, mit dem Ziel, auf der Grundlage der Körpersymptomatik an ihren Lebensthemen zu arbeiten und eventuell auch Änderungen in ihrem Leben vorzunehmen. Da Veränderung mit der Fähigkeit zur bewussten Eigenwahrnehmung beginnt, betraf der erste Schritt die Beobachtungsschulung und das Asana-Programm. Durch sanfte Karanas (Bewegungsabfolgen) in der Verbindung zur Atmung und tiefere Möglichkeiten der Entspannung wurde das tägliche Übungsprogramm zu einem „Gesundheitsbaustein“ – einer Hilfe zur Selbsthilfe für die Klientin.

Die zweite Änderung betraf die Ernährung und das genauere Beobachten, was den Körper stärkte und was die Lebensenergie schwächte. Daraus entstand ein ganz neuer Ernährungsansatz, basierend auf ihren eigenen Erfahrungen. Die eigenen Erfahrungen sind sehr wichtig, um den Erfolg einer Behandlung langfristig zu gewährleisten. Es wird kein Konzept vorgegeben, wie die „richtige“ Ernährung aussehen soll. Ihr neuer Ernährungsplan wurde noch durch eine ayurvedische Dosha-Diagnose bestätigt, die klar die Notwendigkeit zeigte, das Verdauungsfeuer auszubalancieren, um Nährstoffe besser aufnehmen und Giftstoffe schneller ausscheiden zu können. Damit Hand in Hand ging die Überprüfung des Lebensrhythmus: Sind im Tagesablauf Pausen, ist genug Zeit für entspanntes Essen, wie viel Zeit am Tag ist mit Tätigkeiten, die Anspannung hervorrufen, ausgefüllt - und warum rufen überhaupt bestimmte Tätigkeiten Anspannung hervor? Wie viel Zeit wird erlaubt für Regeneration – wie sieht die Regeneration aus? Dies sind einige Fragestellungen, die sich im Laufe der BenefitYoga-Therapie ergaben.

Immer wiederkehrendes Element in den Yoga-Stunden waren Gespräche, die eine Grundlage für die Klientin bildeten, um besser verstehen zu können, in welchem Prozess sie sich befand, und um verschiedene yogische Ansätze zu ihrer eigenen Reflektion an die Hand zu bekommen. Zu Anfang eines Prozesses haben wir bestimmte Ich-Bilder – Ideen, wer wir sind. Die Veränderungen, die ein Prozess mit sich bringt, erfordern dann von uns, dass wir auch lernen, diese neuen veränderten Ich-Bilder zu integrieren. Jede Haltung, die wir einnehmen, und jedes äußerliche und innerliche Bild, das wir von uns und unserer Umgebung haben, ist mit bestimmten Gefühlen verknüpft und so mit einem bestimmten dazugehörigen Atmungsverlauf.

Die Klientin hatte über einen Zeitraum von mehreren Monaten Yoga-Therapiestunden. Sie beobachtete, dass zu Anfang, wenn sie wieder in ihr altes Muster fiel und das Leistungsbewusstsein die Oberhand gewann, ihr Körper sofort mit den bekannten Symptomen reagierte. Es wurde deutlich, dass ein Zusammenhang besteht in der Art, wie ein Mensch sich bewegt, zu dem, was ihn bewegt. In Zeiten, in denen sie konsequent die Heilkost, die Entspannungsübungen und die Asanas in Verbindung mit dem bewusster werdenden Atemrhythmus anwandte, gingen ihre Verdauungsprobleme zurück und der innere Leistungsdruck löste sich allmählich. Frau Müller lernte zu unterscheiden, was wichtig und was unwichtig für sie war. Sie lernte auch, ihre Leistungsfähigkeit genau einzuschätzen. Und sie lernte, ihren Körper als Freund zu betrachten, der Hilfssignale gab, wenn er überfordert war oder wenn seine Bedürfnisse nicht erkannt oder respektiert wurden.



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