aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe März 2009
Fünf Elemente Ernährung

Ernährungstipps aus der Traditionellen Chinesischen Medizin von Birga Dexel und Dirk Brandt

art290326
Jeder Organismus ist einzigartig und schon die alten Griechen wussten, was dem einem nutzt, schadet dem anderen. Obwohl die genetische Forschung dies bestätigt hat, wird das grundlegende Prinzip in allen westlichen Ernährungslehren außer Acht gelassen und jedem, ob Frau oder Mann, alt oder jung, eine nur marginal unterschiedliche Zusammensetzung an Nahrungsmitteln empfohlen. Die Ratschläge wechseln dabei wie Modetrends: galt vor ein paar Jahren noch Fett als schädlich, sind es heute die Kohlenhydrate, die verteufelt werden. Die Folge ist ein verunsicherter Verbraucher, der im Dschungel der vielen sich teilweise widersprechenden Ratschläge auf der Strecke bleibt. Die 5 Elemente Ernährung hingegen basiert auf den seit Jahrtausenden erfolgreich angewendeten Lehren der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) und ist neben der Akupunktur und Kräuterheilkunde der wichtigste Bestandteil dieses Medizinalsystems. Ernährung ist im Rahmen der TCM mehr als nur ein Mittel zum Sattwerden; Essen ist Medizin und mit der für uns passenden Ernährung können wir mehrmals täglich dafür sorgen, dass uns unsere Gesundheit und unserer körperliches Wohlbefinden bis ins hohe Alter erhalten bleibt. Viele gesundheitliche Probleme, die heute weit verbreitet sind, können durch eine Ernährungsumstellung günstig beeinflusst werden. Dazu gehören u.a. Kopfschmerzen, Haut-, Verdauungs- und Gewichtsprobleme, Allergien, Schlafstörungen, Müdigkeit, Gereiztheit, PMS, Kälteempfindlichkeit und Süßgelüste.

Im Rahmen der 5 Elemente Ernährung wird in unseren Breitengraden nicht chinesisch gekocht, sondern das System der chinesischen Diätetik auf westliche Ernährung übertragen. Auch müssen keine exotischen und kostspieligen Lebensmittel erworben werden. Die Fünf Elemente Ernährung ist schmackhaft, ausgewogen, gut bekömmlich, sättigend und nährend. Sie ist einfach zuzubereiten und versorgt den Körper mit allem, was er braucht. Gekocht wird mit frischen, saisonalen und qualitativ hochwertigen Zutaten, die auf jedem Wochenmarkt erhältlich sind. Es gibt wenig Lebensmittel, die per se schlecht sind wie z.B. weißer Zucker und selten oder nie gegessen werden sollten. Jedoch sind bestimmte Lebensmittel für einige Menschen besser geeignet als für andere. Welche Nahrungsmittelzusammensetzung und in welcher Zubereitungsform sie für den einzelnen sinnvoll ist, kann erst nach einem ausführlichen Befund festgestellt werden. Dazu werden Puls und Zunge untersucht sowie der Klient einer ausführlichen Befragung unterzogen.

Gesundheit im chinesischen Sinne bedeutet das Gleichgewicht der gegensätzlichen Kräfte von Yin und Yang. Yin repräsentiert den materiellen Aspekt des Körpers, unsere Körpersubstanz. Yang steht für die immaterielle Lebensenergie Qi, die unseren Körper entlang der Leitbahnen (Meridiane) durchfließt. Das Zusammenspiel von Yin und Yang ermöglicht Leben. Sind Yin und Yang aus dem Takt geraten, entstehen Unwohlsein und schließlich Krankheit. Mit der 5 Elemente Ernährung können energetische Schwächen und Ungleichgewichte in den einzelnen Meridiansystemen optimal ausgeglichen werden und so die Gesundheit gestärkt, erhalten oder wiederhergestellt werden.

Neben den zwei sich ergänzenden Polen von Yin und Yang spielen die 5 Elemente eine wichtige Rolle beim Erhalt unserer Gesundheit. Alles in der Natur und im Menschen wird einem der 5 Elemente zugeordnet: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Die Jahreszeiten, unsere Organe, die Energieleitbahnen des Körpers (Meridiane), unsere Emotionen sowie Nahrungsmittel und deren Geschmäcker gehören zu einem Element.

Lebensmittel aus dem jeweiligen Element haben eine besondere Wirkung auf den zugehörigen Organfunktionskreislauf. Damit alle Organe optimal versorgt werden, sollte unsere Ernährung Nahrungsmittel aus allen Elementen enthalten. Liegen im Körper jedoch spezifische Ungleichgewichte vor , dann ist es sinnvoll diese durch eine entsprechend angepasste Ernährung auszugleichen.

Die Ernährung nach den 5 Elementen ist eine der ganz wenigen Ernährungssysteme, die die thermische, sprich energetische Wirkweise von Nahrungsmittel nutzt. Jedes Nahrungsmittels hat ein bestimmtes Temperaturverhalten in unserem Körper. Dabei ist es egal, ob wir das Nahrungsmittel kalt oder erwärmt zu uns nehmen. Chilli und scharfe Gewürze wärmen, während auch ein warmer Pfefferminztee immer noch kühlt.
Heiße und warme Lebensmittel stärken unser Yang, erfrischende und kalte Lebensmittel unser Yin und neutrale beides.

Das erste Element Holz regiert den Leber-Gallenblasen-Funktionskreislauf. Es repräsentiert den Frühling. Dies ist die optimale Zeit im Körper aufzuräumen, zu entschlacken und den Ballast des Winters abzustreifen. Das Holz Element hat eine starke nach außen gerichtete Energie, die hilft die in den kalten Monaten angesammelten Pfunde loszuwerden, zu entschlacken und voller Tatendrang sich selbst und Dinge im Äußeren in Bewegung zu setzen. Der saure Geschmack gehört zum Holz. Auch im Westen weiß man, dass "sauer wieder lustig macht", wenn einem eine "Laus über die Leber gelaufen ist". Chinesisch gesprochen bedeutet dies, dass Holz-Nahrungsmittel wie Essig, Orangen, Sprossen, Tomaten, aber auch Weizen und Huhn helfen können den Lebermeridian zu regulieren, wenn er durch Ärger oder Stress gespannt und blockiert ist. (Vortrag zum Thema Holz am 18.3.2009 um 19 Uhr)

Auf Holz folgt im Frühsommer das Feuer, das den Herz-Dünndarmkreislauf regiert. Bei starker äußerer Hitze schützt uns der bittere Geschmack vor übermäßigem Yin-Verlust. Feuer-Nahrungsmittel sind z.B.: Rosmarin, Rote Beete, Rucola, Kurkuma, Roggen und Schafskäse.

In der TCM gibt es eine fünfte Jahreszeit, den Spätsommer, der zur Erde gehört. Erde ist das Element des Funktionskreislaufs Milz und Magen. Die Erde nimmt aus Sicht der Ernährung eine Sonderstellung ein. Sie repräsentiert unsere Mitte, um die alle anderen Elemente kreisen. Der süße Geschmack ist der Erde zugeordnet. Neutrale Nahrungsmittel aus dem Erdelement sollten den Hauptbestandteil unserer Ernährung bilden und durch Nahrungsmittel der anderen Elemente je nach individuellem Befund ergänzt werden. Unsere Mitte wird in der heutigen Zeit, wo viele Menschen sich nicht einmal mehr Zeit für eine warme Mahlzeit am Tag nehmen geschwächt durch denaturierte, sprich Qi-lose Lebensmittel, sowie durch thermisch zu kalte Nahrungsmittel. Eiskalte Getränke, übermäßige Rohkost und weißer Zucker kühlen unser Verdauungsfeuer und erschweren es dem Körper, die Nahrung bestmöglich auszuwerten. Der Körper reagiert mit der Ansammlung von Schlacken und Süßgelüsten. Unser Organismus braucht nicht den klebrig und übersüßen Geschmack von Zucker, sondern die natürliche Süße von vielen kohlenhydrat-, eiweiß- und fetthaltigen Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Mais, Butter, Ei, Rindfleisch, Haselnüssen, aber auch Karotten und Aprikosen.

Auf Erde folgt Metall, das den Herbst regiert. Im Herbst heißt es Abschiednehmen vom Überfluß des Spätsommers. Abschied heißt immer auch Loslassen und Trauer. Metall regiert die Lungen- und Dickdarmmeridiane mit einer Verbindung zur Nase. Wenn wir die Nase voll haben, oder uns ständig die Nase läuft, dann ist es Zeit unser Metall Element zu stärken. Der scharfe Geschmack ist dem Metall zugeordnet. Nahrungsmittel, die zum Element Metall zählen sind u.a.: Chilli, Knoblauch, Rettich, Zwiebel, Reis, aber auch Hafer und Gans. Das letzte Element ist das Wasser (Winter). Die Natur hat sich nach innen zurückgezogen und sammelt ihre Kräfte für den nächsten Frühling. Winter ist die Zeit der Regeneration und Ruhe. Gönnt man sich in den kalten Tagen nicht ausreichend Erholung, fehlt im Frühjahr die Kraft. Die Folge ist die bekannte Frühjahrsmüdigkeit. Wasser steht auch für Dunkelheit und Angst. Körperlich repräsentiert das Element Wasser den Funktionskreislauf Niere und Blase mit einer Verbindung zu den Ohren. Der im Westen bekannte Satz, dass man sich "vor Angst in die Hosen macht" verdeutlicht diesen Zusammenhang. Aber auch emotionale Probleme gehen an die Nieren. In schweren Zeiten unterstützen Nahrungsmittel aus dem Wasserelement mit einem salzigen Geschmack wie z.B.: Salz, Fisch, Mineralwasser, aber auch Hülsenfrüchte und Oliven.

Die 5 Elemente Ernährung hilft uns auch in der Großstadt im natürlichen Rhythmus des Jahres zu leben und den Körper in jeder Jahreszeit optimal zu unterstützen. Die große Stärke der 5 Elemente Ernährung liegt in ihren maßgeschneiderten Empfehlungen, angepasst an die Konstitution, der gesundheitlichen Verfassung und den Bedürfnissen des Ratsuchenden.

Birga Dexel wurde von Barbara Temelie ausgebildet und bietet in ihrer Praxis
Einzel-, Paar- und Familienberatung sowie Ernährungscoaching an.

Birga Dexel, Praxis für Ernährungsberatung. Tel.: 85967161 und Fax: 60507809, mail: 5Elementepraxis@web.de www.ernaehrungfuenfelemente.de


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.