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Ausgabe März 2008
Fleisch, Fisch, Milch und Co.

Auch wenn er von Medizinern kaum berücksichtigt wird, es gibt ihn doch: den Zusammenhang zwischen Ernährung und Zivilisationskrankheiten.

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„Kind, iss ein Stück Fleisch, damit du groß und stark wirst. Und dazu ein Glas gesunde Milch, damit du kräftige Knochen und starke Zähne kriegst. Als Nachtisch darfst du dann einen Fruchtzwerg.“ Milch und Fleisch sind wichtige Nährstofflieferanten – diese Überzeugung sitzt tief: Wir haben sie mit der Muttermilch eingesogen und täglich predigt uns die Werbung dasselbe. Doch wie gesund sind Fleisch und Milch in Wirklichkeit?

Mythos Eiweiß
85% der Todesfälle in EG-Ländern sind auf Zivilisationskrankheiten zurückzuführen. Zivilisationskrankheiten werden in Krankenhäusern mit Medikamenten symptomatisch ruhiggestellt, aber kaum ein Mediziner kümmert sich um die Behebung der Ursachen – sonst sähe die Verköstigung in besagten Häusern anders aus. Der Mensch aber braucht neben Licht und Luft auch lebendige Nahrung, um auf dieser Erde gesund und glücklich zu leben.
Die normale Nahrungszusammensetzung in „zivilisierten Ländern“ ist unter dem Aspekt der „lebendigen Nahrung“ ein Desaster. Fleisch und Milchprodukte machen den Hauptteil der Nahrungsaufnahme aus. Aber wieviel Eiweiß braucht der Mensch? Muttermilch enthält 2% Eiweiß in einem Stadium, wo das menschliche Wesen ein niemals wiederholbaren Wachstumsschub erlebt. Demnach sollte unser Bedarf an Eiweiß als ausgewachsener Mensch nicht wesentlich höher liegen. Der alltägliche Konsum von Fleisch- und Milchprodukten führt zu einem permanenten Eiweißüberschuss im Körper. Dieser Überschuss kann nur in begrenztem Maße über die Nieren ausgeschieden werden und führt dann über Stoffwechelprozesse zu Ablagerungen in den Arterien. Dies wiederum führt einerseits zu Bluthochdruck, weil das Herz mehr Druck braucht, um das Blut durch die engeren Öffnungen zu pumpen und andererseits zu Sauerstoffunterversorgung im gesamten Organismus, weil die Blutgefäße verstopft sind. Es gibt Studien, die belegen, dass das Herzinfarktrisiko proportional mit dem Verzehr von Fleisch steigt.

Mythos Fleisch
Totes Fleisch ist tot und in ihm finden nur noch Fäulnis- und Abbauprozesse statt. Diese Fäulnisbakterien breiten sich im menschlichen Darm aus und produzieren mit ihrem eigenen Stoffwechsel giftige und krebserregende Substanzen. Es besteht ein Zusammenhang zwischen den Ablagerungen durch zuviel Fleisch und der dadurch entstehenden Sauerstoffversorgung und der Tumorbildung von Krebs. Jedes Land mit einem hohen Durchschnittsfleischkonsum hat eine hohe Krebsrate. Auch alle rheumatischen Erkrankungen werden durch die Speicherung von überschüssigen Eiweißen gefördert. Große Mengen von Harnsäure im Fleisch lagern sich im Bindegewebe und in den Gelenken ab, was wiederum zu Gicht führen kann.

Mythos Milch
Dass Milch ein Kalziumlieferant ist, ist ebenfalls ein Mythos. Zum einen ist es absurd, dass der Mensch als einziges Wesen auf dieser Erde die Milch eines anderen Tieres angeblich für seine Versorgung braucht. Zum anderen erweist sich dieser Trugschluss als belastend: Kuhmilch enthält neben Kalzium auch Kasein, wofür der menschliche Magen kein Verstoffwechselungsenzym vorgesehen hat, und Phosphate, die in Verbindung mit der Magensäure zu chemischen Reaktionen führen, die das Kalzium binden und unresorbierbar machen. Außerdem werden durch die Alkalisierung des Verdauungsmillieus 2/3 des Kalziums zurückbehalten. Die schwefelhaltigen Aminosäuren führen zu Übersäuerung des Blutes, weswegen basisches Kalziumphosphat aus den Knochen gelöst wird, um die Säurebildung zu neutralisieren. Milch ist also kein Kalziumlieferant, sondern entzieht den Knochen Kalzium. Das erklärt die vielen Osteoporosefälle in kuhmilchkonsumierenden Gesellschaften.

Ethische Gebote
Betrachten wir die Ernährung aus einem religiösen Blickwinkel, so gab es in allen Weltreligionen ursprünglich das Gebot der vegetarischen Ernährung. Die Bibel ist aber kein einheitliches Werk, was in der Form von Himmel gefallen ist. Allein in deutscher Sprache existieren über 70 verschiedene Ausgaben, die zum Teil in wichtigen Passagen erheblich voneinander abweichen. So ist die Übersetzung von Martin Luther von „TO-PAS-CHA“ mit Osterlamm sicher dadurch beeinflusst, dass zu Luthers Zeiten am Gründonnerstag Lamm gegessen wurde. Das Abendmahl Jesu hatte sich aber im Hause eines Esseners vollzogen, die strikte Vegetarier waren. Man kann also davon ausgehen, dass das biblische Abendmahl fleischlos war. Eine weitere Fehlübersetzung bezieht sich auf die Essgewohnheiten von Johannes dem Täufer. Laut Bibel hat er Heuschrecken und Honig gegessen. Das lateinische Wort „Lokusta“ bezeichnet aber auch die Früchte des Heuschreckenbaumes – noch heute als Johannisbrot bekannt. Man kann davon ausgehen, dass Jesus die Tiere als Mitgeschöpfe betrachtete, die der Mensch liebevoll behandeln sollte und dass das Schlachten und Fleischessen ein Verstoß gegen die hohen ethischen Gebote des echten Christentums ist.

Ökologische Gesichtspunkte
Unter ökologischen Gesichtspunkten gibt es zahlreiche Folgeschäden der tierischen Nahrungsmittelproduktion: Tropische Regenwälder werden für Weideflächen abgeholzt und auch hierzulande weichen Wälder Weideflächen. Darüber hinaus entsteht ein hoher Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden und die anfallenden Tonnen von Exkrementen führen zu Verschmutzung der Gewässer.
Besinnen wir uns also auf die Nahrungsmittel, die uns nähren. Das Angebot ist reichlich – wir müssen nur wieder lernen, es zu nutzen. Da kann ein Gang zu einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater sehr anregend sein.



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