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Ausgabe Juni 2003
Der Prana-Prozess

Karina Loof hat den Prana-Prozess durchlebt. Sie beschreibt, was für Erfahrungen sie während dieses Prozesses gemacht hat.

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Prana ...ist ein hinduistischer Sanskritbegriff und beinhaltet die Lebensenergie, die alles bewegt. Sie ist immer vollkommen (vorhanden). Es ist die Energie, die jedem Wesen, jedem Körper immanent ist. Während des sogenannten Prana-Prozesses realisierte ich diese Energie als Liebe, die mich erhält, “ernährt”, innerhalb meines Körpers. Prana entpuppte sich als die “Ich-Bin-Präsenz”. Die “Nahrung”, “Mein tägliches Brot gib mir heute”, ist das Licht der Erkenntnis, bewusstes Hiersein.

Prana-Prozess
Ich habe 21 Tage nichts gegessen und in den ersten 7 Tagen auch nichts getrunken. Mit der Hingabe der Körper-Ich-Kraft geschieht die Hingabe des Eigenwillens. Es ist ein bewusster Sterbeprozess. Ich vertraue einer bereits existierenden Kraft außerhalb meiner selbst (“Prana”) und erkenne, dass mich genau dieses Vertrauen “ernährt”. Ich erkenne, dass ich nicht sterbe. Nichtessen und Nichttrinken ist die körperliche Realisierung der Umkehrung der bisher nicht geprüften Konzepte: “Ich muss etwas tun. Ich muss für mich sorgen. Ich muss essen und trinken, um diesen Körper am Leben zu erhalten”. Nichtessen und Nichttrinken wirkt als Katalysator beim Erkennen, was wirklich ist. Die beschleunigte Umkehrung von Konzepten erfahre ich im Körper als Hitze. Nichtwahrheiten verbrennen und es geschieht eine Öffnung der Sinne. Das ist manchmal hörbar als Knackgeräusche und ich sehe Energielinien. Hier geschieht Hören und Sehen im Sinne von Verstehen mit dem Herzen. Den Geschmack der Liebe schmecke ich in der Süße des Wassers beim Mundspülen und am 7. Tag in der Süße des wiederkommenden Speichels. Süße Wallungen durchströmen meinen Körper. Das Riechen entpuppt sich als das Erspüren von richtigem Handeln. Es geschieht kein unbewusstes Reagieren mehr aufgrund von dem, was ich glaube und denke. Sprechen und Handeln geschieht aufgrund von innerer Klarheit und Selbstliebe. Die Berührung ist ein inneres Berührtsein von dem, was gerade jetzt ist. Hier geschieht die Erfahrung des In-Kontakt-Seins. Ich werde mir einer inneren Zärtlichkeit gewahr, die sich wie eine Dauerumarmung mit einem Liebhaber anfühlt, der mich hält und führt, auf den ich mich immer verlassen kann, weil er immer hier ist. Hier ist die Erfahrung, dass die Liebe innerhalb meines Körpers dieselbe Liebe ist, wie in einem Grashalm. Es ist dieselbe Liebe in jedem menschlichen und materiellen Körper, den ich berühre. Die ursprüngliche Schwäche und das Zittern erfahre ich als die Freudenschwingung der Liebe.

Glaubenssätze
Als ich diesen Prana-Prozess beginne, bin ich 3 ½ Jahre mit einer inneren Führung vertraut durch “The Work of Byron Katie”. Durch die Untersuchung meiner schmerzhaften Glaubenssätze, meiner inneren Gegenspieler oder karmischen Verstrickungen geschieht die Erfahrung, dass sich alles realisiert, was ich glaube, dass ich, was ich erfahre, selbst schaffe. Manchmal ist mir das lediglich nicht bewusst. Ich habe es/mich vergessen. Innerhalb der Kenntnis darüber, was Glaubenssätze sind, in welch enormen Ausmaß sie mein Leben beherrschen und wie einfach es ist, sie aufzulösen, geschieht bereits die Umkehr zu dem, was wirklich ist. Die bewusste Hingabe meines Körper-Ichs beruht auf dieser Klarheit und geschieht somit aus Liebe zu mir selbst. Diese göttliche innere Führung führt mich zu und in einer fried- und lichtvollen Weise mit Leichtigkeit durch den Hingabeprozess. Hier geschieht die freudvolle Erfahrung von: Ich bin der Schöpfer von allem (die Gotteserfahrung). Mein Wille ist Gottes Wille. Das war schon immer so und es wird immer so sein. Es ist die Präsenz (Gottes, meiner selbst), in der es keinen Hunger gibt. Das ist, was ich zu “essen”, zu erkennen habe. Hunger ist das, was ich jetzt, unbewusst glaube. Hier ist der Punkt, wo die Liebe blockiert und zum Konzept Bedürftigkeit wird. Hunger ist der Hunger nach Erkenntnis. Hunger weist als Symbol auf den Mechanismus der Selbsterhaltung der Denk-Körper-Fixierung hin. Mir wird klar, wir haben Verdauungsorgane, weil wir die Freiheit haben, zu essen oder nicht zu essen. Wir haben die Freiheit, uns darauf zu beschränken oder frei und wahrhaftig, aufrichtig zu sein. Innerhalb unserer menschlichen Existenz haben wir die Möglichkeit, das zu erkennen, was auf der Evolutionsstufe des Tieres nicht möglich ist: Der Körper hat keine eigenen Bedürfnisse. Selbsterkenntnis ist das Ende von Hunger in der Welt und das Ende von Krieg.
Die geistig vollzogene Umkehrung bewirkte die Umkehrung/Begradigung meiner körperlichen Krankheiten. Das “Kreuz des Leidens” wurde mir genommen. Spontan lösten sich alle schmerzhaften Blockierungen in meiner Wirbelsäule. Migränekopfschmerzen sind verschwunden. Die Schilddrüse ist geheilt. Mein Blutdruck hat sich normalisiert. Die innere depressive Schwere ist von der Leichtigkeit des Hierseins abgelöst.
Nun, nachdem in mir dieses freudvolle Leben geboren wurde, esse ich manchmal und manchmal nicht. Ich tue dies aus Freude am Leben, wie alles andere auch. Es gibt keinen Gewinn an Freude oder Sättigung, keinen Vorteil, weder durch Essen noch durch Nichtessen. Erfüllung, Freude ist schon hier und fließt in vielfältiger Weise als Nichttun ins Lebendig-Sein hinein.


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