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Ausgabe Juni 2010
Unsere Berufsverbände
ein Beitrag über die Funktion der Verbände von Andreas Krüger


Gemeinsam schaffen, was keiner alleine erschaffen kann
Warum ist es wichtig, sich zu binden und sich zu verbinden? Andreas Krüger über die Funktion der Verbände und über seine Vision, was sie leisten könnten.

Verbände sind überlebenswichtig

Als erstes ist es wichtig zu erwähnen, dass die Heilpraktiker so, wie es sie jetzt gibt, ohne ihre Verbände gar nicht existieren würden. Gerade die Alternativmediziner und medizinischen Rebellen erfahren so viel Druck von Seiten der Politik, der Pharmaindustrie und von einer Gesellschaft, die eigentlich keinen freien und mündigen Bürger will, sondern die Patienten in ihrer medizinischen Struktur entmündigt, dass es einfach notwendig ist, dass sich Menschen darum kümmern, dass die Rechte dieses Berufsstandes gewahrt werden. Dazu braucht es Menschen, die die professionelle Fähigkeit haben, sich auf einem politischen und juristischen Parkett bewegen zu können. Darum sind Verbände überlebenswichtig. Sie haben es geschafft, den Beruf des Heilpraktikers, der von allen möglichen Seiten bekämpft wurde und wird, am Leben zu erhalten und stark werden zu lassen, so dass sehr viele Menschen heute Alternativen nutzen und sich nicht einer entmündigenden Medizin aussetzen. Das ist der große Verdienst der Verbände und ihrer Funktionäre.
Wir schimpfen leicht auf Funktionäre, aber Heilpraktiker-Funktionäre arbeiten sehr viel für sehr wenig Geld. Sie arbeiten größtenteils ehrenamtlich, opfern ihre Praxen und beschäftigen sich mit Gesetzestexten, die ich freiwillig nicht lesen möchte. Dank dieser Funktionäre kann ich in meiner Praxis all die verrückten, chaotischen und alchemistischen Dinge tun, die ich gerne tue. Sie sind es, die mir auf politische und juristischer Ebene den Rücken freihalten und verhindert haben, dass die Kräfte - die Reich als emotionelle Pestilenz (pestartig, verpestet. Entsteht durch orgastische Impotenz... erzeugt Faschismus und sex. Gewalt) bezeichnet hat - bis heute erfolglos waren, obwohl sie immer wieder versuchen, das aufkeimende Lebendige zu unterdrücken und zu vernichten. Darum möchte ich an dieser Stelle allen Funktionären von Herzen für ihren Dienst danken!


Die Offensive

Verteidigung ist die eine Seite. Was ich mir von den Verbänden außerdem wünsche ist, mit mehr Mut und mehr Selbstbewusstsein und mehr Wissen um ihre Wurzeln - die druidisch, alchemistisch, hexisch und magisch sind - in die Öffentlichkeit zu treten. Die letzten 40 Jahre haben unsere Funktionäre uns verteidigt - das ist super. Aber ich glaube, diese Welt braucht mehr als Verteidigung. Für mich muss das neue Heilen, die alternative Medizin und das demokratische Heilen in eine Offensive treten. Ich bin ganz sicher kein 2012-Verschwörungs-Theoretiker, aber ich glaube auch, dass unser Planet an einem Scheidepunkt steht. Noch mehr platzende Ölplattformen können wir uns irgendwann nicht mehr leisten. Auch nicht, dass die Fische keine Nachkommen mehr zeugen, weil sie durch zu viele Antibabypillen zum Zwitter werden. Wenn bis jetzt Verbände Besitzstandswahrung betrieben haben, müssen in Zukunft diese Verbände offensiv werden. Wir müssen kämpferisch werden und uns nicht als Mini-Ärzten abspeisen lassen. Wir sind auch keine neue spirituelle Alternativmedizin - ganz im Gegenteil: Uns gibt es seit den Neandertalern. Wir sind die Alten und die Schulmediziner sind die Neuen. Sie können etwas von uns lernen. Warum hat Frau Merkel keinen alchemistischen oder astrologischen Berater, so wie die Könige in alten matriarchalischen Zeiten?


Neue Heiler braucht das Land!

Ich nutze den Aufruf von Ina Deter - neue Männer braucht das Land - und wandle ihn um: Neue Heiler braucht das Land! Neue Schamanen braucht das Land! Neue mutige Alchemisten braucht das Land! Und das ist für mich die neue Aufgabe dieser Verbände. Das können wir nicht als Einzelne machen - selbst mit so wunderbaren Unterstützern wie das KGS. So kommen wir nicht aus unserer kleinen, geschützten Berliner Esoecke raus. Wir brauchen Menschen, die auf großen Bühnen die Schamanentrommel schlagen. Mein Bild eines neuen Verbandes ist ein Verband, der offensiv mit den wunderbaren Werten, für den er steht, auch kritisch dem Neuen gegenüber begegnet: DIE sind die Neuen, wir sind die Alten. Wenn man uns als Alternativmediziner bezeichnet, ist das ein völlig unpassender Begriff. Seit Tausenden von Jahren wird getrommelt, aber die Antibabypille gibt es erst seit 60 Jahren. Wer ist denn da alternativ? Die Hebamme, die Lieder und Kräuter zur Verhütung ungewollter Schwangerschaften aktivierte - die ist doch nicht alternativ. Verbände haben auch die Aufgabe einer mutigen, offenen Zurschaustellung der Ressourcen. Als ich jung war, gab es den Aufruf "Rettet die Zärtlichkeit". Mit diesen Stickern sind wir durch die Stadt gelaufen. Heute müssen wir die Welt retten. Dazu braucht es Verbände und es braucht auch mutige Persönlichkeiten. Jürgen Fliege z.B. hat sehr viel für die positive Entwicklung der Naturheilkunde getan. So einen Präsidenten brauchen die Heilpraktiker für ihren Verband - einen Fliege-Präsidenten. In der Homöopathie ist die Fliege das kräftigste Mittel, was es gibt und das einzige Mittel, das träumt, eine Prostituierte zu sein. Man könnte auch sagen, wir müssen uns mehr anbieten, wir müssen uns mehr prostituieren. Wir müssen ins Fernsehen, in die Talkshows und auf die Bühnen - wir brauchen den Angriff der Heiler!

Beim Teutates! Und Sie stehen in der ersten Reihe.

SHS, Mommsenstr. 45, 10629 Berlin, Tel.: 323 30 50, www.samuelhahnemannschule.de


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