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Ausgabe Mai 2002
Kommen Sie doch, wann Sie wollen...

Erektionsstörungen und Impotenz aus homöopathisch-lösungsorientierter Sicht
- Vortrag und Lesung - mit Maria Schäfgen

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In einer Zeit, in der Sexualität einen sehr hohen Stellenwert für die meisten Menschen hat, entsteht die Gefahr, sexuelle Leistungsfähigkeit als eine mechanische Fähigkeit und damit losgelöst von menschlichen und spirituellen Zusammenhängen zu sehen. Bei Männern kommt es aufgrund dieser Problematik häufig zu Zuständen von Kraftabwesenheit, die sie als Erektionsstörungen und Impotenz interpretieren. Maria Schäfgen, Homöopathin und Autorin des Buches „Kommen Sie doch, wann Sie wollen...“, hat sich mit dem Thema beschäftigt.

Die Erektionsstörung


Wenn „er“ nicht so will wie sein Besitzer, weil er störanfällig reagiert oder zu schnell wieder die erwünschte Form verlässt, erleben Männer das häufig als Versagen. In meinem Buch „Kommen Sie doch, wann Sie wollen....“ sowie auch in der therapeutischen Praxis betrachten wir Erektionsstöungen als Zustände von Kraftlosigkeit. Darüber hinaus gilt die Vorannahme, dass „Impotenz“ und/oder „Erektionsschwächen“ in den meisten Fällen - also bei organischer Gesundheit - weniger unabänderliche Tatsachen als vielmehr veränderbare Befindlichkeiten sind.

Männer haben mitunter sehr eigenartige Erwartungen an sich. Sie erwarten, dass sie immer und überall Sex haben können und dass sie auch mit Frauen, die sie nur wenig kennen, sofort phantastischen Sex haben können. Manche Männer verwechseln dabei Libido mit orgiastischer Potenz. Die fehlende Libido wird häufig nicht wahrgenommen und der gedankliche Impuls „Sex haben zu wollen“ wird mit Lust verwechselt. Aufgrund jahrelanger Dressur in leistungsorientierten Zusammenhängen fällt es vielen Männern schwer, emotionale Impulse wahrzunehmen, und die Sexualität fällt wie vieles andere auch dem Anspruch an Leistung zum Opfer. Hier macht „er“ aber nicht mit und verweigert sich. Diese Verweigerung könnte man als gesunde Abwehrreaktion des Körpers gegen den generalisierten Leistungsanspruch verstehen: So lange man unpassende Ansprüche an sich stellt - wie z.B. Sex zu haben, ohne Lust zu empfinden - sind potente Zustände nicht möglich.


Wege zur Potenz - Wege zum Potenzial

Der erste Schritt zur Wiedererlangung des orgiastischen Potenzials besteht in der Anerkennung des Problems. Der zweite Schritt beinhaltet die ehrliche Untersuchung der eigenen Handlungsfähigkeit und gegebenenfalls die Anerkennung der eigenen Hilflosigkeit. Wenn man nicht mehr aus der entstandenen Leistungsschleife herauskommt und sich schon vor jeder sexuellen Begegnung mit dem erwarteten „Misserfolg“ auseinandersetzt, ist es Zeit für ein Gespräch, eine lösungorientierte Therapie oder/und eine homöopathische Behandlung. Gerade aufgrund der Komplexität des Zusammenhangs zwischen Erektion und Psyche ist die Klassische Homöopathie hervorragend geeignet, eine ganzheitliche Heilung zu vollbringen, bei der sowohl die orgiastische Potenz als auch der Kontakt zu sich selbst und den eigenen Emotionen wieder hergestellt werden kann. Wenn störende Symptome verschwinden, geht das fast immer mit persönlichen Wachstumsschritten einher. Erfahrungsgemäß ist es so, dass Patienten in einer erfolgreichen homöopathischen Therapie auch alte Verhaltensmuster verändern und von daher anders auf ihre Umwelt wirken. Dies führt zusätzlich zu einer Zunahme an Kontaktfähigkeit und Lebensqualität.


Lösungsorientierte Prozessbegleitung

Im Therapieverständnis der Prozessorientierten Homöopathie verbirgt sich hinter jedem Symptom eine Botschaft und eine implizite Aufforderung zur Entwicklung - auch hinter dem Symptom „Erektionsstörung“. Im Vergleich zu anderen Therapieformen übernimmt das homöopathische Arzneimittel den größten Teil der Heilungsaufgabe. Der Patient bemerkt, dass sich Symptome, Einstellungen, Träume und Gefühle verändern. Der/die HomöopathIn begleitet mit Gesprächen, Körperarbeit oder integrativen Übungen wie z.B. aus der systemischen Familientherapie. Wenn man die Botschaft des Symptoms verstanden und integriert hat, wird das Symptom überflüssig. Impotenzerlebnisse rufen nach Potenz, Kraft und Männlichkeit. Sexuelle Potenz ist nur erreichbar durch eine Zunahme an Souveränität, Selbstbewusstsein und dem subjektiv erlebten Gefühl von Macht und Männlichkeit. Die Entwicklung „weg“ von dem Gefühl, körperlich impotent zu sein, „hin zu“ Zuständen von Potenz und Lust ist abenteuerlich, setzt Neugierde und Mut voraus und birgt viele neue Entdeckungen über sich selbst und das Leben. Emotionale Eigenständigkeit und ein erweitertes Bewusstsein des eigenen Selbst sind Begleiter bei der Wiederentdeckung der orgiastischen Potenz.


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