aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Mai 2002
Gemeinsam sind wir stark

Team Empowerment: mit ganzer Kraft im Team

art15445
Teams gibt es überall: in uns selbst, in Familien, in der Arbeitswelt. Und immer besteht der Quantensprung darin, die verschiedenartigen Aspekte, die in einem Team versammelt sind, zu einem harmonischen und kraftvollen Werkzeug für ein gemeinsames Ziel zu vereinen. Evelin Rosenfeld stellt in diesem Beitrag vor, worauf es nach ihren Erfahrungen als Teamcoach ankommt, wenn Kommunikation und Kooperation im Team brillant werden sollen. Der von ihr entwickelte Trainingsansatz Empowerment ist Philosophie und Methode zugleich, deren Hauptanliegen die Selbstermächtigung von Einzelnen und Teams ist. Es geht um ganzheitliche Wahrnehmung inner- und zwischenmenschlicher Prozesse, um Eigenverantwortung und kooperative Potentialentfaltung.

Erst die Identifikation des Einzelnen mit dem Team aktiviert das volle Potential

Die Basis einer kommunikations- und umsetzungsstarken Teamarbeit ist ein tiefes Verständnis für den Zusammenhang zwischen Identifikation und Einsatz. Die Ressource, die jedes Teammitglied in das Team einbringen kann, sind seine Potentiale. Und dazu wird es erst dann vorbehaltlos bereit sein, wenn es die eigenen Visionen und Ziele in den gemeinsamen wieder erkennt und erfüllt sieht. Solange dies nicht der Fall ist, werden weiterhin Meetings zur Plattform ausgedehnter Selbstdarstellung, Ressourcen „vorsorglich“ gebunkert, innere wie funktionale Positionen unverrückbar zementiert. Das Team erfüllt seine „Funktion“ auf Sachebene routinemäßig - aber nicht wirklich erfolgreich. Wenn das Potential der Teammitglieder in die Teamarbeit einfließen soll - und umgekehrt die Teamarbeit auch einen Beitrag zur individuellen Entwicklung beitragen soll - ist es von fundamentaler Bedeutung, die Visionen und Ziele der Einzelnen sichtbar zu machen und in die gemeinsame Vision und Zielsetzung greifbar zu integrieren.

1. Schritt: Ein erster Schritt ist, Transparenz zu schaffen: eigene Interessen - und eigene Vorbehalte, wahrgenommene Riten, Symbole, Wirk- und Krafträume, individuelle Wertschätzung und Missbilligung. Stehen Sie zu Ihren persönlichen Zielen und Positionen und beginnen Sie, darüber zu sprechen. Dazu bedarf es einer ganzen Menge Vertrauen und Mut. Es ist daher sinnvoll, für diesen Prozess des „Sichtbar-Machens“ ein paar verbindliche Regeln zu vereinbaren, über deren Einhaltung das ganze Team wacht: Lernen Sie, vertrauensbildend zu kommunizieren. Lernen Sie

- zu verhandeln, statt zu überzeugen

- zu betrachten, statt zu bewerten

- Kraft zu schöpfen aus einer beherzten Authentizität, statt ängstlicher Anpassung.


2. Schritt: Schritt zwei ist der Umgang mit den nun - endlich - ausgesprochenen Gegensätzen: Betrachten Sie die formulierten Positionen, arbeiten Sie exakt und gemeinsam den Punkt heraus, der unvereinbar erscheint und entwickeln Sie - im Team! - alternative Positionen zu denselben Interessen und Situationen. Hiermit öffnen Sie gemeinsam den Handlungs- und Interessensraum der jeweiligen Parteien.


3. Schritt: Aufbauend auf vertieftem Vertrauen und sichtbaren Alternativen kann in der dritten Phase Ihrer Teamrevolution um begrenzte Ressourcen und zuvor festgefahrene Positionen und Wahrnehmungen verhandelt werden.


4. Schritt: Der abschließende Schritt besteht in der klaren Definition von Verantwortungsräumen. Was auch immer Sie ver- und ausgehandelt haben: Stellen Sie es auf Vereinbarungen, deren Inhalte, Zeit- und Umfeldbezüge und Zuständigkeiten glasklar sind. Dazu müssen sich alle Beteiligten vorbehaltlos committen können, d.h volle, höchstpersönliche Verantwortung für die Vereinbarung übernehmen. Und dazu wiederum werden Teammitglieder nur dann bereit sein, wenn sie Ihre persönlichen Interessen gewahrt und erweitert sehen.


Möglicherweise nimmt die „Einstimmung“ des Teams auf diese neue Kultur ein wenig Zeit in Anspruch. Schließlich brechen Sie mit dem Tabu, persönliche und emotionale Belange unbedingt aus dem „Geschäftlichen“ herauszulassen. Und mit der Haltung, nur im Widerstand wirklich stark sein zu können. Doch wenn Sie die hierfür notwendige „Vertrauensarbeit“ dem Aufwand gegenüber stellen, der durch starre Positionen und Funktionen, durch das Zurückbehalten von Informationen und Ressourcen, durch unausgesprochene Spannungen usw. entsteht, geht auch die Rechnung eines Ökonomen auf.


Ich habe einige Übungen zu Team Empowerment entwickelt, die ich auf Anfrage gerne zur Verfügung stelle.


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.