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Ausgabe Mai 2003
T’ai Chi Kineo - Die T’ai Chi-Bewegungssprache

Meister Teck Cheng Neo, der Begründer von T’ai Chi Kineo, leitet im Mai einen Workshop in Berlin. Gundi Kälber beschreibt, was sich hinter T’ai Chi Kineo verbirgt.

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Meister Teck Cheng Neos intensive Erforschung der Bewegungswelt und seine vielfältigen Erfahrungen auch im künstlerischen Bereich führten zur Entdeckung elementarer Zusammenhänge im Bereich der Bewegung. Daraus entwickelte er T’ai Chi Kineo mit den ‚Sieben Bewegungselementen‘, der Grundlage von Bewegung überhaupt, dem ‚Drei-Kreis-Prinzip‘ und den ‚Drei Modulationen‘.

Sieben Bewegungselemente - Drei-Kreis-Prinzip - Drei Modulationen
Die Sieben Bewegungselemente sind sieben elementare Möglichkeiten der Bewegungsgestaltung, die sich vielfältig variieren und kombinieren lassen. Dabei dienen die Handflächen und Handrücken als Grundgestaltungsmöglichkeiten. Sie könnnen als zwei Ebenen entweder miteinander verbunden sein oder gemeinsam eine Ebene bilden oder sich kreuzen. Beim Üben des Drei-Kreis-Prinzips steht die unterschiedliche Ausdehnung der Bewegung im Vordergrund. Die Drei Modulationen machen den unterschiedlichen Rhythmus bewusst: meditativ, fließend oder dynamisch.
Wie man diese Techniken für sich selbst nutzen und mit wenig Zeitaufwand Energie tanken kann, möchte ich an einem Beispiel mit dem Bewegungselement D, kombiniert mit dem Drei-Kreis-Prinzip und den Drei Modulationen beschreiben.
Schenke dir dabei selbst deine Aufmerksamkeit und erlebe während der Bewegung die Wirkung auf deinen Körper und Geist.
Beginne in der Ausgangsposition und variiere deine Bewegung innerhalb der zehn Minuten mit den angegebenen Möglichkeiten, wobei du dir zum Erforschen jeder einzelnen Variation etwas Zeit nehmen solltest.
Natürlich ist es auch möglich, die Zeitdauer auszudehnen und mit einem weiteren Bewegungselement auf Entdeckungsreise zu gehen. Dabei kannst du die beiden Handflächen zusammenbringen, wie zwei Ebenen, die miteinander verbunden sind (Bewegungselement A), und diesen Bewegungsausdruck mit unterschiedlicher Ausdehnung und Dynamik kombinieren (s. oben).
Dies ist auch im Sitzen, Liegen, Gehen und auch zusammen mit einem/r PartnerIn möglich.
Viel Spaß dabei!

Wie wirkt T’ai Chi Kineo?
Der Ausgangspunkt für den Praktizierenden sind die individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse. Durch das bewusste Üben dieser drei Hauptaspekte können die individuellen Grenzen entdeckt und erweitert werden. Die Sensibilität für Körper und Geist wird verstärkt, die Wahrnehmung des Raumes wird bewusster, der variierende Rhythmus von Bewegung wird spürbar und steuerbar. Die Erweiterung des körperlichen Spielraums steht in Wechselwirkung mit einer Erweiterung des geistigen Spielraums. Beide, Körper und Geist, werden beweglicher und entspannter, Energie kann wieder aufgebaut werden.
Das Erleben steht dabei im Vordergrund, während Leistung und die Bewertung von ‘richtig’ und ‘falsch’ in den Hintergrund treten.
Weitere Aspekte von T’ai Chi Kineo sind die Bewegungsformen, Bewegungsdialoge, Atemarbeit und Meditation. Man kann es, unabhängig vom Alter, in der Gruppe und für sich alleine praktizieren. Bereits nach den ersten Erfahrungen lassen sich diese elementaren Techniken zeitlich flexibel in den Alltag integrieren, sei es während der Arbeit oder in der Freizeit.

Meister Teck Cheng Neo
Geboren 1956 in Malaysia, wurde er als Jugendlicher in T’ai Chi Chuan, Shaolin Kung Fu und taoistischer Lehre durch verschiedene Meister unterwiesen. Später studierte er in Schottland und England Architektur und Kunst. 1982 gründete er die Tradition der UTCKA, die Universal T’ai Chi Kineo Association. Seitdem leitet er die Aus- und Weiterbildung der T’ai Chi Kineo AusbilderInnen, LehrerInnen und GruppenleiterInnen im In- und Ausland. Außerdem begründete er die Kampfkunst ‘Quan Dao’, die Tanzrichtung ‘Open Dance’, für den schulischen Bereich ‘Kineo Bewegungserziehung’ und für den therapeutischen Bereich die ‘Awareness Core Therapie’ sowie das ‘Awareness Core Training’ für den Einsatz im Wirtschafts- und Managementbereich.


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