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Sanfte Hilfe für die Gelenke ... von Silvia Bürkle und Gisela Ziegltrum


art96299
© Margit Power_AdobeStock
Noch nie konnte man aus so einer reichlichen Vielfalt an Lebensmittel auswählen wie heute. Gesund klingende Smoothies und Snacks für zwischendurch, Vollkornburger und Currywurst mit besonderen Superfood-Zutaten findet man an jeder Ecke – überall wird Essen in Hülle und Fülle angeboten.

Bei all dem Angebot könnte man annehmen, dass wir vor Gesundheit nur so strotzen müssten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 50 bis 70 Prozent aller chronischen Krankheiten ernährungsbedingt, sie sind also durch ungesunde Ernährung verursacht oder zumindest negativ beeinflusst.
Wissenschaftler sind sich weitgehend einig, dass Ernährung und Lebensstil das individuelle Entzündungsrisiko stark beeinflussen. Stille Entzündungen, die oft über Jahre unentdeckt schwelen, scheinen die Hauptursache chronischer Krankheiten zu sein. Neben Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Arteriosklerose sind es vor allem die chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen, wie z. B. Rheuma, Arthritis oder Arthrose, deren Verbreitung kontinuierlich zunimmt. Schätzungen zufolge sind über 20 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Sich nur mit Mühe und unter Schmerzen bewegen können, sich kraftlos zu fühlen oder gar in der Nacht vor Schmerzen aufzuwachen, mindert die Lebensqualität.

Unser Frühwarnsystem – Entzündungen
Entzündungsprozesse sind per se nicht schlecht. Sie sind ein wichtiger Teil eines normalen Heilungsprozesses. Es zeigt, dass der Körper in der Lage ist, zu regenerieren und zu heilen. Doch leider entwickeln sich häufig anfangs leichte Entzündungen zu schwelenden Bränden, die Organe und Gewebe schwer zu schaffen machen. So können Entzündungen an Organen oder Blutgefäßen die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen beeinträchtigen. Dadurch lässt die Leistung und Funktionsfähigkeit der betroffenen Organe und umliegender Organstrukturen nach. Daher spüren wir die Schmerzen oft nicht nur allein an den Gelenken, sondern auch an Muskeln, Knochen, Bindegewebe oder Sehnen, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Entzündungen befinden und ebenfalls angegriffen sind. Der Körper wehrt sich mit der Körperabwehr, dem Immunsystem, und versetzt es in Alarmbereitschaft. Gleichzeitig muss das Immunsystem erkennen, wer Freund und wer Feind ist, um nicht das körpereigene Gewebe zu verletzen, indem es Körperzellen irrtümlich für Eindringlinge hält und grundlos bekämpft.

Da das Immunsystem rund um die Uhr Höchstleistung erbringen muss, muss alles dafür getan werden, dass es stark bleibt und effektiv wirken kann. Das Schöne dabei ist, dass wir mit unserem Lebensstil einen ganz entscheidenden Beitrag dazu leisten können: Gesunde Ernährung, moderate Bewegung und regelmäßige Entspannung sind die drei Hauptpfeiler zur Unterstützung der Körperabwehr. Wobei die Ernährung dabei einen ganz entscheidenden Einfluss hat.

Essen gegen Gelenkschmerzen
Tatsächlich reicht die Wirkung unserer Nahrung weit über die reine Sättigung hinaus. Doch das hat sich scheinbar noch nicht überall herumgesprochenen. Die Menschen sehen die Lebensmittel und ihre Wirkung auf den Körper aus verschiedenen Blickwinkeln. Während die einen die Fette als Bösewichte sehen und aus ihrer Ernährung weitgehend verbannen, sehen andere wiederum das Kalorienzählen als das Maß aller Dinge. Dabei wird häufig völlig außer Acht gelassen, dass die Natur viel nachhaltiger helfen kann. Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, die eine Entzündung lindern bzw. erst gar nicht zum Ausbruch kommen lassen.
Schaut man ins Detail, erkennt man, dass es bestimmte Lebensmittel und Nährstoffe gibt, die die Ausbreitung von Entzündungen gezielt blockieren können. Und andersherum: Ungünstige Lebensmittelkombinationen oder Überernährung können schmerzenden Entzündungen den idealen Nährboden bieten. Dann können sich Gelenkentzündungen ungehemmt ausbreiten und großen Schaden anrichten.

Es gibt eine Vielzahl natürlicher Lebensmittel mit hohem Gehalt an antientzündlichen Wirkstoffen, die Entzündungsschmerzen lindern können. Pflanzliche kaltgepresste Omega-3-Öle (Lein-, Leindotter-, Hanf-, Rapsöl u.v.m.), Rote Bete, Brokkoli, Kohl, Nüsse, Hagebutten, Beeren oder Gewürze wie Ingwer, Kurkuma, Zimt und Chili, um nur einige zu nennen, die die Basis einer antientzündlichen Ernährung bilden. Auch Kräuter wie Thymian, Dill, Rosmarin, Salbei oder Kamille sind wahre Anti-Entzündungs-Booster, mit denen man schnell Speisen aufwerten kann oder die als Tee zubereitet wertvolle Dienste leisten können.
Um jedoch das entzündungshemmende Potenzial voll auszuschöpfen, sollte man möglichst auf industriell stark verarbeitete Lebensmittel verzichten. Ungünstig für die Gelenke ist auch eine Ernährung, die reichlich gesättigte Fettsäuren liefert. Fleisch, Wurst, Speck, auch Backwaren und Schokolade enthalten diese in großen Mengen und sollten in einer entzündungshemmenden Ernährung nur in Maßen und ab und zu verzehrt werden.

Eine wichtige Ernährungsempfehlung lautet auch, den Gehalt an Arachidonsäure im Blick zu behalten, denn ein hoher Arachidonspiegel im Körper heizt Entzündungen kräftig ein. Reich an Arachidonsäure sind vor allem tierische Produkte wie Fleisch, Käse, Eier, Milch und Milchprodukte. Auch Omega-6-reiche Pflanzenöle wie z. B. Sonnenblumen- oder Distelöl, können den Arachidonsäurespiegel erhöhen.

Übergewicht belastet die Gelenke
Ein weiterer wichtiger Schritt, um Entzündungsparametern das „Wasser abzutragen“, ist das Anstreben eines gesunden Körpergewichts. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell mit Crash- oder einseitigen Diäten dem Bauchfett an den Kragen zu gehen. Diese schaden dem Körper meist, da diese Diäten oft mit einer mangelnden Nährstoffversorgung einhergehen. Stattdessen sollte man besser langfristig auf ausgewogene Mahlzeiten achten und regelmäßig essen. Empfehlenswert sind frische, selbst zubereitete Speisen mit reichlich Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte, die den täglichen Speiseplan bereichern. Fertiggerichte, stark zuckerhaltige Lebensmittel und Weißmehlprodukte dagegen gilt es, so oft wie nur möglich zu meiden. Fisch und Geflügel statt rotem Fleisch und Schwein sind zu bevorzugen.

Fasten für die Gelenke
Es gilt, unserem Körper mehr Aufmerksamkeit zu widmen, d. h. auch ihn mehr zu pflegen, ihm Auszeiten zu ermöglichen. Zumal die Organe nicht nur wertvolle Nährstoffe aus der Nahrung verstoffwechseln, sondern täglich auch mit einer Reihe von Fremdstoffen überflutet werden. Wer gelegentlich eine Fastenwoche einlegt, gönnt seinem Körper eine Verschnaufpause.
Beim Fasten wird der gesamte Organismus entlastet, vor allem die Verdauungsorgane und der Darm. Überschüssige Säuren, die in der Muskulatur deponiert sind und auch mitverantwortlich für Entzündungsreaktionen sind, werden leichter abgebaut. Zudem werden beim Heilfasten beispielsweise nachweislich Entzündungsparameter (TNF-alpha, Interleukin 6) reduziert, die Entzündungsprozesse ankurbeln.

Gelenke brauchen Bewegung
Neben Übergewicht ist Bewegungsmangel einer der größten Fehler, den man bei Gelenkbeschwerden begehen kann. Die Gelenke werden von Knorpel, Sehnen und Bändern zusammengehalten, die von Blutgefäßen durchzogen sind und die Knorpel und Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Durch die Bewegung wird verstärkt die Durchblutung und der Knochenstoffwechsel angeregt, d. h. durch die Bewegung wird die Bildung der Gelenkschmiere angeregt und die Regeneration des Gelenkknorpels gefördert.
Bereits 15–20 Minuten täglich ein paar Bewegungsübungen sind ausreichend, um die Gelenke in Bewegung zu halten und Entzündungen zu lindern.


„Wer rastet, der rostet“ – Übungsbeispiele

Übung für „geschmeidige Knie“
Legen Sie sich bequem auf die rechte Seite – Arme und Beine aufeinander und bequem anwinkeln. Heben Sie langsam das linke Knie vom rechten Knie ab. Die linke Fußinnenkante bleibt liegen, sie behält den Kontakt zur rechten Innenkante. Dann das Knie wieder zurück in Ausgangsposition. 10–12 Mal wiederholen.

Übung „Langer Rücken“
Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine in einer leichten Grätsche. Arme hängen lassen. Wirbelsäule, Kopf, Brustkorb und linke Hüfte nach rechts drehen. Dabei beide Arme mitschwingen lassen und gleichzeitig die linken Zehen und linkes Bein mitdrehen. Dabei bleibt der Fuß am Boden. Anschließend wieder zurück in die Ausgangslage drehen. 10–12 Mal wiederholen.

Buchtipp:
Silvia Bürkle/Gisela Ziegltrum: Heimliche Entzündungen – Sanfte Hilfe für die Gelenke, Verlag Königsfurt-Urania, Set mit Buch, 128 Seiten, und 33 Übungskarten, ISBN: 978-3-86826-179-0, 20 Euro

Silvia Bürkle ist Diplom-Ingenieurin für Ernährungstechnik und Dozentin. Sie bildet Ernährungsberater aus, und ist zudem eine gefragte Referentin zu Ernährungsfragen und Stoffwechselthemen.
Die Physiotherapeutin Gisela Ziegltrum entwickelte speziell zum Karten-Buch-Set „Heimliche Entzündungen – Sanfte Hilfe für die Gelenke“ Übungen, die jeder nachmachen kann.



 

Sanfte Hilfe für die Gelenke ... von Silvia Bürkle und Gisela Ziegltrum


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© Margit Power_AdobeStock
Noch nie konnte man aus so einer reichlichen Vielfalt an Lebensmittel auswählen wie heute. Gesund klingende Smoothies und Snacks für zwischendurch, Vollkornburger und Currywurst mit besonderen Superfood-Zutaten findet man an jeder Ecke – überall wird Essen in Hülle und Fülle angeboten.

Bei all dem Angebot könnte man annehmen, dass wir vor Gesundheit nur so strotzen müssten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 50 bis 70 Prozent aller chronischen Krankheiten ernährungsbedingt, sie sind also durch ungesunde Ernährung verursacht oder zumindest negativ beeinflusst.
Wissenschaftler sind sich weitgehend einig, dass Ernährung und Lebensstil das individuelle Entzündungsrisiko stark beeinflussen. Stille Entzündungen, die oft über Jahre unentdeckt schwelen, scheinen die Hauptursache chronischer Krankheiten zu sein. Neben Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Arteriosklerose sind es vor allem die chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen, wie z. B. Rheuma, Arthritis oder Arthrose, deren Verbreitung kontinuierlich zunimmt. Schätzungen zufolge sind über 20 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Sich nur mit Mühe und unter Schmerzen bewegen können, sich kraftlos zu fühlen oder gar in der Nacht vor Schmerzen aufzuwachen, mindert die Lebensqualität.

Unser Frühwarnsystem – Entzündungen
Entzündungsprozesse sind per se nicht schlecht. Sie sind ein wichtiger Teil eines normalen Heilungsprozesses. Es zeigt, dass der Körper in der Lage ist, zu regenerieren und zu heilen. Doch leider entwickeln sich häufig anfangs leichte Entzündungen zu schwelenden Bränden, die Organe und Gewebe schwer zu schaffen machen. So können Entzündungen an Organen oder Blutgefäßen die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen beeinträchtigen. Dadurch lässt die Leistung und Funktionsfähigkeit der betroffenen Organe und umliegender Organstrukturen nach. Daher spüren wir die Schmerzen oft nicht nur allein an den Gelenken, sondern auch an Muskeln, Knochen, Bindegewebe oder Sehnen, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Entzündungen befinden und ebenfalls angegriffen sind. Der Körper wehrt sich mit der Körperabwehr, dem Immunsystem, und versetzt es in Alarmbereitschaft. Gleichzeitig muss das Immunsystem erkennen, wer Freund und wer Feind ist, um nicht das körpereigene Gewebe zu verletzen, indem es Körperzellen irrtümlich für Eindringlinge hält und grundlos bekämpft.

Da das Immunsystem rund um die Uhr Höchstleistung erbringen muss, muss alles dafür getan werden, dass es stark bleibt und effektiv wirken kann. Das Schöne dabei ist, dass wir mit unserem Lebensstil einen ganz entscheidenden Beitrag dazu leisten können: Gesunde Ernährung, moderate Bewegung und regelmäßige Entspannung sind die drei Hauptpfeiler zur Unterstützung der Körperabwehr. Wobei die Ernährung dabei einen ganz entscheidenden Einfluss hat.

Essen gegen Gelenkschmerzen
Tatsächlich reicht die Wirkung unserer Nahrung weit über die reine Sättigung hinaus. Doch das hat sich scheinbar noch nicht überall herumgesprochenen. Die Menschen sehen die Lebensmittel und ihre Wirkung auf den Körper aus verschiedenen Blickwinkeln. Während die einen die Fette als Bösewichte sehen und aus ihrer Ernährung weitgehend verbannen, sehen andere wiederum das Kalorienzählen als das Maß aller Dinge. Dabei wird häufig völlig außer Acht gelassen, dass die Natur viel nachhaltiger helfen kann. Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, die eine Entzündung lindern bzw. erst gar nicht zum Ausbruch kommen lassen.
Schaut man ins Detail, erkennt man, dass es bestimmte Lebensmittel und Nährstoffe gibt, die die Ausbreitung von Entzündungen gezielt blockieren können. Und andersherum: Ungünstige Lebensmittelkombinationen oder Überernährung können schmerzenden Entzündungen den idealen Nährboden bieten. Dann können sich Gelenkentzündungen ungehemmt ausbreiten und großen Schaden anrichten.

Es gibt eine Vielzahl natürlicher Lebensmittel mit hohem Gehalt an antientzündlichen Wirkstoffen, die Entzündungsschmerzen lindern können. Pflanzliche kaltgepresste Omega-3-Öle (Lein-, Leindotter-, Hanf-, Rapsöl u.v.m.), Rote Bete, Brokkoli, Kohl, Nüsse, Hagebutten, Beeren oder Gewürze wie Ingwer, Kurkuma, Zimt und Chili, um nur einige zu nennen, die die Basis einer antientzündlichen Ernährung bilden. Auch Kräuter wie Thymian, Dill, Rosmarin, Salbei oder Kamille sind wahre Anti-Entzündungs-Booster, mit denen man schnell Speisen aufwerten kann oder die als Tee zubereitet wertvolle Dienste leisten können.
Um jedoch das entzündungshemmende Potenzial voll auszuschöpfen, sollte man möglichst auf industriell stark verarbeitete Lebensmittel verzichten. Ungünstig für die Gelenke ist auch eine Ernährung, die reichlich gesättigte Fettsäuren liefert. Fleisch, Wurst, Speck, auch Backwaren und Schokolade enthalten diese in großen Mengen und sollten in einer entzündungshemmenden Ernährung nur in Maßen und ab und zu verzehrt werden.

Eine wichtige Ernährungsempfehlung lautet auch, den Gehalt an Arachidonsäure im Blick zu behalten, denn ein hoher Arachidonspiegel im Körper heizt Entzündungen kräftig ein. Reich an Arachidonsäure sind vor allem tierische Produkte wie Fleisch, Käse, Eier, Milch und Milchprodukte. Auch Omega-6-reiche Pflanzenöle wie z. B. Sonnenblumen- oder Distelöl, können den Arachidonsäurespiegel erhöhen.

Übergewicht belastet die Gelenke
Ein weiterer wichtiger Schritt, um Entzündungsparametern das „Wasser abzutragen“, ist das Anstreben eines gesunden Körpergewichts. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell mit Crash- oder einseitigen Diäten dem Bauchfett an den Kragen zu gehen. Diese schaden dem Körper meist, da diese Diäten oft mit einer mangelnden Nährstoffversorgung einhergehen. Stattdessen sollte man besser langfristig auf ausgewogene Mahlzeiten achten und regelmäßig essen. Empfehlenswert sind frische, selbst zubereitete Speisen mit reichlich Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte, die den täglichen Speiseplan bereichern. Fertiggerichte, stark zuckerhaltige Lebensmittel und Weißmehlprodukte dagegen gilt es, so oft wie nur möglich zu meiden. Fisch und Geflügel statt rotem Fleisch und Schwein sind zu bevorzugen.

Fasten für die Gelenke
Es gilt, unserem Körper mehr Aufmerksamkeit zu widmen, d. h. auch ihn mehr zu pflegen, ihm Auszeiten zu ermöglichen. Zumal die Organe nicht nur wertvolle Nährstoffe aus der Nahrung verstoffwechseln, sondern täglich auch mit einer Reihe von Fremdstoffen überflutet werden. Wer gelegentlich eine Fastenwoche einlegt, gönnt seinem Körper eine Verschnaufpause.
Beim Fasten wird der gesamte Organismus entlastet, vor allem die Verdauungsorgane und der Darm. Überschüssige Säuren, die in der Muskulatur deponiert sind und auch mitverantwortlich für Entzündungsreaktionen sind, werden leichter abgebaut. Zudem werden beim Heilfasten beispielsweise nachweislich Entzündungsparameter (TNF-alpha, Interleukin 6) reduziert, die Entzündungsprozesse ankurbeln.

Gelenke brauchen Bewegung
Neben Übergewicht ist Bewegungsmangel einer der größten Fehler, den man bei Gelenkbeschwerden begehen kann. Die Gelenke werden von Knorpel, Sehnen und Bändern zusammengehalten, die von Blutgefäßen durchzogen sind und die Knorpel und Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Durch die Bewegung wird verstärkt die Durchblutung und der Knochenstoffwechsel angeregt, d. h. durch die Bewegung wird die Bildung der Gelenkschmiere angeregt und die Regeneration des Gelenkknorpels gefördert.
Bereits 15–20 Minuten täglich ein paar Bewegungsübungen sind ausreichend, um die Gelenke in Bewegung zu halten und Entzündungen zu lindern.


„Wer rastet, der rostet“ – Übungsbeispiele

Übung für „geschmeidige Knie“
Legen Sie sich bequem auf die rechte Seite – Arme und Beine aufeinander und bequem anwinkeln. Heben Sie langsam das linke Knie vom rechten Knie ab. Die linke Fußinnenkante bleibt liegen, sie behält den Kontakt zur rechten Innenkante. Dann das Knie wieder zurück in Ausgangsposition. 10–12 Mal wiederholen.

Übung „Langer Rücken“
Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine in einer leichten Grätsche. Arme hängen lassen. Wirbelsäule, Kopf, Brustkorb und linke Hüfte nach rechts drehen. Dabei beide Arme mitschwingen lassen und gleichzeitig die linken Zehen und linkes Bein mitdrehen. Dabei bleibt der Fuß am Boden. Anschließend wieder zurück in die Ausgangslage drehen. 10–12 Mal wiederholen.

Buchtipp:
Silvia Bürkle/Gisela Ziegltrum: Heimliche Entzündungen – Sanfte Hilfe für die Gelenke, Verlag Königsfurt-Urania, Set mit Buch, 128 Seiten, und 33 Übungskarten, ISBN: 978-3-86826-179-0, 20 Euro

Silvia Bürkle ist Diplom-Ingenieurin für Ernährungstechnik und Dozentin. Sie bildet Ernährungsberater aus, und ist zudem eine gefragte Referentin zu Ernährungsfragen und Stoffwechselthemen.
Die Physiotherapeutin Gisela Ziegltrum entwickelte speziell zum Karten-Buch-Set „Heimliche Entzündungen – Sanfte Hilfe für die Gelenke“ Übungen, die jeder nachmachen kann.



 

Sanfte Hilfe für die Gelenke ... von Silvia Bürkle und Gisela Ziegltrum


art96299
© Margit Power_AdobeStock
Noch nie konnte man aus so einer reichlichen Vielfalt an Lebensmittel auswählen wie heute. Gesund klingende Smoothies und Snacks für zwischendurch, Vollkornburger und Currywurst mit besonderen Superfood-Zutaten findet man an jeder Ecke – überall wird Essen in Hülle und Fülle angeboten.

Bei all dem Angebot könnte man annehmen, dass wir vor Gesundheit nur so strotzen müssten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 50 bis 70 Prozent aller chronischen Krankheiten ernährungsbedingt, sie sind also durch ungesunde Ernährung verursacht oder zumindest negativ beeinflusst.
Wissenschaftler sind sich weitgehend einig, dass Ernährung und Lebensstil das individuelle Entzündungsrisiko stark beeinflussen. Stille Entzündungen, die oft über Jahre unentdeckt schwelen, scheinen die Hauptursache chronischer Krankheiten zu sein. Neben Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Arteriosklerose sind es vor allem die chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen, wie z. B. Rheuma, Arthritis oder Arthrose, deren Verbreitung kontinuierlich zunimmt. Schätzungen zufolge sind über 20 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Sich nur mit Mühe und unter Schmerzen bewegen können, sich kraftlos zu fühlen oder gar in der Nacht vor Schmerzen aufzuwachen, mindert die Lebensqualität.

Unser Frühwarnsystem – Entzündungen
Entzündungsprozesse sind per se nicht schlecht. Sie sind ein wichtiger Teil eines normalen Heilungsprozesses. Es zeigt, dass der Körper in der Lage ist, zu regenerieren und zu heilen. Doch leider entwickeln sich häufig anfangs leichte Entzündungen zu schwelenden Bränden, die Organe und Gewebe schwer zu schaffen machen. So können Entzündungen an Organen oder Blutgefäßen die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen beeinträchtigen. Dadurch lässt die Leistung und Funktionsfähigkeit der betroffenen Organe und umliegender Organstrukturen nach. Daher spüren wir die Schmerzen oft nicht nur allein an den Gelenken, sondern auch an Muskeln, Knochen, Bindegewebe oder Sehnen, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Entzündungen befinden und ebenfalls angegriffen sind. Der Körper wehrt sich mit der Körperabwehr, dem Immunsystem, und versetzt es in Alarmbereitschaft. Gleichzeitig muss das Immunsystem erkennen, wer Freund und wer Feind ist, um nicht das körpereigene Gewebe zu verletzen, indem es Körperzellen irrtümlich für Eindringlinge hält und grundlos bekämpft.

Da das Immunsystem rund um die Uhr Höchstleistung erbringen muss, muss alles dafür getan werden, dass es stark bleibt und effektiv wirken kann. Das Schöne dabei ist, dass wir mit unserem Lebensstil einen ganz entscheidenden Beitrag dazu leisten können: Gesunde Ernährung, moderate Bewegung und regelmäßige Entspannung sind die drei Hauptpfeiler zur Unterstützung der Körperabwehr. Wobei die Ernährung dabei einen ganz entscheidenden Einfluss hat.

Essen gegen Gelenkschmerzen
Tatsächlich reicht die Wirkung unserer Nahrung weit über die reine Sättigung hinaus. Doch das hat sich scheinbar noch nicht überall herumgesprochenen. Die Menschen sehen die Lebensmittel und ihre Wirkung auf den Körper aus verschiedenen Blickwinkeln. Während die einen die Fette als Bösewichte sehen und aus ihrer Ernährung weitgehend verbannen, sehen andere wiederum das Kalorienzählen als das Maß aller Dinge. Dabei wird häufig völlig außer Acht gelassen, dass die Natur viel nachhaltiger helfen kann. Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, die eine Entzündung lindern bzw. erst gar nicht zum Ausbruch kommen lassen.
Schaut man ins Detail, erkennt man, dass es bestimmte Lebensmittel und Nährstoffe gibt, die die Ausbreitung von Entzündungen gezielt blockieren können. Und andersherum: Ungünstige Lebensmittelkombinationen oder Überernährung können schmerzenden Entzündungen den idealen Nährboden bieten. Dann können sich Gelenkentzündungen ungehemmt ausbreiten und großen Schaden anrichten.

Es gibt eine Vielzahl natürlicher Lebensmittel mit hohem Gehalt an antientzündlichen Wirkstoffen, die Entzündungsschmerzen lindern können. Pflanzliche kaltgepresste Omega-3-Öle (Lein-, Leindotter-, Hanf-, Rapsöl u.v.m.), Rote Bete, Brokkoli, Kohl, Nüsse, Hagebutten, Beeren oder Gewürze wie Ingwer, Kurkuma, Zimt und Chili, um nur einige zu nennen, die die Basis einer antientzündlichen Ernährung bilden. Auch Kräuter wie Thymian, Dill, Rosmarin, Salbei oder Kamille sind wahre Anti-Entzündungs-Booster, mit denen man schnell Speisen aufwerten kann oder die als Tee zubereitet wertvolle Dienste leisten können.
Um jedoch das entzündungshemmende Potenzial voll auszuschöpfen, sollte man möglichst auf industriell stark verarbeitete Lebensmittel verzichten. Ungünstig für die Gelenke ist auch eine Ernährung, die reichlich gesättigte Fettsäuren liefert. Fleisch, Wurst, Speck, auch Backwaren und Schokolade enthalten diese in großen Mengen und sollten in einer entzündungshemmenden Ernährung nur in Maßen und ab und zu verzehrt werden.

Eine wichtige Ernährungsempfehlung lautet auch, den Gehalt an Arachidonsäure im Blick zu behalten, denn ein hoher Arachidonspiegel im Körper heizt Entzündungen kräftig ein. Reich an Arachidonsäure sind vor allem tierische Produkte wie Fleisch, Käse, Eier, Milch und Milchprodukte. Auch Omega-6-reiche Pflanzenöle wie z. B. Sonnenblumen- oder Distelöl, können den Arachidonsäurespiegel erhöhen.

Übergewicht belastet die Gelenke
Ein weiterer wichtiger Schritt, um Entzündungsparametern das „Wasser abzutragen“, ist das Anstreben eines gesunden Körpergewichts. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell mit Crash- oder einseitigen Diäten dem Bauchfett an den Kragen zu gehen. Diese schaden dem Körper meist, da diese Diäten oft mit einer mangelnden Nährstoffversorgung einhergehen. Stattdessen sollte man besser langfristig auf ausgewogene Mahlzeiten achten und regelmäßig essen. Empfehlenswert sind frische, selbst zubereitete Speisen mit reichlich Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte, die den täglichen Speiseplan bereichern. Fertiggerichte, stark zuckerhaltige Lebensmittel und Weißmehlprodukte dagegen gilt es, so oft wie nur möglich zu meiden. Fisch und Geflügel statt rotem Fleisch und Schwein sind zu bevorzugen.

Fasten für die Gelenke
Es gilt, unserem Körper mehr Aufmerksamkeit zu widmen, d. h. auch ihn mehr zu pflegen, ihm Auszeiten zu ermöglichen. Zumal die Organe nicht nur wertvolle Nährstoffe aus der Nahrung verstoffwechseln, sondern täglich auch mit einer Reihe von Fremdstoffen überflutet werden. Wer gelegentlich eine Fastenwoche einlegt, gönnt seinem Körper eine Verschnaufpause.
Beim Fasten wird der gesamte Organismus entlastet, vor allem die Verdauungsorgane und der Darm. Überschüssige Säuren, die in der Muskulatur deponiert sind und auch mitverantwortlich für Entzündungsreaktionen sind, werden leichter abgebaut. Zudem werden beim Heilfasten beispielsweise nachweislich Entzündungsparameter (TNF-alpha, Interleukin 6) reduziert, die Entzündungsprozesse ankurbeln.

Gelenke brauchen Bewegung
Neben Übergewicht ist Bewegungsmangel einer der größten Fehler, den man bei Gelenkbeschwerden begehen kann. Die Gelenke werden von Knorpel, Sehnen und Bändern zusammengehalten, die von Blutgefäßen durchzogen sind und die Knorpel und Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Durch die Bewegung wird verstärkt die Durchblutung und der Knochenstoffwechsel angeregt, d. h. durch die Bewegung wird die Bildung der Gelenkschmiere angeregt und die Regeneration des Gelenkknorpels gefördert.
Bereits 15–20 Minuten täglich ein paar Bewegungsübungen sind ausreichend, um die Gelenke in Bewegung zu halten und Entzündungen zu lindern.


„Wer rastet, der rostet“ – Übungsbeispiele

Übung für „geschmeidige Knie“
Legen Sie sich bequem auf die rechte Seite – Arme und Beine aufeinander und bequem anwinkeln. Heben Sie langsam das linke Knie vom rechten Knie ab. Die linke Fußinnenkante bleibt liegen, sie behält den Kontakt zur rechten Innenkante. Dann das Knie wieder zurück in Ausgangsposition. 10–12 Mal wiederholen.

Übung „Langer Rücken“
Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine in einer leichten Grätsche. Arme hängen lassen. Wirbelsäule, Kopf, Brustkorb und linke Hüfte nach rechts drehen. Dabei beide Arme mitschwingen lassen und gleichzeitig die linken Zehen und linkes Bein mitdrehen. Dabei bleibt der Fuß am Boden. Anschließend wieder zurück in die Ausgangslage drehen. 10–12 Mal wiederholen.

Buchtipp:
Silvia Bürkle/Gisela Ziegltrum: Heimliche Entzündungen – Sanfte Hilfe für die Gelenke, Verlag Königsfurt-Urania, Set mit Buch, 128 Seiten, und 33 Übungskarten, ISBN: 978-3-86826-179-0, 20 Euro

Silvia Bürkle ist Diplom-Ingenieurin für Ernährungstechnik und Dozentin. Sie bildet Ernährungsberater aus, und ist zudem eine gefragte Referentin zu Ernährungsfragen und Stoffwechselthemen.
Die Physiotherapeutin Gisela Ziegltrum entwickelte speziell zum Karten-Buch-Set „Heimliche Entzündungen – Sanfte Hilfe für die Gelenke“ Übungen, die jeder nachmachen kann.