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Selbstentdeckung durch Perspektivwechsel. Den eigenen "Roten Faden" finden ... von Hermann Häfele


art96137
© New Africa_AdobeStock

Vergrößern hier klicken.
Wir könnten zunächst fragen, was wir von der Selbstentdeckung haben. Uns selbst zu ent-decken. Oder auch, was wir davon haben, eben das nicht zu tun. Es ist nämlich in aller Regel nicht im Interesse unserer inneren Muster und antrainierten Programme, dass wir uns überhaupt damit beschäftigen. Und, ja, es gibt zahlreiche Kräfte und Einflüsse im Außen, die das ebenfalls nicht so toll finden, denn wir sollen ja lieber „funktionieren“ und ganz „der oder die Alte“ bleiben. Warum? Die inneren und die äußeren Kräfte wollen, dass wir uns ablenken lassen, beide wollen unsere Aufmerksamkeit und, dass wir ihnen glauben, was sie uns in Form von Gedanken und Glaubenssätzen vorgaukeln. Die beiden Haupttreiber – es sind gewiss nicht die einzigen, die uns oft in unseren inneren Zwängen und Schleifen verweilen lassen, sind zwei mächtige Faktoren: Miniglücksgefühle und Sicherheit.

Zunächst ins Außen:
Der neurowissenschaftliche Hintergrund dazu ist gut erforscht: Es ist das Hormon Dopamin, das da am Werke ist. Es verschafft uns immer wieder winzig kleine Glücksgefühle. Die uns umgebende Welt ist heute stark darauf ausgerichtet, mit allen Finessen und Tricks unsere Aufmerksamkeit zu erlangen und das Belohnungszentrum in unserem Hirn anzusprechen. Bei Medien wie z. B. Facebook, WhatsApp, YouTube, Online-Spiele, das Smartphone insgesamt oder bei anderen Quellen sind die Ablenkungen meist so gestaltet, dass ein Teil unseres Hirns stets nach immer mehr verlangt. Es entsteht eine echte Sucht danach, denn das Dopamin wirkt direkt auf eben dieses Belohnungszentrum. Auf einem völlig anderen Blatt steht, dass in den allermeisten Fällen viele Daten über uns gesammelt und damit enorm viel Geld verdient wird.

Und wie sieht’s innen aus?
Wir funktionieren. Die eine oder der andere besser oder schlechter. Aber die Dinge laufen so vor sich hin – und letztlich entspricht es oft nicht uns, was wir tun, sondern wir folgen nur Mustern, die wir einmal vor langer Zeit gelernt haben. Hier und da halten wir es einfach nicht mehr aus – sind erschöpft und kommen gar nicht mehr in unsere Kraft. Doch dann holen wir uns auf unseren bevorzugten Wegen die kleine oder auch mal größere Belohnungs-/Dopamin-Einheit und schon geht es wieder – irgendwie. „Muss ja“ oder „So bin ich halt“, sind die Ausreden vor uns selbst.
Und ohne jede Warnung fängt ein neuer Tag an. Bei manchen allerdings geht es so Stück für Stück in Richtung Depression, ausgebrannt sein und/oder in andere destruktive Süchte. Wir wollen einfach weg – von uns selbst.

Was passiert da? Unterschwellig – und manchmal spüren wir das – ist da eine fehler-suchende Instanz, die unser Tun, unser Verhalten, unser Handeln – letztlich also uns selbst – ständig beurteilt. Wir sind zu dünn, zu dick, zu wenig fit, zu schüchtern, zu wenig erfolgreich (nach welcher Definition auch immer), wir sind minderwertig, zu wenig oder zu viel dies oder das. Irgendwo ist immer ein Fehler und in gewisser Weise – so sagen wir uns auf dieser Ebene – muss es ja doch so sein, dass wir selbst ein Fehler sind. Es gilt also, daran herumzuwerkeln und herumzukritisieren, und vielleicht werden wir dann irgendwann endlich so, wie wir sein sollen. Nur, wie sollen oder wollen wir denn genau sein? Seltsamerweise gibt die Fehlersuch-Instanz nie Ruhe, für sie ist es ohnehin nie genug und wir weichen dieser Frage auch meistens aus. Doch wieso machen wir trotzdem immer weiter – und halten diesen inneren Zustand aus? Bis beispielsweise die Depression ausbricht? Das ist der zweite große Faktor: Es ist etwas makaber, aber dieser Zustand gibt uns Sicherheit.

Es gibt einen Spruch: „Am Ende der Nerven ist oft noch zu viel Kind übrig“ – Ich meine, so ist es tatsächlich. Da unser Hirn Veränderungen gar nicht mag und unsere Muster immer um ihr Fortbestehen kämpfen, kann es also durchaus sein, dass es schwierig ist, da rauszukommen. Es geht uns womöglich nicht besonders gut, doch obwohl diese „Komfortzone“ oft wenig mit Komfortgefühl zu tun hat, fühlt sich das für bestimmte Anteile in uns doch wenigstens „sicher“ und bekannt an. Da wir aber trotzdem im Leiden sind, landen wir in der nächsten „Falle“: Wir gehen in den Widerstand, gegen unsere Gefühle, gegen die Welt, gegen uns selbst. Dieser Teufelskreis führt dann manchmal bis zum Burnout/Depression, Süchten oder auch zu abnormen körperlichen Phänomenen.

Natürlich gibt es auch noch weitere Dinge, die unser Leben beeinflussen. Doch die ununterbrochene „Verführung“ zu kleinen Glücksgefühlen sowie unser Sicherheitsbedürfnis sind zwei sehr starke Faktoren.

Was können wir tun, wenn wir merken, wir „funktionieren“ mehr als dass wir „leben“? Wie finden wir wieder zu uns selbst?

Hier die gute Nachricht:
Der erste Schritt ist bereits getan, wenn wir uns eben diese Zwickmühle bewusst machen. Selbstbewusstheit ist dabei nicht etwas, was wir an- oder ausknipsen. Es ist tatsächlich ein Stück vergleichbar mit einer Situation, in der wir einen kaum benutzten Muskel erstmal trainieren müssen, bis wir ihn (wieder) gut nutzen können. Darüber gelingt uns dann oft der zweite Schritt: Es gilt, sowohl den zahlreichen Einflüssen im Außen als auch den inneren, immer wieder ablaufenden alten „Schallplatten“ nicht länger zu glauben.
Es geht also darum, nicht länger an sich selbst zu zweifeln, sondern an den Konzepten, die sich zwischen uns und unser Leben stellen. „Glaube nicht alles, was du denkst“ ist ein sehr heilsames Motto. Was ist es, was unseren inneren Raum besetzt hält? Und wie gelingt es uns, Platz zu schaffen für neue Perspektiven und für die echte Entfaltung unseres Lebens?
Genau das will unser Leben, dass wir uns selbst annehmen und entwickeln. Es findet seinen eigenen „Roten Faden“, wenn wir es lassen und wirklich erwachsen werden wollen – auch wenn dieser „Rote Faden“ manchmal anders verläuft, als wir denken. Das können wir tun: in uns hineinhorchen und möglichst bewusst wahrnehmen, was wir uns (immer noch) für Hindernisse in den Weg legen oder legen lassen, sei es durch äußere oder durch innere Einflüsse – und darüber hinaus wahrnehmen, in welche Richtung es uns zieht und unserem Herzen folgen. Wir sind die Erfüllung der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

Braucht eine solche Selbstentwicklung Mut?
Ja, natürlich. Und das Synonym für Mut ist Courage: Das kommt aus dem Französischen und beinhaltet das Wort coeur, also Herz(!): So schließt sich der Kreis!

Auf diese Weise wird „Selbst-Ent-Deckung“ möglich und das eigene Leben zu einem großen, wunderbaren Abenteuer.
Seneca, der römische Philosoph, brachte es vor etwa 2000 Jahren bereits ziemlich auf den Punkt:

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir’s nicht – sondern weil wir’s nicht wagen ist es schwer!“

Hermann Häfele unterstützt und begleitet Menschen, ihren eigenen „Roten Faden“ (wieder)zu finden – für die eigene Positionierung, bei Krisenüberwindung und/oder bei persönlicher Weiterentwicklung in allen Lebensfeldern. Mehr Infos auf www.roter-faden-coaching.de



 

Selbstentdeckung durch Perspektivwechsel. Den eigenen "Roten Faden" finden ... von Hermann Häfele


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Wir könnten zunächst fragen, was wir von der Selbstentdeckung haben. Uns selbst zu ent-decken. Oder auch, was wir davon haben, eben das nicht zu tun. Es ist nämlich in aller Regel nicht im Interesse unserer inneren Muster und antrainierten Programme, dass wir uns überhaupt damit beschäftigen. Und, ja, es gibt zahlreiche Kräfte und Einflüsse im Außen, die das ebenfalls nicht so toll finden, denn wir sollen ja lieber „funktionieren“ und ganz „der oder die Alte“ bleiben. Warum? Die inneren und die äußeren Kräfte wollen, dass wir uns ablenken lassen, beide wollen unsere Aufmerksamkeit und, dass wir ihnen glauben, was sie uns in Form von Gedanken und Glaubenssätzen vorgaukeln. Die beiden Haupttreiber – es sind gewiss nicht die einzigen, die uns oft in unseren inneren Zwängen und Schleifen verweilen lassen, sind zwei mächtige Faktoren: Miniglücksgefühle und Sicherheit.

Zunächst ins Außen:
Der neurowissenschaftliche Hintergrund dazu ist gut erforscht: Es ist das Hormon Dopamin, das da am Werke ist. Es verschafft uns immer wieder winzig kleine Glücksgefühle. Die uns umgebende Welt ist heute stark darauf ausgerichtet, mit allen Finessen und Tricks unsere Aufmerksamkeit zu erlangen und das Belohnungszentrum in unserem Hirn anzusprechen. Bei Medien wie z. B. Facebook, WhatsApp, YouTube, Online-Spiele, das Smartphone insgesamt oder bei anderen Quellen sind die Ablenkungen meist so gestaltet, dass ein Teil unseres Hirns stets nach immer mehr verlangt. Es entsteht eine echte Sucht danach, denn das Dopamin wirkt direkt auf eben dieses Belohnungszentrum. Auf einem völlig anderen Blatt steht, dass in den allermeisten Fällen viele Daten über uns gesammelt und damit enorm viel Geld verdient wird.

Und wie sieht’s innen aus?
Wir funktionieren. Die eine oder der andere besser oder schlechter. Aber die Dinge laufen so vor sich hin – und letztlich entspricht es oft nicht uns, was wir tun, sondern wir folgen nur Mustern, die wir einmal vor langer Zeit gelernt haben. Hier und da halten wir es einfach nicht mehr aus – sind erschöpft und kommen gar nicht mehr in unsere Kraft. Doch dann holen wir uns auf unseren bevorzugten Wegen die kleine oder auch mal größere Belohnungs-/Dopamin-Einheit und schon geht es wieder – irgendwie. „Muss ja“ oder „So bin ich halt“, sind die Ausreden vor uns selbst.
Und ohne jede Warnung fängt ein neuer Tag an. Bei manchen allerdings geht es so Stück für Stück in Richtung Depression, ausgebrannt sein und/oder in andere destruktive Süchte. Wir wollen einfach weg – von uns selbst.

Was passiert da? Unterschwellig – und manchmal spüren wir das – ist da eine fehler-suchende Instanz, die unser Tun, unser Verhalten, unser Handeln – letztlich also uns selbst – ständig beurteilt. Wir sind zu dünn, zu dick, zu wenig fit, zu schüchtern, zu wenig erfolgreich (nach welcher Definition auch immer), wir sind minderwertig, zu wenig oder zu viel dies oder das. Irgendwo ist immer ein Fehler und in gewisser Weise – so sagen wir uns auf dieser Ebene – muss es ja doch so sein, dass wir selbst ein Fehler sind. Es gilt also, daran herumzuwerkeln und herumzukritisieren, und vielleicht werden wir dann irgendwann endlich so, wie wir sein sollen. Nur, wie sollen oder wollen wir denn genau sein? Seltsamerweise gibt die Fehlersuch-Instanz nie Ruhe, für sie ist es ohnehin nie genug und wir weichen dieser Frage auch meistens aus. Doch wieso machen wir trotzdem immer weiter – und halten diesen inneren Zustand aus? Bis beispielsweise die Depression ausbricht? Das ist der zweite große Faktor: Es ist etwas makaber, aber dieser Zustand gibt uns Sicherheit.

Es gibt einen Spruch: „Am Ende der Nerven ist oft noch zu viel Kind übrig“ – Ich meine, so ist es tatsächlich. Da unser Hirn Veränderungen gar nicht mag und unsere Muster immer um ihr Fortbestehen kämpfen, kann es also durchaus sein, dass es schwierig ist, da rauszukommen. Es geht uns womöglich nicht besonders gut, doch obwohl diese „Komfortzone“ oft wenig mit Komfortgefühl zu tun hat, fühlt sich das für bestimmte Anteile in uns doch wenigstens „sicher“ und bekannt an. Da wir aber trotzdem im Leiden sind, landen wir in der nächsten „Falle“: Wir gehen in den Widerstand, gegen unsere Gefühle, gegen die Welt, gegen uns selbst. Dieser Teufelskreis führt dann manchmal bis zum Burnout/Depression, Süchten oder auch zu abnormen körperlichen Phänomenen.

Natürlich gibt es auch noch weitere Dinge, die unser Leben beeinflussen. Doch die ununterbrochene „Verführung“ zu kleinen Glücksgefühlen sowie unser Sicherheitsbedürfnis sind zwei sehr starke Faktoren.

Was können wir tun, wenn wir merken, wir „funktionieren“ mehr als dass wir „leben“? Wie finden wir wieder zu uns selbst?

Hier die gute Nachricht:
Der erste Schritt ist bereits getan, wenn wir uns eben diese Zwickmühle bewusst machen. Selbstbewusstheit ist dabei nicht etwas, was wir an- oder ausknipsen. Es ist tatsächlich ein Stück vergleichbar mit einer Situation, in der wir einen kaum benutzten Muskel erstmal trainieren müssen, bis wir ihn (wieder) gut nutzen können. Darüber gelingt uns dann oft der zweite Schritt: Es gilt, sowohl den zahlreichen Einflüssen im Außen als auch den inneren, immer wieder ablaufenden alten „Schallplatten“ nicht länger zu glauben.
Es geht also darum, nicht länger an sich selbst zu zweifeln, sondern an den Konzepten, die sich zwischen uns und unser Leben stellen. „Glaube nicht alles, was du denkst“ ist ein sehr heilsames Motto. Was ist es, was unseren inneren Raum besetzt hält? Und wie gelingt es uns, Platz zu schaffen für neue Perspektiven und für die echte Entfaltung unseres Lebens?
Genau das will unser Leben, dass wir uns selbst annehmen und entwickeln. Es findet seinen eigenen „Roten Faden“, wenn wir es lassen und wirklich erwachsen werden wollen – auch wenn dieser „Rote Faden“ manchmal anders verläuft, als wir denken. Das können wir tun: in uns hineinhorchen und möglichst bewusst wahrnehmen, was wir uns (immer noch) für Hindernisse in den Weg legen oder legen lassen, sei es durch äußere oder durch innere Einflüsse – und darüber hinaus wahrnehmen, in welche Richtung es uns zieht und unserem Herzen folgen. Wir sind die Erfüllung der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

Braucht eine solche Selbstentwicklung Mut?
Ja, natürlich. Und das Synonym für Mut ist Courage: Das kommt aus dem Französischen und beinhaltet das Wort coeur, also Herz(!): So schließt sich der Kreis!

Auf diese Weise wird „Selbst-Ent-Deckung“ möglich und das eigene Leben zu einem großen, wunderbaren Abenteuer.
Seneca, der römische Philosoph, brachte es vor etwa 2000 Jahren bereits ziemlich auf den Punkt:

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir’s nicht – sondern weil wir’s nicht wagen ist es schwer!“

Hermann Häfele unterstützt und begleitet Menschen, ihren eigenen „Roten Faden“ (wieder)zu finden – für die eigene Positionierung, bei Krisenüberwindung und/oder bei persönlicher Weiterentwicklung in allen Lebensfeldern. Mehr Infos auf www.roter-faden-coaching.de



 

Selbstentdeckung durch Perspektivwechsel. Den eigenen "Roten Faden" finden ... von Hermann Häfele


art96137
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Wir könnten zunächst fragen, was wir von der Selbstentdeckung haben. Uns selbst zu ent-decken. Oder auch, was wir davon haben, eben das nicht zu tun. Es ist nämlich in aller Regel nicht im Interesse unserer inneren Muster und antrainierten Programme, dass wir uns überhaupt damit beschäftigen. Und, ja, es gibt zahlreiche Kräfte und Einflüsse im Außen, die das ebenfalls nicht so toll finden, denn wir sollen ja lieber „funktionieren“ und ganz „der oder die Alte“ bleiben. Warum? Die inneren und die äußeren Kräfte wollen, dass wir uns ablenken lassen, beide wollen unsere Aufmerksamkeit und, dass wir ihnen glauben, was sie uns in Form von Gedanken und Glaubenssätzen vorgaukeln. Die beiden Haupttreiber – es sind gewiss nicht die einzigen, die uns oft in unseren inneren Zwängen und Schleifen verweilen lassen, sind zwei mächtige Faktoren: Miniglücksgefühle und Sicherheit.

Zunächst ins Außen:
Der neurowissenschaftliche Hintergrund dazu ist gut erforscht: Es ist das Hormon Dopamin, das da am Werke ist. Es verschafft uns immer wieder winzig kleine Glücksgefühle. Die uns umgebende Welt ist heute stark darauf ausgerichtet, mit allen Finessen und Tricks unsere Aufmerksamkeit zu erlangen und das Belohnungszentrum in unserem Hirn anzusprechen. Bei Medien wie z. B. Facebook, WhatsApp, YouTube, Online-Spiele, das Smartphone insgesamt oder bei anderen Quellen sind die Ablenkungen meist so gestaltet, dass ein Teil unseres Hirns stets nach immer mehr verlangt. Es entsteht eine echte Sucht danach, denn das Dopamin wirkt direkt auf eben dieses Belohnungszentrum. Auf einem völlig anderen Blatt steht, dass in den allermeisten Fällen viele Daten über uns gesammelt und damit enorm viel Geld verdient wird.

Und wie sieht’s innen aus?
Wir funktionieren. Die eine oder der andere besser oder schlechter. Aber die Dinge laufen so vor sich hin – und letztlich entspricht es oft nicht uns, was wir tun, sondern wir folgen nur Mustern, die wir einmal vor langer Zeit gelernt haben. Hier und da halten wir es einfach nicht mehr aus – sind erschöpft und kommen gar nicht mehr in unsere Kraft. Doch dann holen wir uns auf unseren bevorzugten Wegen die kleine oder auch mal größere Belohnungs-/Dopamin-Einheit und schon geht es wieder – irgendwie. „Muss ja“ oder „So bin ich halt“, sind die Ausreden vor uns selbst.
Und ohne jede Warnung fängt ein neuer Tag an. Bei manchen allerdings geht es so Stück für Stück in Richtung Depression, ausgebrannt sein und/oder in andere destruktive Süchte. Wir wollen einfach weg – von uns selbst.

Was passiert da? Unterschwellig – und manchmal spüren wir das – ist da eine fehler-suchende Instanz, die unser Tun, unser Verhalten, unser Handeln – letztlich also uns selbst – ständig beurteilt. Wir sind zu dünn, zu dick, zu wenig fit, zu schüchtern, zu wenig erfolgreich (nach welcher Definition auch immer), wir sind minderwertig, zu wenig oder zu viel dies oder das. Irgendwo ist immer ein Fehler und in gewisser Weise – so sagen wir uns auf dieser Ebene – muss es ja doch so sein, dass wir selbst ein Fehler sind. Es gilt also, daran herumzuwerkeln und herumzukritisieren, und vielleicht werden wir dann irgendwann endlich so, wie wir sein sollen. Nur, wie sollen oder wollen wir denn genau sein? Seltsamerweise gibt die Fehlersuch-Instanz nie Ruhe, für sie ist es ohnehin nie genug und wir weichen dieser Frage auch meistens aus. Doch wieso machen wir trotzdem immer weiter – und halten diesen inneren Zustand aus? Bis beispielsweise die Depression ausbricht? Das ist der zweite große Faktor: Es ist etwas makaber, aber dieser Zustand gibt uns Sicherheit.

Es gibt einen Spruch: „Am Ende der Nerven ist oft noch zu viel Kind übrig“ – Ich meine, so ist es tatsächlich. Da unser Hirn Veränderungen gar nicht mag und unsere Muster immer um ihr Fortbestehen kämpfen, kann es also durchaus sein, dass es schwierig ist, da rauszukommen. Es geht uns womöglich nicht besonders gut, doch obwohl diese „Komfortzone“ oft wenig mit Komfortgefühl zu tun hat, fühlt sich das für bestimmte Anteile in uns doch wenigstens „sicher“ und bekannt an. Da wir aber trotzdem im Leiden sind, landen wir in der nächsten „Falle“: Wir gehen in den Widerstand, gegen unsere Gefühle, gegen die Welt, gegen uns selbst. Dieser Teufelskreis führt dann manchmal bis zum Burnout/Depression, Süchten oder auch zu abnormen körperlichen Phänomenen.

Natürlich gibt es auch noch weitere Dinge, die unser Leben beeinflussen. Doch die ununterbrochene „Verführung“ zu kleinen Glücksgefühlen sowie unser Sicherheitsbedürfnis sind zwei sehr starke Faktoren.

Was können wir tun, wenn wir merken, wir „funktionieren“ mehr als dass wir „leben“? Wie finden wir wieder zu uns selbst?

Hier die gute Nachricht:
Der erste Schritt ist bereits getan, wenn wir uns eben diese Zwickmühle bewusst machen. Selbstbewusstheit ist dabei nicht etwas, was wir an- oder ausknipsen. Es ist tatsächlich ein Stück vergleichbar mit einer Situation, in der wir einen kaum benutzten Muskel erstmal trainieren müssen, bis wir ihn (wieder) gut nutzen können. Darüber gelingt uns dann oft der zweite Schritt: Es gilt, sowohl den zahlreichen Einflüssen im Außen als auch den inneren, immer wieder ablaufenden alten „Schallplatten“ nicht länger zu glauben.
Es geht also darum, nicht länger an sich selbst zu zweifeln, sondern an den Konzepten, die sich zwischen uns und unser Leben stellen. „Glaube nicht alles, was du denkst“ ist ein sehr heilsames Motto. Was ist es, was unseren inneren Raum besetzt hält? Und wie gelingt es uns, Platz zu schaffen für neue Perspektiven und für die echte Entfaltung unseres Lebens?
Genau das will unser Leben, dass wir uns selbst annehmen und entwickeln. Es findet seinen eigenen „Roten Faden“, wenn wir es lassen und wirklich erwachsen werden wollen – auch wenn dieser „Rote Faden“ manchmal anders verläuft, als wir denken. Das können wir tun: in uns hineinhorchen und möglichst bewusst wahrnehmen, was wir uns (immer noch) für Hindernisse in den Weg legen oder legen lassen, sei es durch äußere oder durch innere Einflüsse – und darüber hinaus wahrnehmen, in welche Richtung es uns zieht und unserem Herzen folgen. Wir sind die Erfüllung der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

Braucht eine solche Selbstentwicklung Mut?
Ja, natürlich. Und das Synonym für Mut ist Courage: Das kommt aus dem Französischen und beinhaltet das Wort coeur, also Herz(!): So schließt sich der Kreis!

Auf diese Weise wird „Selbst-Ent-Deckung“ möglich und das eigene Leben zu einem großen, wunderbaren Abenteuer.
Seneca, der römische Philosoph, brachte es vor etwa 2000 Jahren bereits ziemlich auf den Punkt:

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir’s nicht – sondern weil wir’s nicht wagen ist es schwer!“

Hermann Häfele unterstützt und begleitet Menschen, ihren eigenen „Roten Faden“ (wieder)zu finden – für die eigene Positionierung, bei Krisenüberwindung und/oder bei persönlicher Weiterentwicklung in allen Lebensfeldern. Mehr Infos auf www.roter-faden-coaching.de