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Gedankengut, alles gut ... von Magdalena Werner


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© Victor Tongdee_AdobeStock

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Wenn der Mensch im Einklang mit dem natürlichen Rhythmus der Erde lebt, dann ist seine Hauptbewegung zur Winterzeit nach innen und im Sommer nach außen gerichtet. In der dunklen Zeit sollten wir das Augenmerk darauf richten, das Licht in uns zu erhellen, in der hellen Jahreszeit geht es dann darum, mit diesem Licht unsere Umgebung zu erhellen, es nach außen strahlen zu lassen. Ob der spirituellen Kraft des Übergangs aus der Dunkelheit ins Licht, wissen auch die alten indigenen Kulturen sowie alle Weltreligionen und nutzen sie als eine jährliche Fastenzeit zur Vorbereitung und Besinnung auf das im Frühling aufkeimende Leben.

Das Fasten ist nicht nur eine der ältesten Methoden zur Reinigung des Körpers. Der Praktizierende ist auch aufgerufen, sich von Dingen, Zwängen und Gedankenmustern zu befreien, die seine Verbindung zur Lebensquelle beeinträchtigen oder ihn von wichtigen Dingen im Leben abhalten. Sowohl auf persönlicher als auch auf kollektiver Ebene, geht es um das Loslassen des Alten und das Hereinbringen des Neuen. Dies kann manchmal ein schmerzhafter Prozess sein, da gravierende Veränderungen für die meisten Menschen eine Herausforderung sind. Im Wesentlichen können wir uns in diesem Zeitraum zwischen Winter und Frühling dazu ermutigt fühlen, tief in unser eigenes Leben zu blicken und uns auf jeglichen Ebenen zu reinigen und zu entgiften.

Der Einfluss von Gedankenvergiftung
Spirituell betrachtet ist der Körper der äußere Ausdruck und das Instrument einer tieferen und weiteren Wirklichkeit, die wir durch unsere Gedanken formen. „Gedankengut“ heißt im Englischen „Body of Thought“, was die Wirkkraft zwischen Gedankenkonstrukten und körperlichen und materiellen Manifestationen sehr deutlich macht. Aber was ist, wenn das Gedankengut nun nicht „gut“ ist, sondern „schlecht“?

Die Einblicke, die ich in meiner Heilpraxis gewinnen darf, zeigen deutlich, dass die meisten Menschen mit vergifteten Gedanken herumlaufen, ohne sie als Auslöser für ihr mitunter körperliches Unwohlsein zu erkennen. Auch eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen hat einen Zusammenhang zwischen unserem geistig-psychischen Zustand und unserer Gesundheit belegt. Giftige negative Gedanken, die Gefühle der Unzulänglichkeit und der Scham, Ärger und Angst und ständige Selbstzweifel kreieren, blockieren den Energiefluss in unserem Körper und können die Ansammlung von Giften und schädlichen Stoffen fördern, was wiederum das Risiko für viele Krankheiten vergrößern kann. Geist und Körper sind untrennbar miteinander verbunden. Eine positive geistige Haltung ist wahrscheinlich die beste Medizin, die wir einnehmen können.

Gedankenreinigung
Um uns von seelischem Gift zu befreien, müssen wir einen Blick in die Tiefe wagen und uns mit unseren dunklen Gedanken auseinandersetzen. Um neu zu denken, müssen wir uns darüber bewusst werden, was wir bisher gedacht haben. Orientieren wir uns an dem von C. G. Jung geprägten Begriff des „Schattens“, liegen in unserem persönlichem Schatten alle dunklen Aspekte, sogenannte negative Seiten und Gedanken, die wir an uns verurteilen, verleugnen und unterdrücken. Unser Unterbewusstsein hat hierbei alle konfliktbeladenen und krankmachenden Erinnerungen gespeichert als sogenannte Unerlöste Seelische Konflikte.

Solange wir das, was tief in uns ist, vor uns und anderen verstecken, sind wir nicht frei und erschaffen Blockaden, die auf jeglichen Ebenen wirken können und sich auch körperlich niederschlagen können.
So wie eine Fastenkur eine gute Möglichkeit ist, den Körper zu reinigen, sollten wir uns auch von Gedankenschlacken trennen.


Die Kinesiologie ist ein wirksames Biofeedback-Tool, um innere Blockaden und die Ursachen von Krankheiten auf unterschiedlichen Körper- bzw. Bewusstseinsebenen aufzuspüren und zu lösen. Sie schafft die Möglichkeit, beeinträchtigende Gedanken- oder Gefühlsmuster ins Bewusstsein zu bringen und ihren Bezug zu körperlichen Beschwerden verständlich zu machen (Was will mir meine Krankheit sagen?). Durch das Aufspüren, ihre Bewusstmachung und Annahme, können einst giftige Schattengedanken in positive Gedankenbahnen geleitet werden. Es wird eine Neuausrichtung des Körper-Geist-Seele-Bodys erlangt, das ein inneres Gleichgewicht und eine schrittweise Gesundwerdung möglich macht.

Veränderungen im Lebenszyklus
Folgen wir dem Beispiel der Natur, befinden wir uns nun in der Vorbereitung auf wohltuende Veränderungen in unserem Lebenszyklus. Widmen wir uns dem, was noch im Dunklen liegt, kann das einen verheißungsvollen und lichtvollen Ausdruck in unserem Leben mit sich bringen.
Ob Sie nun aktiv Fasten und/oder Schattenarbeit leisten wollen oder nicht: Gönnen Sie sich in dieser Zeit der Transition die Ruhe für eine innere Entdeckungsreise, innere Wachstumsprozesse und eine geistige Erneuerung. Die durch die tiefe Ergründung unserer Dunkelheit und die bewusste Reinigung von Gedankengift entstehenden Freiräume, erlauben uns eine ehrliche Innenschau bis hin zu einer positiven Neuausrichtung unserer Stärken, Begabungen und Potenziale. Somit darf dann auch wieder die einstige Bedeutung des althochdeutschen Wortes „Gift“ (wie auch im Englischen „gift“) in Erscheinung treten: Gabe, Geschenk, Schenkung.

Magdalena Werner: Dipl. Kinesiologin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, MA Organisationskulturen und Wissenstransfer. Mit Hauptaugenmerk auf transformativer Bewusstseinsarbeit und traumasensitive Körperarbeit begleitet Magdalena Werner Menschen sowohl bei körperlichen, als auch bei emotionalen Prozessen. www.magdalena-werner.com