aktuelle Seite: Artikel   

Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2019. 04: Die Brennnessel - Urtica

Pflanzentipp von Uta Kübler

art95516
© coco_AdobeStock

Vergrößern hier klicken.
Die Brennnessel kennt doch Jeder ... oder?

Wahrscheinlich hat jeder eine Story zu erzählen, erinnert sich an die erste Wahrnehmung – bei der Brennnessel ist es meist eine schmerzhaft-brennende. Dabei haben wir es hier mit einem wahren Multitalent zu tun – schon seit Urzeiten wird sie als Heil-, Speise- und Nutzpflanze eingesetzt. In der Textilindustrie wurden allerfeinste Nesselstoffe – weich und seidig glänzend – aus ihren Fasern hergestellt, natürlich auch grobe, kratzende für das sogenannte „Volk“.
Um angebaute Nutzpflanzen zu kräftigen, wird Brennnesseljauche eingesetzt. Sie macht die Pflanzen weniger anfällig gegen Schädlinge und verbessert die Erträge. Die Brennnessel ist auch als Kraftfutter für Geflügel, Kühe, Schweine und Pferde wertvoll. Warum sollten wir Menschen auf dieses leckere „Kraftfutter“ verzichten? Als Nahrungspflanze kann sie zum Beispiel wie Spinat verwendet werden oder als Zutat für Saucen, Suppen und Kräuterbutter. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Schon seit Jahrhunderten wird das Brennnesselkraut, oft gemischt mit anderen Kräutern, und in Frühjahrskuren zur Entschlackung und Blutreinigung empfohlen. Es wird angewandt bei rheumatischen Beschwerden aller Art wie Arthrose und Gicht. Auszüge aus der Brennnessel wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, regen außerdem die Nieren an und fördern die Ausscheidung von Harnsäure erheblich. In der Volksmedizin wird die Brennnessel auch als „blutbildendes“ Mittel eingesetzt – bei Leberbeschwerden und bei Hauterkrankungen.
Die Wurzel ist hilfreich bei Erkrankungen der Prostata. Durch die moderne Laboranalytik wissen wir heute, dass die Brennnessel eine unserer mineralstoffreichsten Pflanzen ist. In ihrer Asche finden sich bis zu 6 % Eisen. Außerdem enthält sie Kalzium, Kalium, Kieselsäure, Magnesium, um nur einige zu nennen. Vitamin A, verschiedene B-Vitamine, Vitamin C und K, Chlorophyll und vieles mehr, das unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden unterstützt.

Anwendungstipp:
Für einen morgendlichen „Powerdrink“, der auch Kindern schmeckt, geben Sie in den Entsafter (für 2 bis 3 Portionen):
1 Handvoll frische Brennnesselblätter
1 Möhre
1 Apfel
1 geschälte Orange
Jeden Morgen ein Gläschen gibt Schwung für den Tag.

Und wer es ernst meint mit dem Schutz und Erhalt der Insekten, lässt zumindest in einer Ecke seines Gartens die Brennnesseln stehen. Mehrere Schmetterlingsarten brauchen sie als Futter für ihre Raupen.

Uta Kübler, die Autorin dieses Heilpflanzentipps ist Heilpraktikerin und Dozentin für Pflanzenheilkunde. Weitere Infos auch zu Intensivkursen finden Sie auf www.pflanzenheilkunde.berlin


Intensivkurs Pflanzenheilkunde - Start am 30. März 2019.
Nächsten Kurs anfragen.

web: http://www.pflanzenheilkunde.berlin