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Ausgabe April 2019
Intime Beziehungen in Fülle leben ... von Barbara Simonsohn


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© Jacob Lund_AdobeStock

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Vor mehr als 40 Jahren fragte ich mal ein Mitglied der Findhorn-Gemeinschaft, wie er sich erfüllte intime Beziehungen vorstellt, und er antwortete: „Wenn beide den Wunsch haben, sich gegenseitig zu beschenken und die Freuden des Lebens miteinander zu teilen, kann es gelingen.“ Und er schaute mich glücklich und wissend an. Wenn wir dem anderen den Raum lassen, er oder sie selbst zu sein, ist Transformation möglich. Wir schenken einander ein Stück vom Paradies, bedingungslose Liebe. Wer Beziehungen eingeht und pflegt aus dem Bewusstsein der Fülle heraus, kommt ins Fülle- statt Mangelbewusstsein. Für viele ist am authentischen Reiki das Wichtigste, vom Mangel- ins Füllebewusstsein zu avancieren.


Das Kapitel 8 in „Jetzt“ von Eckart Tolle ist so anders, als was wir über Liebe gelernt haben, dass ich empfehle, es sich gegenseitig mehrmals die Woche vorzulesen. Wahre Liebe ist keine Hassliebe, das ist eine Karikatur von Liebe. Liebe ist ein Kind der Freiheit, und brauchen oder gebraucht werden hat nichts mit Liebe zu tun. Natürlich auch nicht mit Selbstoptimierung und Perfektionswahn. Alan Cohen sang, „There is a crack in everything where the light comes through“. Eckart Tolle lädt uns ein, die Illusion der Trennung zu überwinden und einzutreten in das fortgesetzte Bewusstsein der Einheit allen Seins. Denn in der Illusion der Trennung sind alle unsere Probleme angesiedelt, die individuellen und auch die globalen.
Authentisches Reiki kann uns auf einer tiefen Ebene jenseits der emotionalen miteinander verbinden. Jeden Tag können wir durch eine Ganzbehandlung oder den Tanz der Symbole an unserer AusstrahIung arbeiten. Indem unsere Ausstrahlung wächst, werden wir jenseits von äußerlichen Attributen attraktiv, wie eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts in München ergab. Mit dieser Methode können wir „dichte“ Energien wie Rechthaberei – Willst du rechthaben oder glücklich sein? – in höhere Frequenzen wie Achtung und Akzeptanz umwandeln. Indem wir ab dem 2. Grad unsere Beziehungen mit unseren Eltern transformieren – Wenn du denkst, du bist erleuchtet, verreise eine Woche mit deinen Eltern! – Lassen wir Projektionen los und sehen unser Gegenüber immer mehr so, wie er oder sie wirklich ist. Die Schwingung hinter den Worten wird sanfter und wohlwollender – der Ton macht die Musik.
Fast die Hälfte der Bundesdeutschen, Frauen wie Männer, sind laut Umfragen mit ihrem Sexualleben unzufrieden. Natürlich ist Sex ohne Liebe möglich. Aber, wenn wir beides gleichzeitig haben können, wofür würden wir uns entscheiden? Wichtig ist in meinen Augen, sich nicht von der Leidenschaft davontragen und sich von der emotionalen Ebene einfangen zu lassen. Das klingt prüde, ist es aber nicht. Um nicht „übereinander herzufallen“, ist eine Achtsamkeits-übung empfehlenswert. Wir sitzen einander gegenüber, ohne uns an den Händen zu halten oder zu berühren. Wir stellen uns vor, dass eine Lichtspirale all unsere Energiezentren von unten nach oben verbindet. Erst schauen wir uns in die Augen dabei, dann schließen wir sie und genießen still die Harmonisierung unserer feinstofflichen Energien.
Auch wenn es im Folgenden intim wird, achten wir auf Achtsamkeit und Langsamkeit. Wir lassen uns von Gefühlen und Leidenschaft nicht aus der Balance bringen. Hilfreich sind Bücher zur Vorbereitung wie „Das Tao der Liebe“ von Jolan Chang oder von Diana Richardson, „Slow Sex“.
Wer einmal die gleichnamige DVD von Richardson angeschaut hat mit Partnern, die sich dankbar anstrahlen, kann die Dimension dieser Methode erahnen. Nach einem meditativen intimen Austausch fühlen Mann und Frau sich tagelang „wie auf Wolken“.

Die Fixierung auf den Orgasmus und besonders auf die Stimulierung der Klitoris wird von Diana Richardson eher als „Ablenkungsmanöver“ betrachtet. Im Vordergrund sollte in ihren Augen die Vereinigung von männlicher und weiblicher Energie, die Verschmelzung von Mann und Frau während des Koitus stehen.
Zur Transformation sexueller Energie im Vorfeld und grundsätzlich hat sich der sechste Ritus der „Fünf Tibeter“ bewährt, täglich 3- bis 6-mal ausgeführt. Sexuelle Energie wird dabei die oberen Chakren hinaufgezogen und befruchtet diese. Es findet dabei eine Transformation oder Sublimierung statt. Man kann während des Aktes mit Mantren arbeiten, deren Frequenz einen in höhere Bewusstseinsebenen bringt. Ich habe diese von einem hawaiianischen Tantra-Meister gelernt. Zur Aktivierung des sexuellen Feuers auf einer höheren Ebene können beide still mit dem Mantra „Om Adi Om“ arbeiten und kurz vor dem Höhepunkt mit „Pa da Oma“ zur Transformation dieser Energie ins Einheitsbewusstsein beitragen.
Vor, während und nach dem körperlichen Akt können die Partner im Sitzen oder Liegen eine Hand aufs das Herzzentrum des anderen legen, um eine tiefe innere Verbindung von Herz zu Herz zu erzeugen und aufrechtzuerhalten. Wer den 2. Grad erlernt hat, kann zusätzlich mit kosmischen Symbolen arbeiten und sich zum Beispiel vorstellen, dass das TKR-Symbol aus unseren Händen oder Augen in den Körper des Partners hineinfließt oder unsere Herzzentren miteinander verbindet. Dies geht auch mit der Lemniskate oder liegenden Acht.
Bringen wir universelle Energie in unsere sexuellen Aktivitäten mit ein, können wir mit unserem Partner tiefe Erfahrungen von Liebe, Vertrauen, Einheit und Fürsorglichkeit machen. Geben wir uns gegenseitig mehrmals oder mindestens einmal die Woche eine Ganzbehandlung, erweitert sich unsere Palette des tiefen Austausches miteinander. Wir stärken unsere Verbindung auf den inneren Ebenen und erleben dann auch das körperliche Zusammensein intensiver.
Authentisches Reiki ermöglicht körperliche Berührungen jenseits von Erotik, und stellt auch eine Möglichkeit der Spiritualisierung unserer sexuellen Aktivitäten dar. Ganz von allein versorgen wir uns gegenseitig, bei jedem Hautkontakt, mit universeller oder kosmischer Energie und laden dabei gegenseitig unsere Lebensbatterien auf. Wenn die Gedanken beim Liebesakt abschweifen, können wir denken: „Aus dir strahlt Gottes ewige Liebe, Gottes Liebe segnet dich.“ Dann sind wir wieder „in der Spur“ und haben eine Ahnung, wer vor uns sitzt oder liegt: ein göttliches Wesen wie wir, das sich übt in Einheitsbewusstsein. Unsere sexuellen Aktivitäten werden so zu einer Quelle der Freude und des Friedens.
Den Himmel auf die Erde bringen, heißt, jeden Aspekt des Alltags zu spiritualisieren. Die Schöpfungskraft sollten wir daher nicht gerade vor dem Schlafzimmer außen vor lassen. So wird der Liebesakt eine Gelegenheit, die Herzensverbindung auch im Alltag aufrechtzuerhalten und das erlebte Einheitsbewusstsein auch auf andere Menschen und Lebewesen auszudehnen. Es wird dann zu einem inneren Training, mehr Liebe und Frieden in die Welt zu bringen. Eine Welt voller erfüllter Menschen – wie schön könnte diese sein. Ersatzbefriedigungen hörten auf, und alles Handeln aus dem Mangelbewusstsein. Konsumterror hätte keine Macht mehr über uns. In intimen Beziehungen liegt ein Schlüssel für die Transformation der Energie auf diesem Planeten.

Barbara Simonsohn studierte Sozialwissenschaften. Sie war 10 Jahre in der Findhorn-Gemeinschaft in Schottland, wo sie u. a. auch einige ganzheitliche Heilmethoden lernte. 1984 schloss sie ihre Ausbildung als Lehrerin für das „Authentische Reiki“ bei Dr. Barbara Ray in den USA ab. Sie ist nunmehr Autorin unzähliger Bücher. www.Barbara-Simonsohn.de

Literaturtipps: Barbara Simonsohn: „Das authentische Reiki“, Jim Humble Verlag, Hardcover, 281 Seiten, 19,95 Euro und „Reiki – innere Heilung und spirituelles Wachstum“, Schirner TB 9,95 Euro.


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