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Beitragsreihe 2019 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Acidum Fluoricum – Flusssäure

Ohne Schatten kein Licht

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© Roman Stetsyk _AdobeStock

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H. Schäfer: Worum geht es heute?
Andreas Krüger: Ich möchte heute über die Flusssäure sprechen: Acidum fluoricum. Mir ist es deswegen ein so großes Anliegen, darüber zu sprechen, weil wir in einer Zeit leben, die immer härter wird, immer materialistischer und unsolidarischer und egomanischer. Acidum fluoricum ist eines der wichtigsten Mittel für Menschen, die total verhärtet sind, die egoistisch sind, deren jegliche Zärtlichkeit verloren gegangen ist, bis dahin gehend, dass sie zutiefst sadistische Tendenzen annehmen können. Ich bin immer wieder begeistert, dass die Homöopathie eine so tiefe, verwandelnde Potenz hat, dass sie solchen Menschen, die eigentlich schon völlig verhärtet sind, helfen kann. Mein Lehrer Jürgen Becker hat einmal einen interessanten Hinweis gegeben: Vor vielen Jahren wurde es ja immer deutlicher, dass unsere Zähne wegen Zucker schlechter wurden. Nach entsprechenden Untersuchungen hatte die Zuckerindustrie natürlich Angst um ihre Umsätze. Gleichzeitig war die Aluminiumindustrie, die sich damals stark vergrößerte, nicht mehr in der Lage, ihre Abfälle an Flusssäure unterzubringen. Dann gab es wohl so einen Deal zwischen Flusssäure- und Zuckerindustrie, dass man sagte: Das Fluor, das bei der Aluminiumsäure abfiel, wird über die Mäuler der Weltbevölkerung verteilt, um dadurch die Zähne hart zu machen, damit die Menschen ihren Zucker weiter essen konnten. Die Zuckerindustrie hat die Industrie, die Fluoride herstellt, mit denen wir unsere Kinder füttern, um angeblich besseren Zahnschmelz zu kriegen, die Fluorindustrie auch ökonomisch unterstützt, weil ohne dieses Fluor hätten wir nur noch schwarze Zähne. Man sieht es auch bei Kindern von Späthippie-Eltern, die zwar sagen, dass sie ihren Kindern kein Fluor geben, aber sie schaffen es trotzdem nicht, sie von Nutella wegzuhalten. Aber diese Kinder haben schon oft völlig verwüstete Milchzähne, weil Zucker ohne Fluor die Zähne kaputt macht. Zucker mit Fluor macht zwar die Zähne hart, aber es macht auch die Seele hart.

Die Homöopathen haben ja manchmal einen Größenwahn, die Welt homöopathisch zu erklären …
Jürgen Becker sagte immer, dass die Welt so hart wird und so sadistisch und skrupellos ist, das würde für ihn an der kollektiven Vergiftung der Welt mit diesem Fluor liegen. Wenn ich daran denke, als ich Kind war, haben wir uns auch mal auf dem Pausenhof gehauen, aber wir haben doch nie aufeinander rumgetreten und keine Zigarettenkippen an uns ausgedrückt, um es dann als Video in der Klasse zu verschicken. Aber das gehört heute zum Alltag. Jetzt ist es nicht möglich, Acidum fluoricum weltweit zu versprühen, um dieser stofflichen Verhärtung durch das Fluor entgegenzuwirken, aber es kommen immer wieder Menschen mit genau diesen Problemen in unsere Praxen.

Aber es gibt doch auch viele Therapeuten, die einfach nur positiv denken wollen. Wie gehen die mit den Problemen um?
Es ist schwierig, einfach nur positive Gedanken denken zu wollen und nur lieb zu sein und nur zu meditieren und Obst zu essen. Das Problem ist, dass Patienten, die Acidum fluoricum brauchen und die bedürftig sind in ihrer Härte und Korruptheit und Sadismus, dass die natürlich nicht zu einem Therapeuten gehen, der aus reinem Licht besteht – weil sie das Gefühl haben, dass er sie nicht verstehen kann. Wie soll der meine Abgründe begreifen, wenn er sich gegen jeden negativen Gedanken wehrt? Die Menschen, die dieses Mittel brauchen, gehen ganz schwer zu Therapeuten, weil es so schwer ist, sich mit seinen dunklen Seiten zu zeigen und weil es so schwer ist, Therapeuten zu finden, die mit ihrem eigenen Schatten in Kontakt sind.

Haben Sie ein Patientenbeispiel?
Es gab einen sehr freundlichen, charmanten Anwalt, der mit dem Hinweis zu mir kam: Dem Krüger kannst du das erzählen. Er war in seiner vierten Ehe gescheitert, weil er etwas in sich hätte, was viele Menschen erschrecken würde. Er möchte davon weg, sondern liebevolle Beziehungen führen, was aber im Augenblick nicht möglich ist. Er kann zwar freundlich und zärtlich sein, aber das ist alles nur oberflächlich. In seiner Tiefe ist er total gefühllos. Er sehnt sich nach Gefühlen, aber er hat sie nicht. Um in Beziehungen dem anderen begegnen zu können, muss er erst diese dunkle Seite von ihm füttern und das macht er per Internet, indem er auf irgendwelche sadistische Seiten ging bis hin zu Kannibalismus. Am Anfang merkten es seine Frauen nicht, aber alle vier Frauen kamen irgendwann dahinter, was auf seinem PC stattfand. Auf jeden Fall waren vier Ehen gescheitert, wegen seiner Tendenz, sich immer wieder mit diesem Un-Licht füttern zu müssen. Biographisch gab es bei ihm auch viel Drogenmissbrauch, besonders Kokain. Kokain soll ja angeblich zu einer Egogeschichte führen, soll aktiv und klar machen, aber auch sehr eng, sehr scharf und eiskalt. Er hat erzählt, dass er durch das Kokain immer kälter geworden ist. Acidum fluoricum ist tatsächlich ein Mittel für Menschen, denen in sich sehr kalt ist und selbst Therapeuten spüren manchmal diese Kälte, wenn sie dem Patienten gegenüber sitzen – ganz im Gegensatz zu Pulsatilla, wo Wärme zu spüren ist. Oder der Phosphor-Patient, der fröhliches Prickeln ausstrahlt. Sensible Therapeuten haben alleine durch die Wahrnehmung eine Idee für das Mittel.
Da er fühlt, dass er Mitgefühl haben müsste – auf der Straße oder auch im Fernsehen – muss er immer wieder feststellen, dass er es einfach nicht hat. Manchmal ist er so verzweifelt, dass er sich vor den Zug werfen möchte. Das ist ein Leitsymptom von Acidum fluoricum. Auch las er gerne Kriminalromane, wo Berufskiller vorkamen, die eiskalt ihren Job machten. Er wirkte freundlich und liebevoll, aber im Grunde war er in seinen Geschäften total skrupellos. Im Grunde ist Acidum fluoricum das Mittel für den eiskalten Kapitalisten.

Was passierte nach der Mitteleinnahme?
Nach drei Monaten passierte tatsächlich, dass er das Interesse an den Sado- und Kannibalismus-Videos verlor und er zum ersten Mal ein Buch las, in dem es nicht um Gewalt ging. Ein halbes Jahr später begegnete er einer Frau, bei der er das Gefühl hatte, zu lieben. Ich möchte Menschen, die sich hier wiedererkannt fühlen, ermutigen, dass sie Menschen finden, die sie dafür nicht verurteilen, die ihnen aber helfen, aus diesem „Un-Licht“ ins Licht zu treten.

Mögen alle Menschen erkennen, dass sie reines Licht sind, aber nicht vergessen, dass es auch zum Licht gehört, dem Schatten zu begegnen – sonst gibt es kein Licht.

In dem Sinne: Mögen alle Menschen glücklich werden.

Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanische Heilkunst.Mehr über ihn unter: andreaskruegerberlin.de

Buchtipp:
Heiler und Heiler werden
Andreas Krüger / Haidrun Schäfer
Klappenbroschur, 144 Seiten
ISBN 978-3-922389-99-6, EUR 14,80
edition herzschlag im Simon+Leutner Verlag