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Ausgabe Februar 2019
Die Sprache der Seele verstehen. Der ohnmächtige Mensch. Oder: Es gibt nur Materie ... von Amoura Schneider-Ahmed


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Wir leben in einer Welt in der eine Weltsicht vorherrscht, die sich hauptsächlich auf Materie bezieht. In der Überzeugung, dass wir in diese Welt hineingeboren werden und diese nach einer gewissen Lebensspanne wieder verlassen müssen, ist unser gesamtes Leben hauptsächlich – und oftmals nur unbewusst – durch archaische Muster und Verhaltensweisen bestimmt. Wir betrachten und empfinden uns von der Welt und anderen Menschen getrennt, woraus das instinktive Bedürfnis resultiert, unser Leben so sicher wie möglich zu gestalten. Denn die Welt besteht von einem materiellen Standpunkt aus gesehen aus unzähligen Dingen und Situationen, die uns gefährlich werden können. Der „Andere“ ist immer auch ein potentieller Konkurrent. Unwillkürlich bauen wir an einer Art Festung, um unser verletzliches Dasein zu schützen und uns so gut wie möglich abzusichern: Zum Beispiel versuchen wir uns ein sicheres Einkommen zu schaffen, um Güter erwerben zu können, die uns ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Wir versuchen Menschen, denen wir vertrauen – oder von denen wir wenigstens nichts Böses zu erwarten haben – an uns zu binden, um unser Gefühl der Trennung zu vermindern.

Beschränken wir uns auf das Dinghafte im Leben, geht es im Grunde um Leben und Tod. Selbst wenn es uns gelingt, uns ökonomisch und im Freundeskreis halbwegs sicher zu fühlen, bleibt Grund genug für Unsicherheit. Schließlich könnte uns zu jeder Zeit ein unvorhersehbares Unglück treffen. Ganz automatisch sehen wir uns unzähligen Gefahren ausgesetzt. Und wären uns diese immer und in vollem Ausmaß bewusst, würden sie in uns einen permanenten Zustand von Unsicherheit bis hin zu großer Angst auslösen. Aus Selbstschutz versuchen wir uns von diesen drohenden Gefühlen abzulenken. Wenn uns das gründlich genug gelingt, tritt unter Umständen eine tief empfundene Leere an deren Stelle. In der materialistischen Weltsicht bleibt uns nichts anderes übrig, als diese zu betäuben oder zu verdrängen. Ein großer Anteil unserer Wirtschaft fußt auf diesem „Grundbedürfnis“ und bietet unzählige Güter an, die versprechen uns von all dem – wenn auch nur kurzfristig – zu befreien. Die Ablenkung durch Konsum oder Betäubung durch Genussmittel wirkt nur scheinbar, um für kurze Zeit unsere tiefergehenden Bedürfnisse zu vergessen.

Allmacht versus Ohnmacht oder: Gott – die erweiterte Sicht
Bei der erweiterten Sicht dehnen wir die Betrachtungsweise unseres Daseins um die geistige Dimension aus. In diesem Zwischenstadium fügen wir unserem materiellen Weltbild die Existenz eines Gottes, das Universum oder etwas vager ausgedrückt: etwas „Größeres“ hinzu. Wobei der Begriff „Gott“ für alles Andere, Geistige, Spirituelle, also alles „Nichtmaterielle“ steht. Bei dieser Form der Weltanschauung bleibt der Mensch im Grunde jedoch im Materiellen verhaftet! Denn Gott steht bei diesem Modell genau für das Gegenteil des Menschen. Gott ist geistig, allmächtig und allgegenwärtig. Der Mensch hingegen ist Materie und – wie gehabt – begrenzt, verletzlich und abhängig. Wir lagern buchstäblich das Geistige unseres Daseins einfach aus und projizieren es auf einen Gott oder etwas anderes „Unbegreifbares“.

Sprechen wir jedoch von einer Seele, haben wir bereits einen nächsten Schritt gemacht. Wir ziehen in Erwägung, dass es ein Zwischenglied zwischen Mensch und Gott gibt und dass unser altes dualistisches Weltbild unter Umständen nicht ganz der Wirklichkeit entspricht. Mit dem Begriff der Seele bezeichnen wir den geistig-spirituellen Anteil unseres Daseins, ähnlich eines Bindeglieds zwischen Gott und uns selbst. Manche Traditionen sprechen vom „höheren Selbst“ und betonen dabei die Einheit zwischen Mensch und Geist. Liegt es dann nicht nahe, diesen göttlichen und immateriellen Teil genauer zu betrachten und zu erkunden?!

Die Seele – Transformation von Allmacht und Ohnmacht
Vom Außen zum Innen und vom Innen zum Außen

Geben wir also der Idee der Seele Raum, wird alles ganz einfach. Wir können damit beginnen, uns für unsere Seele und deren bisher verborgene Bedeutsamkeit und Qualität zu öffnen. Indem wir unsere Sinne im Inneren verfeinern, können wir die Sprache unserer Seele immer deutlicher erkennen. Das Werkzeug dafür liegt in uns selbst.
Wir lernen nicht nur durch direkte Erfahrung, dass es nichts gibt, was uns tatsächlich schaden kann, wir lernen auch, dass die alte Vorstellung von Leben, Krankheit und Tod auf einer begrenzten, unwahren und rein materiellen Sichtweise beruht hat.

Da es im Moment in unserer Gesellschaft nicht üblich ist, uns als spirituelle Wesen zu verstehen, brauchen wir eine gewisse Zeit, um unser Bewusstsein dafür zu öffnen und unsere Wahrnehmung auf das „Nichtsichtbare“ einzustellen. Dadurch aber lernen wir, dem Leben und allem was uns begegnet, zu vertrauen. Und uns der Weisheit unseres spirituellen Anteils – dem der Seele – wirklich anzuvertrauen. Nach und nach wird so diese erweiterte Sicht immer natürlicher für uns, wir begreifen und empfinden uns als das, was wir in Wirklichkeit sind.
So wie die Raupe zum Schmetterling wird, verwandeln wir unser Dasein und uns selbst. Waren wir am Anfang im festen Glauben einzelne getrennte Wesen, ohnmächtig im unbewussten Kampf ums Überleben zu sein, können wir nun immer mehr die Verbindung allen Lebens sehen. Wir sehen, dass der „Andere“ und sogar die ganze Welt ein Teil von uns selbst sein muss. In diesem Sehen können wir Schritt für Schritt unsere alten Ängste und all die unserer Vorfahren gehen lassen. Dieser Prozess geht in der Regel über einen gewissen Zeitraum – auch wenn Zeit hierbei nicht wirklich eine Rolle spielt. Doch die uralten archaischen Muster und Ängste benötigen Zeit, um voll und ganz verabschiedet werden zu können. Dieser Prozess ist wie ein nächster Schritt in der Evolution des Menschen.

Die Sprache der Seele
Wenn wir also unsere Sinne verfeinert haben und in dieser erweiterten Sicht unser Leben betrachten, erkennen wir: Es ist unsere eigene Seele, die zu jeder Zeit die bestmöglichen Umstände und Erfahrungen schafft, damit wir unser eigentliches Ziel auf kürzestem Weg erreichen. Alles was uns widerfährt, bekommt eine neue und heilsame Qualität. Wir synchronisieren buchstäblich unser materielles Dasein mit dem immateriellen Aspekt der Welt und allem was ist.

Amoura Schneider-Ahmed
Meetings und regelmäßige Termine unter: www.blei-zu gold.de


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