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Ausgabe Januar 2019
Selbstoptimierung und Selbstliebe ... von Eva Denk


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© Sergey Nivens_AdobeStock

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Ich wäre gern schöner, besser, entspannter, liebevoller, intelligenter, offener, anerkannter, erfolgreicher, hätte gern etwas mehr Geld, ein Haus im Grünen, einen netteren Partner, passendere Freunde... Würde mich gern mehr bewegen, weniger Alkohol trinken, keinen Zucker essen, mich mehr um meine Kinder kümmern, nicht ungeduldig sein, meine Rechnungen punktlich bezahlen... So erwacht sein wie der spirituelle Lehrer, so schlank wie die Nachbarin, so strahlend wie die Seminarleiterin... Kennst du das?

Der Drang sich zu optimieren
Wie viele Bereiche gibt es in deinem Leben momentan, wo du dich verbessern könntest? Viele, einige? Dann teilst du dieses Bestreben mit den meisten Menschen vor allem der westlichen Welt. Unser Verstand ist darauf gepoolt, mehr und noch besser zu werden, alles zu optimieren, uns zu verurteilen und zu bewerten, wenn es nicht gelingt, und das, was jetzt ist, verändern zu wollen. Er funktioniert so, weil er dafür gemacht ist. Er will uns in Trab setzen und hält immer wieder Gedanken bereit wie: Wenn ich noch dies und jenes tue, dann geht’s mir besser ... Der Verstand sagt uns jedoch nicht die Wahrheit, das ist nicht seine Aufgabe. Er erzählt dir Märchen und Lügen über dein wahres Selbst. Denn du wirst niemals bei dir selbst ankommen, wenn du deinen Gedanken glaubst und dich ihrem Optimierungswahn unterwirfst.
Wenn wir uns unablässig bemühen, uns, unser Umfeld, unseren Partner, die Kinder so zu ändern, dass wir und alles diesem uns immer wieder heimsuchenden Idealbild ähnelt, das wir vom Leben und den Menschen haben, verlieren wir andauernd wertvolle Energie. Denn die anderen und vor allem das Leben spielen nicht auf Dauer mit und bescheren uns immer wieder die Enttäuschung, dass es uns nicht gelingt, jenem strahlenden erwachten und glücklichen Wesen zu entsprechen, das wir anstreben. Meist mühen wir uns daraufhin noch mehr und kommen doch nie an.

Die Falle der Perfektion
Als ich noch „perfekt“ war und unermüdlich dem Ideal der spirituellen Suche folgte und es allen recht machen wollte, war ich eine genervte Mutter, eine nörgelnde Partnerin, ständig krank und permanent unzufrieden. Eines Tages ging ich zu einer Hellseherin, die mir auf den Weg mitgab, dass ich Fehler machen darf. Ich wusste gar nicht, was sie damit meint. Fehler? Sind wir nicht dazu hier, sie zu vermeiden? Aber ihr Rat war so eindringlich, dass ich mich dafür öffnete, fehlerhaft zu sein. Es war eine lustige Reise, die mich anfangs viele Nerven kostete. Ich vergaß Termine, mein Haus versank immer mal wieder im Chaos, ich rief Klienten nicht gleich zurück und stand zu meiner angeborenen Schusseligkeit. Das Erstaunlich war: Ich war gesund. Ich war heiter. Ich war entspannt und vor allem wieder kreativ. Und was mich noch mehr überraschte, war, dass ich viel mehr als je zuvor machen konnte, ganz einfach, weil ich mehr Energie und Freude hatte, als ich umsetzen konnte.

Du bist bereits das Beste, was dir begegnen kann.
Nicht nur die Konsumgesellschaft, sondern auch die ganzen spirituellen Angebote zielen daraufhin, dass du dich deinen Gedanken unterwirfst, um dich zu entwickeln, bewusster, reiner oder irgendwas zu werden. Keiner erzählt dir, dass du es schon bist und dass der Schlüssel zu deinem wahren Sein ist, dich einfach nur zärtlich zu umarmen, dein inneres Kind zu beruhigen und dir selbst zuzuflüstern: Ich tue mein Bestes hier. Ich bin bereits Liebe. Alles, was jetzt in meinem Leben stattfindet, braucht nicht verändert zu werden. Jeder Mensch, dem ich begegne und der in meinem Leben ist, ist genauso, wie er ist, richtig. Jetzt. Auch er tut sein Bestes und genau das, was es jetzt braucht für dich und das Ganze.
Das ist gemeint, wenn gesagt wird: Liebe dich selbst. Auch das ist ja oft wie ein Druck, eine neue zu bewältigende Aufgabe ... ein neues Schlagwort, das an unseren Gedanken abprallt. Übersetze Liebe mit Entspanntheit, mit verzeihender Sanftheit dir selbst gegenüber, mit rückhaltloser Annahme all dessen, was du jetzt bist. Und der optimale Zustand, das „Jetzt“, schließt dich liebend in die Arme.

Gedanken und die Sanftheit des Herzens
Was wäre, wenn alle Anstrengung anders, weiter, aktiver, offener, schmerzfreier und alles Mögliche zu „werden“, dich genau daran hindert, es zu „sein“? Was wäre, wenn wir die Gedanken entlarven würden und ihnen die Herrschaft nehmen, damit das Herz und die unendliche Weite des Annehmens sich wieder ausbreiten können? Was würde sich ändern – jetzt, wenn du zulässt, einfach nur gut zu dir selbst zu sein, dich zu beruhigen und zu halten, sanft und zart, und alles zulässt, was gelebt werden möchte? Was wäre anders mit dem tiefen Gefühl, dass alles, was geschieht, zu deinem Besten ist und dass es für dich nichts zu tun gibt, dass du nicht eingreifen oder dich einmischen musst in andere Angelegenheiten, andere Menschen nicht belehren oder ändern musst? Und was wäre, wenn du den Gedanken zulässt, dass du jetzt die beste aller Möglichkeiten bist? Wie fühlt es sich an, wenn du dem Druck des Außen und all den Verbesserungsvorschlägen mit einem tiefen Ausatmen antwortest?

Das Leben ist eine Baustelle
Das offene Geheimnis ist: Es wird nie alles in Ordnung sein, es gibt immer etwas zu reparieren. Dein Haus ist vielleicht nicht fertig, bevor du stirbst. Du oder ein anderer wird einen sogenannten Fehler machen – und du kannst es nicht vermeiden. Du wirst nicht so geliebt, wie du es gern hättest, egal was du tust, um gemocht zu werden. Dein Körper wird altern, trotz aller sportlichen Aktivität.
Dein Erfolg im Außen wird abgelöst von Niederlagen und Enttäuschungen. So ist es bei dir, aber auch bei jedem anderen. Das Leben wird dafür sorgen, dass dir gerade das um die Ohren fliegt, was du für beständig und endlich erreicht hältst. Der Gedanke, der anhaltende optimale Zustand ließe sich immer noch verbessern, ist das Tor zu unserer ganz persönlichen Hölle. Dabei ist es so einfach ...

Dein Sein ist dein ganzes Werden
Diese Erde ist komplex für den Verstand und so einfach für das Herz. Fühle, was du wirklich brauchst. Beruhige dich. Verzeihe dir alles. Sei gut zu dir. Komme ganz in dir an. Sei sanft mit dir, liebevoll, annehmend und verzeihend dir selbst gegenüber. Denn genau das führt dich dahin, wo du so gerne hinwillst. Du wirst strahlend schön sein, frei, offen, weit und verbunden, wenn du all die Verkrampfung und die Kämpfe um das „Besser“ loslässt. Ganz einfach, weil es deine wahre Natur ist. Weil deine Essenz nicht anders kann, als pure Liebe zu sein. Und auf Liebe wird immer geantwortet ... Du wirst staunen!


Eva Denk ist seit Jahren als mediale Astrologin und spirituelle Lehrerin tätig. Gemeinsam mit Musiker und Klangheiler Christopher Amrhein setzt sie sich seit 2011 als Gruppe Salimutra intensiv mit den Seelenessenzen auseinander. In ihrem Buch „Seelenessenz und Urwunde – Heimkehr in dein wahres Selbst“ wird dieses neue und zugleich uralte Wissen erläutert, das den Menschen hilft, wieder in ihre ureigene Kraft zu kommen. Weitere Infos auf www.salimutra.de


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