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Ein Versuch, die Welt zu verstehen... von Udo Grube


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© Jenny Sturm - Fotolia.com

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Das Leben mit seinen Herausforderungen, seiner Komplexität und Geschwindigkeit rauscht an vielen Menschen im Eiltempo vorbei. Das Streben nach materialistischen Dingen, die Erreichung von Zielen, persönlicher Optimierung und die Informations-überflutung halten die meisten Menschen permanent beschäftigt. Eine humanistische und materialistische, durch die Evolutionstheorie und deren Vertreter in Wissenschaft und Medien geprägte Weltanschauung hat sich in die Köpfe vieler Menschen eingeschlichen und dort festgesetzt. Gott hat an Bedeutung verloren und scheint in unserer westlichen Welt kaum noch eine Rolle zu spielen.
Dennoch stellen wir uns fast alle früher oder später Fragen, welche uns tiefer in das Mysterium des Lebens führen. Essenzielle Fragen, an denen sich bereits Theologen und Philosophen der letzten Jahrhunderte die Zähne ausgebissen haben: Wer oder was ist Gott? Wieso gibt es Gut und Böse? Woran krankt die Welt? Was ist Schicksal? Was ist Liebe? Gibt es einen Sinn im Leben? Gibt es einen Schöpfer?
Ausgelöst werden diese Fragen oft durch Schreckensnachrichten in den Schlagzeilen oder wenn wir ganz persönlich mit Krankheit, seelischen Nöten, Unfall oder Tod konfrontiert werden. Wenn wir bemerken, dass unser bisheriges Weltbild nicht passt und entsetzt feststellen, dass wir doch nicht alles kontrollieren können. Wenn Ohnmacht und Hilflosigkeit an unsere Tür klopfen, unsere Handlungsmöglichkeiten gegen Null gehen - ja, dann bitten wir Gott zur Hilfe oder verdammen ihn und verbannen ihn aus unserem Leben. Dem einen schenkt der Glaube an Gott Halt, ein anderer ist überzeugter Atheist - doch schluss-endlich beten die meisten Menschen in Notlagen, aus Schuldgefühlen oder aus Dankbarkeit zu einem Schöpfer, welchen Namen er auch trägt.
Doch, zu wem oder was beten wir da eigentlich? Und wenn es einen Schöpfer in diesem Sinne gibt, wieso lässt er all das Leid in dieser Welt zu?

Wer oder was ist Gott?
Ist wirklich alles nur durch Zufall und Evolution entstanden, oder hat ein übernatürlicher Gott, ein intelligenter Baumeister all diese hochkomplexen Organismen, wie wir sie auf unserer Erde finden geplant und letztlich erschaffen?
Max Planck, Begründer der Quantenphysik und Nobelpreisträger, erkannte: „Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Atoms zusammenhält. Da es aber im ganzen Weltall weder eine intelligente, noch eine ewige Kraft gibt, so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten, intelligenten Geist annehmen.
Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare und vergängliche Materie ist das Reale, Wirkliche, Wahre - denn Materie bestünde, wie wir gesehen haben, ohne diesen Geist überhaupt nicht - sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre.

Da es aber Geist an sich allein auch nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Das aber auch Geistwesen nicht aus sich selbst sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: GOTT.“

Joseph Ratzinger, der jetzt emeritierte Pabst, hat Gott mit den Quantenwellen verglichen. Diese Wellen bilden den nichtmateriellen Urgrund aller Materie. In der Theologie wird Gott als der Urgrund allen Seins betrachtet, der über Raum und Zeit erhaben ist. Seine Freiheit von der Unterwerfung der Schranken von Raum und Zeit bringt man mit den Begriffen der Allgegenwart und der Ewigkeit zum Ausdruck, das heißt Gott ist in allen Dingen und allen Orten auch am Ort unseres eigenen Daseins allgegenwärtig, an allen Orten gleichzeitig präsent. Gott ist Geist. Der Geist ist der Ursprung aus dem alles hervorgegangen ist. Es ist der Heilige Geist, die geistige Substanz, aus der alle geistigen Formen bestehen.

Der Heilige Geist ist demnach also keine Person, sondern allgegenwärtige Energie. Gott ist sozusagen formgewordener Geist. Gott hat sich personifiziert. Gott schuf himmlische Welten mit Sonnen und Planeten, geistige Naturreiche, geistige Kinder und Engelwesen.
Wir können uns kein Bild von Gott machen, da dieser transzendent und nicht von dieser materiellen Welt ist. Etwas was wir nicht sehen, können wir nicht beschreiben.
Wir können eine Vorstellung entwickeln, doch, ob dieser Gott nahekommt oder entspricht, können wir nicht beurteilen.
Aus physikalischer Sicht hat alles auf dieser Welt seinen Ursprung in den Quantenwellen. Die ursprüngliche Form der Quantenwellen können wir nicht beobachten. Sobald wir dies versuchen, verwandeln sich die Wellen in tatsächliche, materielle Objekte unserer Welt.
Diese Erkenntnis hat etwas Erfrischendes und Trostspendendes. Religionen, die darauf beharren, den einzig wahren Gott zu kennen, werden dadurch ad absurdum geführt. Jeder Glaubenskrieg könnte ein Ende finden – möglicherweise alles Leid.

Wieso lässt Gott Leid zu?
Was zu der Frage führt: Wenn es einen geistigen Schöpfer gibt, wieso hat dieser dann all das Leid auf Erden erschaffen und wieso beendet er dieses nicht?
An dieser Frage haben sich bereits sehr viele Philosophen und Theologen die Zähne ausgebissen. Doch mit einem Gottes-Verständnis, welches die Quantenphysik anbietet, öffnen sich neue Blickwinkel:

Alle Menschen sind in einem größeren Zusammenhang miteinander verbunden und wurzeln im gleichen Seins-Grund, so auch Opfer von Katastrophen und Unglücksfällen, Kranke, Menschen mit Behinderung und Täter.

In der von Gott geschaffenen Welt, ist in der Freiheit zur Evolution, auch das Böse und Lebensschädliche als Möglichkeit mitangelegt.

Aus diesen Blickwinkeln ergibt sich Verantwortung füreinander, Bereitschaft und Fähigkeit zu gemeinsamem Leben und gegenseitiger Unterstützung, sowie ein aktives Verhindern von Aktionen, die vorhersehbar Leiden erzeugen. (Kriege, Verbrechen, Ausbeutung von Mensch und Natur, …) Die Opfer solch schädlichen Verhaltens sind keine Sonderfälle mit Defiziten, sondern haben das Recht auf ein vollumfängliches Leben mit gemeinsamem Nehmen und Geben, einbezogen und gleichwertig, sowie auch die Menschen, welche diese lebensschädigende Taten planen und ausführen. Bei Menschen, die wir zu den sogenannten Tätern zählen, fällt uns die Einnahme dieses Blickwinkels oftmals wesentlich schwerer. Doch wer denken wir zu sein, wenn wir uns anmaßen über einen Menschen zu urteilen, der demselben Urgrund entspringt wie wir alle? Und wen verurteilen wir dann letztendlich? Unseren Ursprung – und damit uns selbst.
Um unsere materialistisch geprägte Welt wieder in einen Zustand zu führen, der dem Paradies gleichkommt, bleibt uns letztendlich nichts anderes übrig, als zu erkennen, dass Gott als geistiger Urgrund allen Seins alle Möglichkeiten in sich vereint – und wir entscheiden, in welche Richtung wir gehen und uns entwickeln. Dies birgt das Potential und ein Paradies auf Erden zu erschaffen – und wir täten gut daran, sofort damit zu beginnen.

Quellen:
docplayer.org/25162784-Max-planck-zum-thema-gott-und-naturwissenschaft.html, www.ktf.uni-bonn.de/Einrichtungen/fundamentaltheologie/personen/emeriti-2/professor-dr.-joseph-ratzinger-papst-benedikt-xvi, Buch: Gott und die Welt (2002) Joseph Ratzinger Benedikt XV



Filmtipp: Der Weg – Ein Versuch, die Welt zu verstehen, horizonworld.de, 9.2018

Woher kommen wir? Wozu sind wir hier? Was für einen Sinn hat das Leben? Gibt es Gott? Was ist Liebe? Schicksal? Diese und mehr essenzielle Fragen stellte Udo Grube Xavier Naidoo, Neale Donald Walsch, Jürgen Fliege, Quantenphysiker Prof. Hans Dürr, Dr. Rüdiger Dahlke, Bruno Würtenberger, J. Reuben Silverbird und Ashok Gangadean.
Ihre Antworten sind erstaunlich. Sie inspirieren, überraschen, bestärken und regen an, eigene Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu finden.

DER WEG auf DVD oder online anzusehen auf www.spirit-movies-online.de