aktuelle Seite: Artikel   

Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2018.10: Hirschzungenfarn

Beitragsreihe von Uta Kübler, ist Heilpraktikerin und Dozentin für Pflanzenheilkunde

art94913
© Alois - Fotolia.com
Eine alte Heilpflanze aus der großen Familie der Farne ist der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium L.). Heimisch ist er in der gemäßigten nördlichen Hemisphäre von Eurasien bis Amerika. In Deutschland wächst er vor allem auf der schwäbischen Alb und im Alpenvorland, am liebsten auf feuchten, schattigen Felsen und in Bergwäldern, aber auch auf Schutthalden und in feuchtem Mauerwerk fühlt er sich wohl. In Berlin finden wir ihn öfter auf den alten schattigen Friedhöfen.

Durch seine langen, ganzrandigen Blätter ist er leicht von anderen Farnarten zu unterscheiden. In ihrem Aussehen sind sie einer Zunge ähnlich und auf ihrer Unterseite findet man die typisch streifenförmig angeordneten Sporen. Schon vor 2000 Jahren wurde der Hirschzungenfarn von Dioscorides, einem griechischen Arzt, dessen Aufzeichnungen erhalten geblieben sind, beschrieben. Er ist eine bis heute geschätzte Heilpflanze und wird zur Entgiftung des Magen-Darm Traktes eingesetzt, zur Kräftigung der Lungen, bei chronischem Asthma, bei Husten der sich festgesetzt hat, zur Behandlung der Milz und als Pulver bei Schmerzen.

Köstlich und angenehm ist das Hirschzungenelixir nach Hildegard von Bingen:

1 Liter lieblichen Rot- oder Weißwein mit 6-8g getrocknetem Hirschzungenfarnkraut zugedeckt 5 min. köcheln lassen. Mit 100g Honig erneut aufkochen. 10g Ceylon-Zimtstangen und 5g langen Pfeffer (Javapfeffer) mahlen, dazugeben und nochmal aufkochen. Dann 20 Minuten ziehen lassen und durch einen Kaffeefilter abseihen. Gut verschlossen lässt sich das Hirschzungenelixier mehrere Wochen im Kühlschrank aufbewahren.

Anfangs nimmt man 3x tägl. einen Schluck (kleines Likörglas) nach dem Essen, nach einer Woche vor und nach dem Essen. Eine kurmäßige Anwendung dauert 6-8 Wochen. Bei chronischen Beschwerden macht man dann eine ebenso lange Pause und bleibt in diesem Rhythmus, bis die Beschwerden komplett abgeklungen sind.

Der Hirschzungenfarn gehört bei uns zu den geschützten Pflanzenarten.
In der Apotheke bekommt man das getrocknete Kraut aus Anpflanzung.

Die Autorin dieses Heilpflanzentipps,Uta Kübler,
ist Heilpraktikerin und Dozentin für Pflanzenheilkunde.
Weitere Infos auch zu Intensivkursen
auf www.pflanzenheilkunde.berlin


Intensivkurs Planzenheilkunde
Start: 30. März 2019

web: http://www.pflanzenheilkunde.berlin