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Ausgabe September 2018
Stille - die Kraft unserer Seele...von Barbara Simonsohn


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Stille ist die Sprache Gottes, alles andere eine schlechte Übersetzung. Mit Ausnahme von dichterisch begabten Menschen vielleicht. Wer in Gedanken ist, verliert sich in der Welt. Aller Lärm, der uns umgibt – ich wohne in der Einflugschneise von Airbus – macht viel weniger Getöse als wir selbst. Die Stille fehlt uns nicht, sie ist unsere wahre Natur, unser Wesenskern. Wenn sie uns fehlt, haben wir nicht verstanden, uns auf sie zu besinnen. Wenn wir von Lärm genervt sind, können wir uns auf die Stille dahinter fokussieren. Nur in der Stille, ohne den „Lärm“ unserer Gedanken, können wir die feine Stimme unseres Hohen Selbst oder „Gott in uns“ wahrnehmen. Diese Stimme ist sehr leise und zart, und wir müssen gedanklich und emotional ruhig sein, um sie wahrnehmen zu können. Gott sagt zu Neale Donald Walsch in „Gespräche mit Gott“ Band I, dass er nicht nur zu auserwählten Botschaftern spricht, sondern zu uns allen die ganze Zeit. Es ist nur die Frage, wer zuhört!

Mit einer meditativen Ganzbehandlung versenken wir uns idealerweise eine Stunde pro Tag in den Raum der Stille. Am Anfang merken wir erst einmal den unaufhörlichen Gedankenstrom. Wir machen uns sozusagen Gedanken über unsere Gedanken. Dieser ebbt mit der Zeit ab, und es entstehen immer größere Lücken dazwischen, Oasen der Gedanken-Stille und des Friedens, in denen wir auftanken können für die Herausforderungen unseres Alltags. Eine Reiki-Behandlung ist wie eine tägliche Mini-Kur oder Mini-Urlaub. Niemand schenkt einem eine Stunde Zeit pro Tag für die Selbstbehandlung. Setzen wir aber diese Priorität an die erste Stelle, werden wir mit der Zeit feststellen, dass wir weniger Schlaf benötigen. Und auch in der Zeit, in der wir nicht schlafen, sind wir kreativer, liebevoller und produktiver, so dass sich die „heilige Zeit“, in der wir die Qualität unserer inneren Ebenen erkunden, doppelt und dreifach auszahlt.

In ihrem Buch „Herzenstüren öffnen“ schreibt Eileen Caddy, die Mitbegründerin der weltberühmten Findhorn- Gemeinschaft in Schottland, als Losung für den 19. September:
„Wenn du dir Zeit nimmst, herauszufinden warum du nicht mit dem Leben in Einklang bist, wirst du sehr oft feststellen, dass du die wichtigsten Dinge nicht an die erste Stelle setzt und es versäumst, dir Zeit zu nehmen, um in die Stille zu gehen und im Frieden und in der Stille herauszufinden, was ICH von dir will. Es bedeutet, dass du lernen musst, still zu sein. Ich sehne mich danach, dass du dich völlig und für alles auf MICH verlässt, dass du erkennst, dass deine Kraft, deine Weisheit, dein Verständnis alle aus MIR stammen.“ Hier spricht Gott. Natürlich nicht als alter Mann mit Rauschebart, sondern als Hohes Selbst, unserer wahren göttlichen Natur. Erst, wenn unser Geist klar ist wie ein ruhiger See, und nicht vom Wind unserer vielen Gedanken gekräuselt wird, spiegeln wir glasklar kosmische Energie mit seinen Aspekten von bedingungsloser Liebe, innerem Frieden, heitererer Gelassenheit, grenzenloses Mitgefühl und bedingungsloser Freude.

Wenn wir Tiefenentspannung - inneren Frieden - erleben, erfahren wir Liebe. Mit Liebe im Herzen erkennen wir das Gute in allem und jedem. Nicht „alles wird gut“, „alles IST gut“.

Durch Reiki und Meditation – Reiki ist Meditation! – öffnen wir uns für innere Führung. Ein Musikinstrument bringt nur schöne Melodien hervor, wenn es zuvor gestimmt wurde. Nur in der Stille kommen wir zu Einklang und Harmonie. Was wir ausstrahlen, wird reflektiert. Wer in seinem Leben mehr Harmonie und inneren Frieden will, kommt um mehr Stille nicht herum. Wer sich in der Welt verliert, verliert sich selbst. Handeln wir hingegen aus der Stille heraus, schließen wir uns mit dem höchsten Bewusstsein zusammen. Dieses Bewusstsein spricht und handelt dann aus uns heraus, mühelos und spontan, mit einer Kraft und Weisheit, die größer ist als wir selbst und doch eins mit uns ist und übernimmt die Regie in unserem Leben. Denken, was nicht im Bewusstsein oder Sein wurzelt, ist gestört. Klugheit ohne Weisheit, aus der Quelle gespeist, ist destruktiv. Spirituelles Erwachen ist das Aufwachen aus dem Traum des Denkens. Ich betrachte diesen Traum eher als Alptraum, weil wahre Liebe, Freude, Kreativität und göttlicher Frieden nur durch nicht konditioniertes Bewusstsein in unser Leben fließen. Tief in unserer Seele liegt wie am Grunde eines Teichs ein funkelnder Schatz, die strahlend reine Schönheit unserer unsterblichen Seele.

Die Sufis sagen, wir träumten, dass wir wach sind. Wenn sie versuchen, uns zu wecken, reagieren wir empört. Mit Reiki bleiben wir eher wach und machen uns auf zur Reise unseres Erwachens zu unserem wahren Selbst. Die Tür zu höheren Bewusstseinsebenen steht immer offen. Entscheiden wir uns, hindurchzugehen, immer wieder, Tag für Tag. Nur in der Stille liegt die Kraft. Wir Menschen im Westen verhalten uns wie ein Bettler, der auf einem Schatz sitzt, aber davon nichts weiß. Wahre, dauerhaft Erfüllung erleben wir nicht im Äußeren, durch Konsumartikel und Freizeit-Belustigungen, sondern nur im Inneren. Wer nicht nach innen geht, geht leer aus. Nur innen, in der Stille, finden wir wahre Fülle und wahren Reichtum.


Stille-Übungen

Kosmische Spirale
Wenn Sie mehr Ruhe in Ihre Gedanken bringen möchten, und den Raum zwischen den Gedanken, genießen wollen, stellen Sie sich nach jedem Gedanken eine Spirale entgegen des Uhrzeigersinns – von außen nach innen betrachtet – vor. Wenn Sie den II. Reiki-Grad haben, können Sie sich auch das TKR-Symbol bzw. 1-Muster-kosmisches Symbol vorstellen. Erst dann lassen Sie es zu, dass der nächste Gedanke kommt. Dann stellen Sie sich wieder eine Spirale vor, und so weiter. Wenn Sie diese Übung zu Anfang fünf Minuten lang machen können, ist das großartig, und Sie können sich zu dieser Meisterleistung beglückwünschen. Wenn Sie mehr in Übung sind, können Sie diese Stille-Meditation verlängern. Am Anfang werden Sie überrascht sein, wie schnell die Gedanken aufeinander folgen, und wie mühsam es daher ist, ein Symbol dazwischen zu schieben. Wenn wir zu sehr in den Gedanken verloren sind, können wir die Süße unserer Essenz nicht wahrnehmen und genießen. Diese Übung lockert unsere Identifikation mit dem Ego-Verstand. Wir werden auch merken, dass die Gedanken, die wir noch haben, positiver und konstruktiver werden.
Die Stille hinter dem Lärm
Wir könnten Lärm nicht als solchen wahrnehmen, wenn er nicht den Hintergrund der Stille hätte. Wenn wir also von Lärm „genervt“ sind - jemand mäht den Rasen, betätigt den Laubpuster, ein Kleinkind schreit, oder ein Flugzeug dröhnt über das Haus -, konzentrieren wir uns auf die Stille hinter dem Lärm, die immer da ist. Energie folgt unserem Fokus. Plötzlich steht nicht mehr der Lärm im Vordergrund, sondern die Stille. Der Lärm wird klein und handlich.

Kopfposition:
Wir legen uns auf die Seite und vergraben unseren Kopf in den Händen. Es kann dann passieren, dass plötzlich ein Ruck durch den Körper geht. Wir sind plötzlich wieder hellwach. Das heißt, wir waren vorher tief „weg“, in einer gedankenfreien Zone, und unser Organismus kann sich in wunderbar kurzer Zeit regenerieren, weil er nicht mehr durch den endlosen Strom der Gedanken „gebeutelt“ wird. Der Effekt ist wie bei einem Viertelstunden-Schlaf, und meist dauert der gesamte Prozess auch nur höchstens eine viertel Stunde. Nach und nach erkennen wir durch diese Erfahrung, welche tiefe Entspannungs-Wirkung auf allen Ebenen die paar Minuten haben, in denen wir gedanklich abschalten konnten. Dadurch räumen wir der Stille mehr Platz in unserem Leben ein. Zielgerichtetes Handeln und Kreativität erblühen ausschließlich aus der Stille.

Zen-Meditation
Seit vielen Jahren praktiziere ich neben dem authentischen Reiki auch Zen-Meditation. Neben? Nein, eigentlich gleichzeitig. Während ich meditiere, schicke ich meinen Liebsten eine Fernbehandlung und entwickele bedingungslose Liebe, indem ich die Hände auf die Herzposition lege. Für die Zen-Meditation ist es gut, auf einem Meditationskissen im Viertel-, halben oder ganzen Lotussitz zu sitzen. Für die Reise habe ich ein aufblasbares Meditationskissen dabei. Wenn wir so ohne Rückenstütze frei sitzen, fließt die Energie besonders frei durch unser Chakren-System. Wir schließen die Augen und zählen die Ausatmungsphasen von eins bis zehn, und fangen dann mit Zählen wieder von vorne an. Dadurch wird die Phase der Ausatmung betont, und man kommt leichter in einen friedlichen Zustand. Hat man den Faden verloren, fängt man wieder von vorn an. Ist man in dieser Methode geübt, kann man auch mit einem Mantra arbeiten. Ich mache mit dem Mantra des Zen-Meisters Ama Samy gute Erfahrungen: „Geheimnisvolle Leere, erfüllt mit Anmut und Gnade.“ Diese Meditation kann man zwei Mal täglich, morgens und abends, für jeweils 25 Minuten praktizieren. Wenn Sie noch Anfänger im Meditieren sind, fangen Sie mit weniger an, vielleicht fünf oder zehn Minuten pro „Session“. Durch diese Meditation beruhigen sich auch tagsüber Ihre Gedanken, und Sie nehmen mehr Stille in Ihrem Leben wahr. Damit sind Sie mehr mit dem Göttlichen in Kontakt.

Der Tanz der Symbole
Stellen Sie sich hin, am Liebsten an einem schönen Platz in der Natur. Draußen sind nämlich die kosmische Strahlung und die gesunde Erdstrahlung noch viel intensiver spürbar als in geschlossenen Räumen mit ihren Betonböden und Betondecken. Malen Sie mit beiden Händen, so langsam es geht - also in Zeitlupe - von außen nach innen eine große Spirale entgegen des Uhrzeigersinns in die Luft, Millimeter für Millimeter. Wenn Sie schon den zweiten Reikigrad haben, tun Sie dasselbe mit dem 1-Muster-Kosmischen Symbol oder TKR. Dann treten Sie in dieses unsichtbare Energiewesen hinein, schließen die Augen und legen die Hände intuitiv auf eine der Positionen und absorbieren die kosmische Energie, die Sie eben erschaffen haben. Je langsamer Sie das machen, desto intensiver ist diese Meditation in Bewegung. Sie kommen in eine tiefe Ruhe, Stille und erleben vielleicht einen göttlichen Frieden, der nicht von dieser Welt ist. Damit erleben Sie sich selbst, Ihre wahre Natur, Ihre Essenz.

Barbara Simonsohn
ist Verfasserin unzähliger Bücher zu Ernährung und Gesundheit
sowie Lehrerin des Authentischen Reiki.


Weitere Infos auf: www.Barbara-Simonsohn.de


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