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Ausgabe Juni 2018
Bachblüten in der Schwangerschaft. ...ein Interview mit Christina Casagrande


„Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit sind eine ganz besondere Phase im Leben einer Frau, stets begleitet von dem Wunsch nach Sicherheit und Gesundheit für das Baby und sich selbst - doch gerade in dieser Phase ist man auch sehr empfänglich für Ängste und Sorgen, die dann wiederum körperliche Beschwerden auslösen können. Die sanften, nebenwirkungsfreien Blütenessenzen nach Dr. Bach bieten hier eine wunderbare Möglichkeit, seelische Ungleichgewichte zu harmonisieren, körperliche Beschwerden zu lindern und innere Stärke zu schenken.“

Seit vielen Jahren begleiten Bachblüten Sie bei ihrer therapeutischen Tätigkeit. Warum vertrauen Sie so auf die heilende Wirkung der Blütenessenzen?

Christina Casagrande: Ich vertraue darauf, da ich die heilende Kraft nicht nur bei Menschen jeden Alters, also auch bei Säuglingen, beobachten durfte, sondern auch bei Tieren. Vor allem diese Erfahrung hat mich beeindruckt. Da sie immer wieder reproduzierbar war, hat sich für mich der Placebo-Gedanke „Man muss nur fest daran glauben, dann …“ aufgelöst.

Viele denken bei Bachblüten zuerst an Blumen, die an oder in der Nähe von Gewässern wachsen. Woher stammt diese Bezeichnung, und was gehört eigentlich zu den Bachblüten?

Dr. med. Edward Bach, ein bekannter Londoner Arzt in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, entdeckte die heilende Kraft wildwachsender Pflanzen. Er bezeichnete sie als „Healing Herbs“. Später wurden sie nach ihm als Bachblüten benannt. Es handelt sich dabei um 38 Wildpflanzen, auch Blätter, Blüten und Knospen von Bäumen, deren Kraft er intuitiv erspüren konnte.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Bachblütenbehandlung ist die Fähigkeit einer kritischen und zugleich wohlwollenden Wahrnehmung des leidenden Menschen. Können die Bachblüten ohne Bedenken für die Selbstbehandlung eingesetzt werden?

Ja, das können sie. Allerdings ist dringlich anzuraten, nicht zu viele Blüten gleichzeitig einzunehmen. Anfangs haben viele Menschen das Gefühl, mindestens die Hälfte aller angebotenen Tinkturen passen. Dann ist Beobachtungsgabe gefragt: „Was ist im Augenblick mein dringlichstes Anliegen? Was belastet mich am meisten?“ Dieses seelische Ungleichgewicht sollte als Erstes berücksichtigt werden.

Bachblüten wirken über die Psyche auf den Körper ein und beschleunigen so den Heilungsverlauf körperlicher Beschwerden oder mildern seelisches Leid. Wie stellt man fest, welche Blütenessenz in welcher Situation hilfreich ist?

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Für Laien ist es zunächst hilfreich, sich in die reichhaltige Literatur zu den Bachblüten einzulesen. Dabei kann den vorgeschlagenen Rezepturen gefolgt werden.
Es empfiehlt sich aber auch, jene Blüten, die im Augenblick besonders ansprechen, einzeln auszuprobieren und die persönlichen Beobachtungen idealerweise schriftlich zu notieren. So entsteht ein echtes Nachfühlen und zugleich eine Dokumentation, wie die Bachblüten individuell wirken.

Weshalb eignen sich Bachblüten so gut für die Behandlung der Beschwerden und Befindlichkeiten werdender Mütter?
Da Bachblüten keine Nebenwirkungen im pharmakologischen Sinne zeigen, empfiehlt sich ihre Anwendung bei werdenden Müttern, insbesondere für deren seelische Unterstützung in einer Zeit großer Umstellung. Bachblüten helfen, hinderliche Verhaltensweisen zu überwinden und damit jene Freiräume zu schaffen, die neues Leben braucht. Welche Lebenssituationen und Zwänge schränken Frauen heute bei einer Schwangerschaft ein?
Nach meinen Beobachtungen schränkt vor allem der hohe Anspruch vieler Frauen an die eigene Leistung ein. Damit meine ich nicht nur Leistung im Beruf. Zu allen Lebensbereichen haben Frauen oft Bilder perfekt aussehender und handelnder Frauen im Kopf, auch das Bild der perfekten Mutter. Diese Vorstellungen erweisen sich im Alltag oft als nicht umsetzbar. Viele Frauen suchen dann die Schuld bei sich selbst. Eine sehr unbequeme und Schwangerschaft-untaugliche Situation.

Was ist die geeignete Form der Anwendung von Bachblüten? Sind die alkoholhaltigen Präparate nicht schädlich für Mutter und Kind?
Es wird empfohlen, die Bachblüten immer mit stillem, qualitativ gutem Wasser zu verdünnen. In dieser Form ist der Alkoholgehalt so gering dosiert, dass er keine schädlichen Auswirkungen auf den Körper hat. Dennoch empfehle ich, Neugeborenen und Säuglingen in den ersten Lebensmonaten die Bachblüten rund um den Bauchnabel einzumassieren - oder die Mutter nimmt diese ein und „vermittelt“ die Wirkung über die Muttermilch. Der Geschmackssinn bei den ganz Kleinen ist noch sehr ausgeprägt und empfindsam.

Abdruck des Interviews mit freundlicher Genehmigung des Mankau Verlags.

Christina Casagrande
ist Heilpraktikerin und Bachblüten-Therapeutin.
Ihr Buch „Bachblüten in Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit, Sanfte Hilfe und innere Stärke für werdende Mütter“
ist im Verlag Mankau erschienen. 127 S., 8,99 Euro


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