aktuelle Seite: Artikel   
Ausgabe Mai 2018
Die Entstehung des alten Wissens. ...von Carola Hempel


art94468
© jozefklopacka - Fotolia.com

Vergrößern hier klicken.
Durchdringen wir nun gemeinsam die Jahrhunderte, Jahrtausende, die Zeitalter unserer Erdentwicklung, die Äonen genannt werden. Lassen wir unser inneres Empfinden in einer Zeit ruhen, die weit vor unserer war, deren Jahreszahlen uns durch das Alter selbst nicht mehr bewusst werden: die „graue Urzeit“!

Wir sind jetzt in einer Epoche angelangt, in der die Menschen schon seit geraumer Zeit die Erde bevölkern. Sie werden „eine der ersten Menschenrassen“ genannt. Vielleicht sahen sie anders aus, hatten eine andere Körperstruktur als wir heute. Sie besaßen sicher auch andere Fähigkeiten, die anfangs vorwiegend ihre elementaren Bedürfnisse abdeckten: eine sichere Schlafstatt des nachts, Nahrungssuche, Fortpflanzung und das Leben in der Gemeinschaft.

Sie lebten in einem Land hoch im Norden. Noch heute wird dieses Land von den Engländern als Greenland – Grünes Land – bezeichnet. Uns ist es als Grönland bekannt. Aus diesem Land, so erzählen die alten Chronologien der indischen Brahmanen (Wissenden) in den Veden, kam einst vor sehr langer Zeit Rama, der Kriegerpriester aus dem Norden, in ihr Land. Rama, der hohes Wissen mit sich brachte, hat als Verbreiter des Wissens durch seine Tatkraft vielleicht dem ersten Zeichen des Tyr-Kreises (phon. Tierkreis) des nordischen Gottes Tyr – des Gottes des Lebens und des Wandelns – seinen Namen gegeben: Ram, was heute als Sternzeichen Widder gedeutet wird.

Lange bevor die Wanderung des Rama bis nach Indien hinein entstand und die menschliche Entwicklung kulturell mit großen Schritten über die Welt vor-anging, befassten sich die Menschen hauptsächlich und intensiv mit ihrem direkten Lebensumfeld und der Nahrungssuche. Der regelmäßige Wechsel der Pflanzenwelt – vom Keimen über das Blühen und Vergehen –, von der der Mensch lebte, inspirierte ihn dazu, über das Leben nachzudenken. Er sah ähnliche Entwicklungsstufen bei den ihn umgebenden Tieren wie in der eigenen Lebensgemeinschaft. Überall fand er in der Natur das Gesetz von sich entwickelndem Leben (Geburt), stetigem Leben (Dasein) und ausklingendem Leben (Tod).

Diese Dreiheit war ebenso am Himmel vorhanden: das sich entwickelnde Licht der Sonne am Morgen. Das stetige Licht der Sonne während des Tages. Das ausklingende Licht der Sonne in die Nacht. Er erlebte täglich morgens erneut die Geburt der Sonne, am Abend ihren Tod, dem am folgenden Morgen eine neue Geburt der gleichen Kraft folgte. Aus dieser Erkenntnis wuchsen in ihm erste Ahnungen über eine stetige Wiedergeburt des Lebens. Diese Dreiheit auf Erden und am Himmel bestimmte des Menschen Lebensrhythmus. Sie war und ist unveränderlich, daher gegeben und heilig!

Mit der Erkenntnis über diesen vorgegebenen Rhythmus kamen beim Menschen die ersten Fragen nach dem eigenen „Woher“ und „Warum“ auf. Auf der Suche nach Antworten betrachtete der damalige Mensch seine Umwelt mit wachem Interesse. Mit der Zeit erkannte der Mensch, dass in der von ihm erkannten heiligen Dreiheit eine Vielheit von insgesamt zwölf Lebensabschnitten vorhanden war, die er bei der Beobachtung von Pflanzen herausfand:

1. So tritt das Pflanzenleben in Erscheinung, wenn der Keim die Erde durchstößt und die Hüllblätter aufgehen. (März)
2. Die Pflanze beginnt, Nahrung aufzunehmen und zu wachsen. (April)
3. Die Pflanze blüht. (Mai)
4. Die Pflanze ist „geschlechtsreif“ und wird befruchtet. (Juni)
5. Die Pflanze keimt innerlich in ihrem Fruchtknoten. (Juli)
6. Die Pflanze gibt dem neuen Leben ihren Saft zum Wachsen. (August)
7. Die Pflanze begibt sich zur Ruhe, während die Früchte reifen. (September)
8. Die Pflanze stirbt. (Oktober)
9. Die Pflanzenwurzel sammelt, stärkt, wandelt und verjüngt sich in der Erde. (November)
10. Die Lebenskraft der Pflanze steht erneut auf. (Dezember)
11. Die Pflanze entwickelt Saft zum Leben. (Januar)
12. Durch die Einbindung der Säfte schwellen die Knollen an und bereiten die Geburt durch das Erdreich vor. (Februar)

Mit der Erkenntnis über die jedes Jahr wiedergeborenen Pflanzen erwachte im Menschen immer deutlicher das Bewusstsein über Leben und Tod: dass das Leben mit dem Tod nicht endet, sondern wie bei den Pflanzen weitergeht. Der naturverbundene Mensch teilte sodann sein Leben nach diesen zwölf Lebensstufen ein. Er bewahrte, der Schrift noch nicht mächtig, dieses Wissen in seinen mündlichen Überlieferungen. Der Himmel wurde „sein Buch“ über diese Erkenntnisse. Er schrieb den Lebenszyklus der Pflanzen, den er nach dem nordischen Gott Tyr, „der alles Leben neu beginnen lässt“, benannte, an das Himmelszelt. So entstand der Tyr-Kreis „des sich stetig wandelnden Lebens“ mit seinen uns bekannten zwölf Zyklen und Symbolen. Im Laufe der Zeit wurde durch die mündliche Überlieferung aus dem Gott Tyr die phonetische Bezeichnung „Tier“. Seitdem nennen wir den Zodiak statt Tyr-Kreis den Tierkreis. Da das Pflanzenwachstum durch die Sonne entsteht, sahen unsere Vorfahren in ihr die Energie, die das Leben aus der Erde rief und durch ihre Liebe (das Sonnenlicht) das Wachstum förderte.

In der Strahlenenergie der Sonne erkannten sie den Lebensspender, der

1. im Frühjahr, zum Jahresanfang, durch seine Kraft die Pflanzen erweckt und
2. im Sommer, durch seine Wärme, das Pflanzenwachstum bis zur Geschlechtsreife bringt.
3. Im Herbst, wenn die Pflanzen ihre Früchte ausgetragen haben und ihre lebende Energie verlieren, sterben sie oberhalb der Erde ab.
4. Im Winter steht die Sonne zwar kraftlos am Himmel, zeigt aber durch ihre Gegenwart an, dass es kein Ende, sondern, nach einer Ruhephase, einen steten Neuanfang gibt, aus dem zum Frühling mit neuer Kraft das (Pflanzen-)Leben „wiedergeboren wird.

Diese vier größeren, sich ständig wiederholenden Lebensabschnitte ordneten die Menschen der physischen Entwicklung zu, da sie sich direkt auf Erden auswirken. Seitdem steht die Zahl 4 für die Natur und für die Materie.
Die vier geistigen, nicht stofflichen Ergänzungen zur physischen Vierheit fanden sie in der Sonne. Ihr Licht, ihr Feuer, ihre Wärme und ihre Kraft – sie zusammen werden als die Liebe (aufbauende Energie) des Lebensspenders angesehen. Durch diese Liebe lebt alles seit Anbeginn der Zeit!
Die vier geistigen Teile als Ursprung wirken direkt auf die vier physischen Lebensabschnitte und ergeben so: 4 + 4 = 8. Die 8 stellte somit den ewigen Kreislauf des geistigen und stofflichen Lebens dar. Seitdem steht die 8 für die Unendlichkeit – die Ewigkeit des Lebens. Das Symbol 8 besteht aus zwei sich berührenden Kreisen, dem oberen geistigen und dem unteren physischen Teil. Ihr Schnittpunkt zeigt, dass beide Welten sich berühren, ineinander wirken und direkt miteinander verbunden sind, ineinander übergehen zur kreisenden Acht. Sie bilden ein Dual des einen Lebens
.
Den damaligen Menschen mussten diese Erkenntnisse große Zufriedenheit gegeben haben, hatten sie doch so ihren geistigen Vater, den Spender ihres eigenen Lebens, ihr „Woher“ gefunden. Wenn alle Pflanzen wachsen – also leben – und Tiere und Menschen leben, dann muss die Kraft des Lebensspenders, da aus ihm ja alles Leben entsteht, natürlich auch Leben in sich haben; somit lebt auch die Sonne!
Aktuelle Forschungsergebnisse der Cambridge University ergaben, dass sich die Sonne in einem ca. 7-minütigen Rhythmus zusammenzieht und wieder ausdehnt. Durch diesen Rhythmus entstehen die energetischen Spannungen der Magnetfelder an der Sonnenoberfläche, die so stimuliert und aktiviert werden. Ihre Aktivitäten sind uns als „Sonnenflecken“ bekannt. Die Überaktivität bezeichnen wir als „Sonnenstürme“, deren Energieströmungen durch ihre magnetische Stärke dazu führen, dass sich die Planeten oft kumuliert schneller bewegen, wodurch sich das Sonnensystem immer schneller drehend ausdehnt! Diese Kräfte verursachen oft Störungen auf Erden, besonders in den elektronischen „Welten“. Betrachtet man den Energierhythmus der Sonne und ihre daraus entstehenden Aktivitäten, so kann man wohl zu Recht sagen, dass die Sonne „atmet“ – also lebt! Durch den Lebensrhythmus werden die in der Sonne vorhandenen Gase und Dämpfe, die sämtliche Spurenelemente allen Lebens enthalten, in das Sonnensystem abgegeben und verfestigen sich zu Klumpen, die durch Gravitation zu Planeten werden wie die Erde.

Die Rotation der Planeten selbst erzeugt wiederum eigene Magnetfelder, die durch ihre Energie die Atmosphäre bilden. Auf Grundlage von Wasser auf den Planeten entsteht so all das, was wir Leben nennen. Genau genommen sind daher auch wir Menschen aus den feinstofflichen Energien – den Urstoffen der Sonne, ihren Spurenelementen – entstanden, also wahrlich „Kinder der Sonne“. Wenn die alten Texte sagen, dass die Sonne lebt und die Erde ihr „Kind“ ist und wir Menschen Kinder von Erde und Sonne sind, so ist das wohl auch wissenschaftlich gesehen völlig richtig!

Durch lange Zeiten der Naturbeobachtung fanden die Alten am Himmel des Weiteren sieben Planeten, die sie nach ihrem Durchlauf des Tyr-Kreises ordneten. Jedem Planeten wurde ein Name zugeteilt, dem später ein Wochentag und eine Spektralfarbe zugeordnet wurden:

Mond Montag Goldgelb
Merkur Mittwoch Weiß
Venus Freitag Rubin
Sonne Sonntag Blau
Mars Dienstag Rosa
Jupiter Donnerstag Moosgrün
Saturn Samstag Violett

Die gefundenen sieben himmlischen, sich bewegenden Körper (Planeten) sowie die siebentägig wechselnden Mondphasen von Neumond, zunehmendem Mond, Vollmond, abnehmendem Mond und wieder entstehendem Neumond verursachten in den Wissenden ebenfalls eine große Ehrfurcht vor den himmlischen Kräften und Rhythmen. Die vier Mondphasen à sieben Tage bildeten so die Woche mit den o. g. sieben Wochentagen und den Monat. Die mehrfach gefundene Zahl 7 wurde als der heilige Grundbaustein Gottes – seines Universums – bezeichnet.
Die Abhängigkeiten zwischen Himmel und Erde fanden unsere Vorväter deutlich in den Auswirkungen von Sonne und Mond zur Erde: Ebbe und Flut sowie das Pflanzenwachstum, das durch intensive Sonnenbestrahlung und Klimaveränderungen beeinflusst wird, die auf Erden durch aktive Sonnenflecken entstehen, zeugen noch heute von der geheimnisvollen Bindung der Planeten an die Erde. Tag und Nacht sowie Sonne und Mond bildeten daher für unsere Vorfahren die ersten sich ergänzenden Duale – das duale Prinzip, aus dem die gesamte Schöpfung – das Leben – besteht. Wenn die Kräfte der Himmelskörper sich direkt auf der Erde auswirken, dann müssen auch in ihnen Lebenskräfte wirken. Somit leben nicht nur die Erde, der Mond und die Sonne, sondern auch das ganze Universum.
Diese Erkenntnisse waren die Grundlage aller alten Lebensanschauungen und Religionen. Die ersten Religionen waren daher Sonnen- oder Mondkulte.Aus diesem Wissen heraus erforschten die Menschen die gesamte Natur. Sie fanden weitere göttliche Gesetze, wie die vier Elemente, aus denen die Materievierheit besteht:

Das Feuer,
das als Blitz vom Himmel – vom Vater – kam.

Die Luft,
das ätherische – unstoffliche – Element, das voller Leben ist. Denn ohne Luft stirbt man – also ist in ihr das Leben!

Das Wasser,
dessen Feuchtigkeit, das verbindende – schöpfende – Glied zwischen Himmel und Erde ist. Auf Erden ist Wasser übermäßig vorhanden, es verdampft durch Wärme und kommt als Regen wieder vom Himmel. Es ist als Wasserstoff das Grundatom der Erde.

Die Erde,
ist der Sohn von Sonne und Mond; aus beiden entstanden und von beiden behütet. Am Tag durch den Vater, die Sonne, nachts durch die Mutter, den Mond.

Die Vierheit der Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde finden wir auch in den zwölf Bildern im Tyr-Kreis wieder.

Genehmigter Textauszug aus dem Buch:
„Die Quelle der Spiritualität“ von Carola Hempel
erschienen im Silberschnur Verlag
ISBN 978-3-89845-541-1


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.