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Ausgabe Januar 2017
Reinkarnationstherapie - von Daniela Wiegner

Rückführungen in vergangene Leben und in das Zwischenleben

Ihr Atem fließt ruhig und der Körper entspannt sich. Sie wissen ein Therapeut ist an Ihrer Seite und begleitet Sie. Gleichzeitig beginnt ein Teil von Ihnen nun eine Reise in ein bedeutsames, vergangenes Leben. Sie schauen in Raum und Zeit zurück und erhalten den Zugang zu den in vergangenen Leben gemachten Erfahrungen. Ein inneres Erleben beginnt und kann von unterschiedlichster Art sein: bildhaft, bewegt wie ein Film, statisch, emotional, körperlich und energetisch. Als objektiver Beobachter oder aktiver Teilnehmer. Sie befinden sich mitten in einer Reinkarnationstherapiesitzung!

Viele von uns fragen sich bei immer wiederkehrenden körperlichen oder psychischen Problemen bzw. Verhaltensweisen oder sogar Krankheiten, die sich einfach nicht verändern oder lösen lassen, egal welche Methode wir nutzen: „Könnte die Ursache aus einem alten Leben kommen?“ Genauso oft hätten wir gern die Bestätigung dafür, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Vielleicht weil wir eine Ahnung davon in uns tragen oder eine Sehnsucht verspüren, die wir uns einfach nicht erklären können. Wenn wir uns diese Fragen nicht nur stellen, sondern es wirklich „wissen wollen“, dann entscheiden wir uns für eine Reinkarnationstherapie, denn es ist ihr Sinn, uns die These zu bestätigen und/ oder zu den Ursachen zu führen und heilsame Erfahrungen zu sammeln.

Warum kann ein Mensch Erinnerungen aus früheren Leben abrufen?
Die Reinkarnationslehre spricht von einem Überleben eines Wesensteils nach dem Tode und die darauffolgende Wiederverkörperung in einem anderen physischen Körper.
Um diese Frage annähernd zu klären darf man sich mit den unzähligen verschiedenen Ansätzen der Reinkarnation an sich auseinandersetzen (z.B. Theorie der Seelenwanderung, Theorie des Morphogenetischen Feldes nach Sheldrake bzw. des kollektiven Unbewussten nach C.G. Jung). Seit 1997 gilt die Reinkarnation als bewiesen. Der amerikanische Arzt und Wissenschaftler Prof. Dr. Jan Stevenson hat u.a. anhand von Geburtsmerkmalen in ca. 3000 Fällen weltweit erstmals den wissenschaftlichen Beweis für eine Wiedergeburt erbracht. Somit geht die Reinkarnationstherapie davon aus, dass alle Erfahrungen aus unseren früheren Leben in uns gespeichert sind und viele Ursachen unserer heutigen Leiden, Sehnsüchteund Probleme, seelischer oder körperlicher Art, oft in früheren Leben und den dort gemachten Erfahrungen begründet liegen.
Die Reinkarnationstherapie wurde in den USA entwickelt und wird in Deutschland seit über 30 Jahren erfolgreich angewandt. Einige deutsche bekannte Reinkarnationstherapeuten sind bzw. waren Thorwald Dethlefsen, Dr. Ruediger Dahlke und Trutz Hardo.

Was kann man mit der Reinkarnationstherapie erreichen?
Der Psychiater Prof. Dr. Brian Weiss, welcher schon mehrere Bücher über die Reinkarnations-/ Rückführungstherapie geschrieben hat, erkannte, dass diese Methode bei ca. 40% seiner Patienten einen viel direkteren Weg zur Heilung von Schmerzen und Ängsten bot als seine herkömmlichen Methoden. Nach den Theorien der Reinkarnationstherapie kann man mit ihrer Hilfe die Blockaden bearbeiten oder lösen, die karmischen Ursprungs sind.
Unter Karma wird ein spirituelles Konzept verstanden, wonach jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese muss nicht unbedingt im aktuellen Leben wirksam werden, sondern kann sich möglicherweise erst in einem der nächsten Leben manifestieren. In der jeweiligen Reinkarnationstherapiesitzung kann dies für Sie bedeuten, dass Sie verstehen, fühlen oder wissen, was das oder die gezeigten Vorleben mit Ihrem heutigen Dasein oder mitgebrachten Themen verbindet.
Erkennen Sie zum Beispiel im Alphazustand Ihrer Sitzung den „logischen“ Grund ihrer unbändigen Eifersucht, dessen Ursache (eventuell ein Vertrauensbruch) in einem früheren Leben aufgedeckt wird, kann durch das Bewusst werden die blockierte Lebensenergie freigesetzt werden und der Prozess der Besserung oder sogar Heilung eingeleitet werden, wenn aus karmischen Gründen nichts im Wege steht.
Diese Form der Therapie kann Sie also durch das gefühlte Erinnern und das bewusste Wiedererleben der gemachten Erfahrungen zu tiefen und wertvollen Erkenntnissen und Einsichten für und über Ihr jetziges Leben führen und Unerledigtes kann rückwirkend abgeschlossen werden.
Die einhergehende Erfahrung und Reflexion Ihrer früheren Leben kann Ihnen sogar dabei helfen, besondere Fähigkeiten, Gaben und Talente im jetzigen Leben wieder zu entdecken und zu erwecken. Ängste, Blockaden, verstrickte Lebensumstände und Beziehungen werden verstanden und können aufgelöst werden.
Viele Therapeuten setzen diese Methode mit großem Erfolg ein, auch wenn sie oder ihre Klienten nicht an Reinkarnation glauben. Das ist ein großer Vorteil dieser Methode! Mittlerweile wird die Reinkarnationstherapie auch in der Psychotherapie als eine zusätzliche Bereicherung der bisherigen Methoden eingesetzt, wenn die klassischen Grenzen einer einzigen Lebensspanne überbrückt werden müssen. Die Reinkarnationstherapie kommt, wie die meisten Methoden, nicht für alle Menschen in Frage. Einige der Kontraindikatoren sind schwere geistige Behinderungen, Schizophrenie (im Schub) und auch in akuten schweren Angst- oder Krisensituationen kann eine Reinkarnationstherapie entweder schwierig oder erfolglos sein.

Voraussetzung für eine geglückte Reinkarnationssitzung:
Stellen wir uns den menschlichen Geist als drei Schichten vor. Die erste Schicht ist das sogenannte Bewusste, das uns das kritische, analytische Denken ermöglicht. Die zweite Schicht ist das Unterbewusste, wo alle Erinnerungen an Ereignisse aus diesem und allen früheren Leben gespeichert sind. Die innerste Schicht, der Kern, besteht aus dem, was wir das Überbewusstsein, das höhere Bewusstsein oder die Seele selbst nennen. In der Reinkarnationstherapie wird zunächst eine Anamnese erstellt, Ziele und Wünsche besprochen. Sie werden dann mit verschiedenen Methoden geführt, bzw. begleitet. Das Ziel in einer Reinkarnationstherapiesitzung ist es, Bewusstseinszustände zu schaffen, die es erlauben, auf dieses innere Wissen zuzugreifen, das im Wachbewusstsein nicht oder nur sehr selten abgerufen werden kann. Wir benötigen also für eine geglückte Sitzung einen Zustand, in dem diese Wahrnehmungen möglich sind. Für die meisten von uns ist dies der sogenannte „Alpha-Zustand“ – dem Zustand zwischen Wachen und Schlafen. Das volle Bewusstsein ist vorhanden, der Körper liegt in „tiefem Schlaf“. In einigen Rückführungsmethoden jedoch wird der Körper aktiv eingesetzt, so zum Beispiel bei der Timeline-Methode.
Der Zugang zu unseren tieferen Bewusstseinsschichten ist also erfahrungsgemäß über verschiedene Methoden erreichbar, beispielsweise spezielle Atemtechniken, Entspannungsverfahren, Hypnose, Meditation, schamanisches Reisen und eben die Timeline-Methode.
Die Reinkarnationstherapie hebt uns heraus aus dem „normalen“ Zeit- und Raumgefüge und öffnet uns für ein holistisches Denken.


Daniela Wiegner ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Hypnose- u. Rückführungstherapeutin.
Sie bietet in ihrer Praxis in Berlin und deutschlandweit Rückführungen in vergangene Leben und in das Zwischenleben sowie Hypnosetherapie an.
Info: www.hypnose-freude.de

Buchhinweise:
Trutz Hardo, Das grosse Handbuch der Reinkarnation, 2. Auflage Silberschnur 2003
Jan Stevenson, Reincarnation and Biology, Wesport 1997


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