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Mit Vattenfall ins Klimachaos



Seit Monaten versucht der Energieriese Vattenfall sich mit einer gigantischen Marketingkampagne grünzuwaschen. Mit dem irreführenden Titel "Klimaunterschrift" stellt er sich europaweit als besorgten Konzern dar, dem Klimaschutz besonders wichtig ist. Trotzdem steckt Vattenfall Milliarden in den Bau klimaschädlicher Kohlekraftwerke.

Lassen Sie sich nicht verkohlen!
Unterschreiben Sie die Erklärung, die Vattenfall nicht unterschreibt.
www.klimaunterschrift-vattenfall.de/signmanifesto

Text veröffentlicht auf www.greenpeace.de


Fisch: Auf der Biowelle

Fisch ist nicht nur lecker, er versorgt den Körper obendrein mit wichtigen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Die Fettsäuren im Fisch sind gut für Herz, Gehirn und Immunsystem. Daher empfehlen Ernäh­rungswissenschaftler mindestens ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen. Viele Verbraucher halten sich an diese Ernährungsempfehlung und greifen ins große Angebot der Supermärkte oder stehen als bewusster Konsument erst mal ratlos vor der Tiefkühl- oder Frisch­fisch-Theke. Welchen Fisch darf man heute noch essen? Ist Aquakultur besser als Wildfang, oder ist man bei Fisch mit Biosiegel auf der ökologisch richtigen Seite?

Aquakultur - Massentierhaltung oder Chance?

Die Meere sind überfischt, so dass viele Fischarten stark zurückgegan­gen sind. Daher ist in den letzten Jahren der Anteil der in Aquakultur produzier­ten Fisch-, Weich- und Krustentiere weltweit auf 65 Prozent angestiegen. Ein riesiger Wirtschaftszweig also, der allerdings im konventionellen Bereich einen ziemlich schlechten Ruf hat. Die Zerstö­rung der Mangroven­wälder in Ecuador zum Beispiel, um in riesigen Shrimpsfarmen den Hunger der Welt nach dieser Delikatesse zu stillen, oder massiver Einsatz von Antibiotika in der Lachszucht. Und dennoch klingt "aus Aquakultur" für viele Verbraucher nach einer ordentlichen und das Meer schonenden Alternative. Wenn dann noch ein Biosiegel für Qualität bürgt, wähnt man sich auf der sicheren Seite.


Für Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des ökologischen Anbauverbandes Biokreis, ist das in punkto Seefisch nicht der Fall: "Trotz verringerter Besatzdichte und den Verzicht auf Antibiotika ist eine, auf Quadratkilometer künstlich angelegte Mastanlagen für Meeresgetier nicht ökologisch." Für ihn ist ein zentraler Aspekt im ökologischen Landbau, dass die Haltungsbedingungen dem Tier angepasst werden und nicht umgekehrt. Dieser Grundsatz werde beim Verfahren der ökologischen Aquakultur im Meer beziehungsweise mit Meerwasser verlassen. Das angeborene artgemäße Verhalten von Lachsen, nämlich tausende Kilometer zu ihren Laichplätzen zu ziehen, wird unterbrochen. Sie werden in Schwärmen gehalten, obwohl sie keine Schwarmfische sind. Und: Für ein Kilogramm Lachs benötige man vier Kilogramm Fischfutter, das wiederum aus ökologischen Resten der Verarbeitung von Aquakul­tur­tieren stammen soll, bei Nichtverfügbarkeit dürfe jedoch auch Futtermittel aus Resten von Fisch eingesetzt werden, der für den menschlichen Verzehr gefangen wurde. "Weder Lachs noch Garnelen oder Shrimps aus ökologischer Aquakultur verdienen die Bio-Auszeichnung", so Sepp Brunnbauer. Das gilt auch für den Stör, der in Flüssen und im Meer zuhause ist und durch sogenanntes Gründeln seine Nahrung aufnimmt. In Zuchtbottichen mag die Wasserqualität noch so gut sein, ein artge­rechtes Leben kann dort für den Stör nicht möglich sein. Kaviar und Störfleisch mit einem wie auch immer gestalteten Biosiegel seien daher mehr als fragwürdig.


Die ökologische Alternative

Für eine leckere Fischmahlzeit muss es kein Viktoriabarsch sein, der - um auf unseren Tellern zu landen - pro Kilogramm zwei Liter Kerosin ver­braucht. Ein Seelachs aus der Nordsee und heimische Süßwasserfische schmecken auch gut. Und soll es doch mal etwas Besonderes sein, ist die ökologische Alternative Fisch mit dem MSC-Zeichen. "Marine Stewardship Council" wurde von einem großen Konzern und dem World Wide Fund for Nature (WWF) 1997 gegründe­te und agiert seit 1999 selbstständig. Der MSC-Umweltstandard für nachhaltige und vorbildlich geführte Fischerei­betriebe gründet auf einer weltweiten Konsultation mit Wissenschaftlern, Fischereiexperten und Umweltschutzorganisationen. Das MSC-Label verspricht, dass der enthaltene Fisch aus einer umweltverträglich arbeitenden Fischerei stammt, die Fischbestände für die Zukunft erhält. Sepp Brunnbauer: "Damit ist der Fisch zwar nicht bio, aber dafür ökologisch!"

Artikelquelle: www.bio.de