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Ausgabe März 2014
Beitragsreihe 2013 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Die Feder des Steinadlers

Aus der Hamsterperspektive ins Adlerbewusstsein. Andreas Krüger mit dem vierzehnten Teil seiner Beitragsreihe über wichtige homöopathische Arzneimittel.

H. Schäfer: Worüber wollen wir heute reden?
A. Krüger: Über die menschliche Fähigkeit, seinen Blickwinkel zu beeinflussen. Ich habe vor 20 Jahren zwei meiner unangenehmsten, hellsichtigsten Visionsträume gehabt, die ich jemals hatte. Der unangenehmste war, als ich fragte, was ich tun müsse, um endgültige Befreiung oder Erleuchtung zu erlangen und eine Engelsstimme mir antwortete, dass das alles überhaupt kein Problem sei, aber es würde für mich nur zwei Wege geben.
Immerhin zwei...
Der eine war: Grüner Tee und Obst. Nur noch grüner Tee und Obst, dann bräuchte ich weder homöopathische Mittel zu nehmen noch irgendwelche Therapien zu machen. Alles wäre abgearbeitet, wenn... Ich fand diese Information so furchtbar, dass ich etwas tat, was ich noch nie – weder davor noch danach – tat: Ich habe es nachtesten lassen. Ich bin also zu mehreren Kinesiologen gegangen und habe es testen lassen.

Und es stimmte?
Jede Testung war positiv und inzwischen glaube ich es auch, denn ich habe es schon mal ein paar Tage ausprobiert. Heute esse ich nicht mehr Obst, sondern trinke Smoothies und durch die Kombination mit grünem Tee komme ich in einen Zustand von Beschwerdefreiheit und Leichtigkeit, die wunderbar ist, aber spätestens am vierten Tag holt mich meine Schnitzelsucht wieder ein. Trotzdem fühlt es sich gut an zu wissen, dass es etwas gibt, was mir gut tut. Zwischendurch bin ich immer wieder frustriert, dass ich es nicht ganz schaffe, aber aus der Schöpfungsarbeit mit Vywamus wissen wir ja, dass wir gegen nichts größere Widerstände und vor nichts mehr Angst haben als vor unserem Leuchten und wenn ich nur noch grünen Tee und Smoothies trinken würde, dann würde ich richtig leuchten.

Und der zweite Traum?
Ganz schrecklich! Die gleiche Stimme, die ich inzwischen meinen „schwarzen Engel“ nenne, sagte: ,,Das einzig wirklich Verwandelnde wäre regelmäßiges Üben. Denn wenn man regelmäßig übt, entsteht Überwindungsenergie – besonders wenn man Dinge übt, die einem nicht leicht fallen. Wenn man Dinge macht, die einem leicht fallen, entsteht keine Überwindungsenergie. Aber wenn ich Dinge machen würde, die mich Überwindungsenergie kosten, dann könnte es dazu führen, dass ich mich wirklich befreien kann.“ Diesen Traum fand ich auch wirklich schrecklich, denn es gibt vieles, was ich gerne machen lasse: Ich lasse mich gerne massieren, lasse mir liebend gerne Horoskope erstellen, ich renne von einem Psychotherapeuten zum anderen, liebe Channellsitzungen – aber selbst etwas zu tun, das fällt mir schwer.
Dazu kam eine meiner tiefsten Traumatisierungen in meinem Leben, als eine Freundin von mir im zarten Alter von 22, als ich den ersten Schub eines leichten Zunehmens hatte – mit 18 wog ich mit 1,83 Körpergröße 68 kg – zupfend am Halslappen liebevoll zu mir sagte: „Hamsterchen“. Danach habe ich mir sofort einen Bart wachsen lassen, den ich 30 Jahre nicht abgenommen habe, weil ich nicht mehr wollte, dass mich irgendjemand Hamsterchen nannte.

Fiel diese Bezeichnung „Hamsterchen“ also auf fruchtbaren Boden?
Völlig, denn bei meinen vielen Therapien habe ich oft gesagt, dass ich mich wie ein Hamster fühle. Ich bin in diesem Rad und laufe von einem Therapeuten zum nächsten und habe denen sogar gesagt, dass ich mir wie ein Hamster vorkomme, der in seinem Rad läuft, seine Halme sieht, aber nie den Himmel. Dann passierte etwas sehr Spannendes an der Samuel-Hahnemann-Schule durch den Traum eines Schülers, der träumte, dass zwei große Adler ihn aus einer sehr konfliktreichen Situation ergriffen und ihn wegtrugen. Daraufhin hat er sich eine Steinadlerfeder besorgt, hat diese Feder homöopathisch verrieben und dann haben wir bei uns an der Schule eine große Adlerfederverreibung des Steinadlers gemacht.

Haben Sie die Verreibung auch eingenommen?
Ja, und es ist mir etwas Tolles passiert. Ich hatte tagelang Träume, dass ich fliegen kann. Mal als Adler, mal als Andreas Krüger und ich weiß, dass ich als Kind auch diese Träume hatte und es waren für mich wahnsinnige Glücksträume: Ich flog über Britz und war total glücklich. Mit dieser Einnahme von der Steinadlerfeder passierte es wieder und es war wahnsinnig schön. Was aber das Entscheidende war – und das ist mir heute wichtig – dass ich mit einem Mal eine völlige Veränderung der Sicht meiner Lebenswirklichkeit erlebte. Auf ein Mal konnte ich vom Hamsterbewusstsein ins Adlerbewusstsein springen. Dieser Zustand dauerte etwa drei Monate an und in der Zeit erschien mit im Traum ein Engel, der sagte: „Auf Erden der Cesar, in den Himmeln der Buddha.“ Erst konnte ich nichts damit anfangen, aber dann fiel mir das Profil von Cesar auf, denn der war einem Adler sehr ähnlich. Dann fiel mir in seiner Militärgeschichte auf, dass er als erster Feldherr seinen Soldatengruppen Standarten aus Adlern gab. Und dann habe ich später in einem esoterischen Buch gelesen, dass Cesar ein Adlerbewusstsein hatte. Der hatte – was für die damalige Zeit ganz selten war – die Fähigkeit, die Realität aus einer völlig anderen Warte zu betrachten und aus dieser völlig anderen Warte heraus ein anderes Bild von Wirklichkeit zu kreieren.
Damals wusste ich noch nichts von Advaita, nichts von Karl Renz oder Ramana Maharshi, aber ich hatte unter der Einnahme dieser Adlerfeder für drei Monate – und nur diese drei Monate – wirklich das Gefühl, die Untrennbarkeit dessen wahrzunehmen, was da ist: Ja, es gibt keine Trennung und damit gibt es auch kein Problem. Es gibt nur eine globale Ganzheit. Damals konnte ich mit niemandem darüber reden und auch die indischen Philosophien kannte ich noch nicht. Auf einmal konnte ich auch Probleme lösen, die mir früher unlösbar erschienen – einfach durch die Veränderung der Perspektive.
Die Einnahme ist jetzt 20 Jahre her...
... aber sie bleibt als Erinnerung eines Zustandes, der möglich wäre. Und in meiner Therapie ist es wichtig, meine Patienten zu fragen, ob es mal eine Situation gab, wo es schon einmal gut war. Und meine Erfahrung ist, wenn es schon einmal einem Moment gab, wo alles gut war, dann kann immer alles gut sein. Mein Vywamus-Lehrer sagt: „Wenn es jemandem immer schlecht geht, aber es ging ihm einmal eine Minute lang gut, dann wissen wir, dass er alle Energie einfach nur in die Verleugnung des Zustandes dieser einen Minute legt. Mit wahnsinniger Energie und wahnsinniger Kraft.“ Darum sind die Verleugner ja alle so schwach, weil sie so wahnsinnig viel Kraft zum Verleugnen brauchen. Verleugnen ist die kräftezehrendste Aufgabe, die wir haben, weil Verleugnen völlig gegen unsere Lebendigkeit ist.

Warum machen wir das dann?
Wahrscheinlich weil wir gnadenlose Angst haben vor unserem Leuchten. Und weil wir etwas Negatives erlebt haben, wenn es uns gut ging. Warum habe ich erst nach 20 Jahren neoschamanische Heilkunst auf meine Visitenkarte geschrieben? Weil ich Angst hatte, es öffentlich zu machen. Inzwischen habe ich die Adlerfeder mit großem Erfolg Menschen gegeben, die viele Therapien ausprobiert haben, die homöopathische Mittel genommen haben, die zu Gurus gingen und doch immer wieder an dieser Welt verzweifelt sind. Und dann gebe ich denen Adlerfeder und sie kommen nach 14 Tagen wieder und fragen mich, was ich ihnen gegeben habe: Erst träumen sie, dass sie fliegen und dann haben sie einen ganz anderen Blick auf die Welt.
Dank an Sie!

Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst. Zuletzt veröffentlichte der Verlag Simon+Leutner (www.sl-verlag.de) das Buch: Heiler und heiler werden, Gespräche über Heilkunst (mit Haidrun Schäfer), Berlin 2013

Buchtipp:
Andreas Krüger, Haidrun Schäfer: Heiler und heiler werden, Gespräche über Heilkunst, 144 S., Klappenbroschur, Berlin 2013


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