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Ausgabe Januar 2014
Bewusstheit. Die Erfüllung Ihres Lebens. Von Jürg Theiler

Das Wort «er-füllen» bedeutet «etwas voll zu machen». Das Leben zu erfüllen bedeutet, das Leben voll zu machen. Um zu wissen, wann und wie das Leben voll ist, müssen Sie seine Teile kennen und verstehen, wie sich diese zum Ganzen (Leben) zusammensetzen lassen. Sie müssen den Systemplan des Lebens erkennen.

Nicht viele kennen den Systemplan ihres Lebens. Aber viele meinen, sie könnten ihn selbst bestimmen. Sie meinen es, weil sie ihn selbst bestimmen wollen. Sie meinen, was sie wollen. Doch nicht Sie bestimmen den Bauplan Ihres Lebens. Er ist bestimmt. Sie können ihn respektieren oder manipulieren. Sie können ihn erfüllen oder zerstören. Noch nie waren die Menschen so kollektiv, wie unter Führung des Massenmarktes und der Massenmedien. Doch die meisten meinen, sie seien individuell.
Noch nie waren die Menschen psychisch und physisch so krank, wie unter Führung der am Profit orientierten Medizin. Doch die Kranken halten sich für gesund und erklären die Gesunden für krank.
Noch nie wussten so viele Menschen von so viel so wenig, wie unter Führung der digitalen Massenkommunikation im Dienste der Selbst-Bereicherung. Weil das Wissen zerstückelt ist und beliebig zusammengesetzt und ausgetauscht werden kann, meinen alle, sie würden wissen (erkennen) und kommunizieren (teilen). Dabei ist ihr Wissen nichts weiter als Konfetti, mit dem sie sich bewerfen.
Noch nie waren die Menschen so manipuliert und gespalten, wie unter Führung der fragmentierten Wissenschaft und Bildung im Dienste der Selbst-Bereicherung.
Noch nie waren die Menschen der Verdummung so nahe, wie unter Füh-rung durch den Massenmarkt und die Massenmedien. Doch diese Ignoranz wird als Lifestyle einer mega-geilen Spaß- und Spektakelgesellschaft gefeiert.
Noch nie waren die Menschen der globalen Zerstörung so nahe, wie unter Führung des Marktes im Dienste der Selbst-Bereicherung, der alle Bereiche der Gesellschaft dominiert.
Noch nie waren die Menschen so leer, so von Sinn entleert und so erschöpft wie heute. Grenzenlos ist die Nachfrage nach Stimulierung und Betäubung. Allerdings stehen nicht die Institutionen und Organisationen am Anfang des Ursache-Wirkungs-Zusammenhangs der Selbst- und Fremd-Zerstörung. Am Anfang steht die Einstellung der Psyche. Die Institutionen bilden diese Einstellung bloß ab und verstärken sie.

Ihre Psyche entscheidet über Ihr Leben
Sie entscheiden, wie Sie Ihre Ressourcen auf Ihre Wünsche und Funktionen verteilen. Sie entscheiden bewusst, symbolisch im Licht, oder unbewusst, symbolisch im Dunkeln. Es sei daran erinnert, dass das lateinische Wort für entscheiden Intelligenz ist, von inter-legere, „dazwischen entscheiden“. Sie entscheiden darüber, mit welchen Intelligenzsystemen in welcher Reihenfolge und Gewichtung. Sie entscheiden.
Ihre Psyche entscheidet, wie Sie leben, wann und wie Sie sterben, ob Sie gesund oder krank sind, ob Sie diese oder jene Beziehung eingehen, ob Sie „Glück“ und „Pech“, „Gewinn“ oder „Verlust“ haben, ob Sie Frieden oder Unfrieden erfahren, ob Sie Leiden ertragen und Erfüllung finden.
„Der Sinn des Lebens ist das Scheitern“, hat der rumänische Philosoph und Dichter Emil Cioran (1911 -1995) richtig beobachtet, aber falsch interpretiert. Er teilt dieses Schicksal mit allen Wissenschaften, die nicht das Ganze, sondern nur Teile sehen, weil sie ausschließlich empirisch-analytisch und instrumentell denken. Er hat Ursache und Wirkung vertauscht, weil er das Gesamtziel, das Endziel des Lebens nicht (er-)kannte.
Der Sinn des Scheiterns ist das Leben. Die Niederlage, die Erniedrigung ist der Wendepunkt des Lebens.
Es ist der Punkt, an dem die instinktive, affektive und instrumentelle Intelligenz am ehesten bereit sind, sich in den Dienst der empathischen Intelligenz zu stellen. Es ist das Schleitern der Unersättlichkeit und Gier, des Ehrgeizes und der Überheblichkeit, der Arroganz und Eitelkeit. Voraussetzung ist, dass Sie den Zugang zur Liebe, zur Schönheit, zur Wahrheit, zum Leiden in sich selber finden. Das Scheitern ist Angst auslösend und ausgesprochen schmerzhaft. Es ist leidvoll, weil es den Wünschen der instinktiven, affektiven und instrumentellen Intelligenzsysteme widerspricht. Diese unternehmen alles, um das Leiden zu vermeiden und zu beenden. Sie verkaufen, verraten, manipulieren und zerstören dafür Ihre Seele, die empathische Intelligenz. Der Sinn des Abstiegs und Leidens, dem Sie nicht entrinnen können, ist, Bescheidenheit und Liebe zu lernen.

Die Wahl, zwischen richtig oder falsch zu entscheiden
Wenn Sie den Zugang zur empathischen Intelligenz nicht finden, verhärten Sie sich. Sie verbittern. Sie werden zynisch, nihilistisch, gleichgültig, stumpf. Sie betäuben sich. Sie verzweifeln. Wenn es Ihnen nicht gelingt, die destruktiven Wirkungen durch die konstruktiven aufzuwiegen, wenn es Ihnen nicht gelingt, die Teile wieder richtig zusammenzusetzen - religiös zu sein im Sinne von re-lego – zerstören Sie sich selbst und möglicherweise andere.
Ihr Leben ist von innen bestimmt, nicht von außen. Suchen Sie die Liebe, die Wahrheit und die Erfüllung nicht außerhalb, sondern innerhalb von Ihnen.
Ihre Seele versucht, Sie auch gegen den Willen Ihrer Intelligenzsysteme im Aktionsmodus und ohne Ihre Bewusstheit zum Ganzen zu führen. Sie führt Sie in Konstellationen, die Ihnen helfen sollen, die Augen zu öffnen und die richtige Entscheidung zu treffen. Aber die Entscheidung nimmt sie Ihnen bis zum Tod nicht ab.

Unsichtbare Gerechtigkeit
Bei jeder Verletzung, die Sie sich und anderen zufügen, ob sie es bewusst oder unbewusst, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, bemerkt oder unbemerkt tun, ertragen Sie Leiden. Die Verletzungen, die Sie sich durch die Wünsche und Funktionen Ihrer instinktiven, affektiven und instrumentellen Intelligenzsysteme zufügen, sind die Verletzungen der Wünsche Ihrer empathischen Intelligenz nach Liebe, nach Wahrheit, nach Treue (Festigkeit), nach (System-) Gerechtigkeit (Schönheit, Richtigkeit). Sie stehen im Gegensatz zum Hunger, zur Gier, zur Unersättlichkeit, zur Gewalt, zur Rohheit, zur Grobheit, zum Ehrgeiz, zur Schlauheit, zur List und Tücke, zur Überheblichkeit, zum Sachzwang, zur Manipulation und Kontrolle.
So lange wie möglich versuchen Ihre Intelligenzsysteme im Aktionsmodus, das Leiden zu ignorieren, zu betäuben und zu verdrängen. Eine riesige Industrie bietet Ihnen dafür Ihre Dienste an: Heere von Experten, Wissenschaftlern, Ärzten, Psychologen, Juristen, Politikern, Beratern, Schwärmern und Scharlatanen stehen bereit.
Ewig wird es Ihnen nicht gelingen. Früher oder später kommt die Psyche zu ihrem Recht - spätestens, wenn Sie sterben. Davor versucht sie, Sie zur Erfüllung zu führen. Sie führt Sie dem Leiden zu, weil Sie durch das Leiden lernen können zu lieben, schön zu werden, wahr(-haftig) zu sein, kreativ zu sein - Wahrheit erkennen zu können. Wenn Sie etwas wollen, wird Ihnen das genommen werden, Wenn Sie überheblich, eitel und arrogant sind, werden Sie erniedrigt werden. Wenn Sie gierig und unersättlich sind, werden Sie die Gier und Unersättlichkeil von anderen auf sich ziehen. Wenn Sie besitzen und konsumieren wollen, werden Sie besessen sein und sich verzehren. Wenn Sie andere Menschen als Mittel zum Zweck verwenden, werden Sie von anderen als Mittel zum Zweck verwendet werden. Wenn Sie Menschen täuschen und enttäuschen, werden Sie von Menschen getäuscht und enttäuscht werden. Wenn Sie schlau, listig und tückisch sind, werden Sie das Opfer der Schlauheit, List und Tücke von sich selbst und von anderen sein. Wenn Sie Gewalt und Zwang, Manipulation und Kontrolle anwenden, werden Sie das Opfer von Gewalt und Zwang, Manipulation oder Kontrolle sein.
So weit, wie Sie von sich weg gegangen sind, so weit müssen Sie wieder zurückkehren.
Kein Schritt bleibt Ihnen erspart. Alles, was Sie zugeschüttet haben, müssen Sie wieder ausgraben. Alles, was Sie zugedeckt haben, müssen Sie wieder frei schaufeln. Diese Form der Gerechtigkeit hat nichts mit Schuld und Sühne, Belohnung und Bestrafung zu tun. Diese Kategorien gehören zu den Regelmechanismen der affektiven Intelligenz. Hier geht es um die Wiederherstellung des Systemgleichgewichts Ihrer Psyche. Sie müssen das Destruktive aufwiegen gegen durch das Konstruktive.

Das System Ihrer Psyche

Sie sind ein System aus Wünschen und Funktionen, das sich erfüllt oder zerstört. Es funktioniert auf zwei gegensatzliche Weisen (Modi): aktiv und rezeptiv.
Das eine herausragende Merkmal der Psyche ist, dass sie nicht «aus einem Guss» besteht. Sie ist nicht kontinuierlich größer und klüger geworden, sie ist nicht durch Zufall, Versuch und Irrtum gewachsen, wie verbreitet angenommen wird. Sie ist in ihrer Struktur von Anfang (unserer Betrachtung) an als ein vierteiliges System angelegt gewesen. Sie beruht auf einem Konstruktionsplan, der in seiner Struktur von Beginn an ersichtlich ist. Sie ist hybrid aus vier Teilsystemen zusammengesetzt. Diese sind entwicklungsbiologisch und zeitlich in großen Abständen, aber kurzen Schüben wirksam geworden sind:

1. Das älteste Teilsystem der menschlichen Psyche, die instinktive Intelligenz, ist auf der Erde vor 280 Millionen Jahren mit den Sauriern auf den Plan getreten. Wir teilen es heute mit den Reptilien, den direkten Nachfolgern der Saurier. Anatomisch entspricht es dem Stamm- und Kleinhirn.

2. Das zweitälteste Teilsystem, die affektive Intelligenz, ist vor 160 Millionen Jahren mit den ersten Saugetieren sichtbar geworden. Es funktioniert bei den Menschen heute noch in gleicher Weise. Anatomisch entspricht es dem limbischen System.

3. Das dritte Teilsystem, die instrumentelle Intelligenz, ist seit circa 7 Millionen Jahren, mit dem Aufkommen der Hominiden, wirksam geworden. Anato¬misch entspricht es bei Rechtshandern der linken Hemisphare des Grofi-hirns (Neocortex). Bei Linkshandern ist es gegenuberliegend.

4. Das jüngste Teilsystem ist die empathische Intelligenz. Wir konnen sie in der Weise, wie wir sie heute bei den Menschen beobachten, bis zur Entstehung der ersten umfassenden Schrift vor rund 5000 Jahren in Agypten zurückverfolgen. Anatomisch entspricht es der rechten Hemisphare des Neocortex (Grofihirn).

Jedes Teilsystem verfolgt seine eigenen Wünsche (Ziele, Bedürfnisse) und ist dafür rnit eigenen Funktionen (Mitteln, Informationen) ausgestattet.
Das ergibt vier Gruppen von Wünschen, die nicht aufeinander zurückführbar sind:


Die physischen Wünsche werden von der instinktiven Intelligenz gesteuert. Wir können sie auch als körperliche, materielle und räumliche Wünsche und Funktionen bezeichnen. Sie melden sich automatisch und werden von den fiinf Sinnen unmittelbar wahrgenommen. Sie sind für die Augen sichtbar und mit Händen greifbar wie Nahrung, Sex und Territorium. Deshalb sind sie für alle fraglos real.

Die emotionalen Wünsche werden von der affektiven Intelligenz gesteuert. Wir bezeichnen sie auch als affektive und relationale Wünsche. Sie sind relational, weil sie die Beziehungen der Menschen oder Säugetiere in der Gruppe regeln. Sie steuern die Position jedes Einzelnen in hierarchisch-autoritär organisierten Gruppen wie Familien, Sippen, Unternehmen, Nationen. Sie melden sich ebenfalls automatisch und mit großer Wucht zu Worte, als Arger, Wut und Hass, Angst oder Freude. Sie sind weniger eindeutig sichtbar. Doch sind auch sie aufgrund der Gewalt, mit der sie auftreten, für alle fraglos real.

Die rationalen Wünsche werden von der instrumentellen Intelligenz gesteuert. Wir konnen sie auch als intellektuelle, ästhetische, technische oder for-male Wünsche bezeichnen. Rational heißt auf Deutsch berechnet. Diese Wünsche äußern sich nicht bei allen Menschen automatisch. Man muss dazu denken, rechnen, lesen, beobachten, strukturieren, vergleichen, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge feststellen können. Sie sind aufgrund ihrer eindriicklichen, technischen Wirksamkeit bei der Manipulation und Kontrolle der Realität trotzdem für viele fraglos real. Anderen gelingt es ohne Mühe, ihre Realität zu ignorieren.

Die seelischen Wünsche werden von der empathischen Intelligenz gesteuert. Wir bezeichnen sie auch als geistige, gedachte, spirituelle, intuitive und ideale Wünsche. Wir verwenden den Begriff «seelisch», obwohl er stark, unterschiedlich und oft unbestimmt besetzt ist. Wir haben uns dazu entschlossen, weil das Wort seelisch sprachgeschichtlich «die zur See Gehörende» bedeutet. Dieses Wortbild drückt sehr schön aus, dass diese Wünsche mit den Händen unfassbar, dunkel, tief, groß und mächtig wie das Meer sind. Sie sind fiir viele unfassbar und dunkel, weil sie mit den Augen nicht sichtbar sind, weil sie geistig, das heiß gedacht, sind. Sie melden sich nicht automatisch, ungeduldig und mit großer Wucht, wie der Hunger oder die sexuelle Lust. Man muss sie denken. Sie sind tief und dunkel, weil sie von den Wünschen der anderen Intelligenzsysteme leicht verdrängt, unterdrückt und zugeschüttet werden. Man muss sie erkennen. Sie sind wohl grofi und mächtig, aber sie melden sich nicht mit Gewalt. Sie sind leise und geduldig. Man muss sich ihnen bewusst nähern.

Ihre Wünsche ergänzen, verstärken, korrigieren, konkurrieren und widersprechen sich.
Das zweite herausragende Merkmal der Psyche ist, dass sich die Intelligenzsysteme und ihre Wunsche ergänzen, verstärken, korrigieren, konkurrenzieren und widersprechen. Das erklärt, warum die eine Hand oft nicht weiß, was die andere tut und auch, warum Sie manchmal hin und her gerissen sind und nicht wissen, wofür Sie sich entscheiden sollen. Es erklärt, warum manchmal zwei Seelen in Ihrer Brust wohnen, warum Sie gespalten sind und warum Ihre Stimmung schwankt. Der Gegensatz der Psyche ist der Grundgegensatz zwischen der Funktionsweise der drei älteren Intelligenzsysteme, die im Aktionsmodus operieren und dem jüngeren, das genau gegensätzlich, im Rezeptionsmodus funktioniert.

Ihre Wünsche sind universell
Das dritte herausragende Merkmal Ihrer Psyche ist, dass alle Menschen zu alien Zeiten und an alien Orten die gleichen Wünsche und Funktionen haben. Sie sind universell, genau so wie alle Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten ein Herz, eine Lunge, zwei Nieren, eine Milz und eine Leber, zwei Augen, zwei Ohren und so weiter haben. Der grundsätzliche Unterschied zwischen den Menschen liegt nicht im System der Wünsche, sondern in der Reihenfolge, in der sie ihre Wünsche verfolgen. Sie unterscheiden sich voneinander dadurch, dass sie die gleichen Wünsche anders gewichten. Sie unterscheiden sich durch die unterschiedlichen Prioritäten, die sie zwischen den Wünschen und Funktionen setzen.
Wohl unterscheiden sich die Menschen auch durch die Qualitä und Quantität der Informationen, durch die «Talente», die ihnen eigen sind. Wohl war Mozart musikalischer als die meisten anderen Menschen. Aber alle Menschen haben den Wunsch nach Musik, selbst wenn er sich nur darin ausdrückt, dass sie summen oder pfeifen. Die Unterschiede sind nicht grundsätzlich, sondern relativ und eine Frage der Gewichtung.

Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern lösen sich in der ganzen Psyche auf.
Dass die Wünsche universell sind, gilt auch für die Geschlechter. Frauen und Männer haben das gleiche Intelligenzsystem mit denselben Wünschen und Funktionen. Nur die Reihenfolge, in der Männer und Frauen ihre Wünsche verfolgen, fallt im Durchschnitt der Geschlechter unterschiedlich aus. Das gilt systembedingt für die zwei älteren Intelligenzsysteme. Im statistischen Durchschnitt der Geschlechter ist die affektive Intelligenz die Domäne der Frauen und die instinktive Intelligenz die Domäne der Männer. Frauen verwenden im Durchschnitt relativ mehr Ressourcen auf die Wünsche des Affektes und Männer mehr auf jene des Instinktes. Entsprechend sind die relativen Stärken verteilt.


Zwölf Entwicklungsschritte Ihrer Psyche, Ihres Lebens

1. Der Weg führt nach innen.
Innen ist das Geistige, das Gedachte, das Erfahrene, das Erkannte, das Bewusste.

2. Der Weg führt über die Rezeption.
Das ist die Fähigkeit, die Information, die Sie sind, wahrzunehmen, zu empfangen, anzunehmen, sich ihr hinzugeben, sich mit ihr zu verbinden, zu vereinen.

3. Der Weg führt über das Erkennen.
Das ist die Fähigkeit, sich selbst als ein System von Wünschen und Funktionen übereinstimmend von außen (analytisch) und von innen (hermeneutisch) zu verstehen.

4. Der Weg führt über den Schatten.
Das sind die destruktiven Wirkungen Ihrer Wünsche und Funktionen, die Sie aufgrund ihrer Destruktivität nicht sehen wollen und verdrängen.

5. Der Weg führt über das Zurücknehmen der Projektion.
Das ist die Übertragung von konstruktiven und destruktiven Wünschen und Funktionen auf andere, die Sie in sich selbst erfüllen beziehungsweise erkennen und (er-)lösen sollen.

6. Der Weg führt über die Erniedrigung.
Das ist die Notwendigkeit, nach unten zu gehen anstatt nach oben, in die entgegengesetzte Richtung, in welche die Wünsche im Aktionsmodus streben.

7. Der Weg führt zur Bescheidenheit.
Das ist die Fähigkeit, sich selbst herabzusetzen, um andere in ihrem Wert bestehen zu lassen.

8. Der Weg führt über die Angst und das Leiden.
Das ist die Fähigkeit, der Angst und der Zerstörung zu begegnen, ohne selber zu zerstören.

9. Der Weg führt zur Verbindung.
Das ist die Fähigkeit, sich mit dem Schönen, Guten, Richtigen, Konstruktiven zu vereinen, ohne das Hässliche, Böse, Falsche, Destruktive (in sich und in anderen) zu ignorieren, zu verdrängen, zu unterdrücken, zu projizieren, zu zerstückeln, auszugrenzen und abzuspalten.

10. Der Weg führt zum Vertrauen.
Das ist die Fähigkeit, mit dem Richtigen, dem Konstruktiven, dem Festen, der Treue, der Wahrheit, der Liebe, dem System, mit sich selbst, eins zu sein.

11. Der Weg führt vom Tausch zur Liebe.
Das ist der Zustand, in dem die Liebenden nicht mehr das Unterschiedliche tauschen, sondern das Gleiche teilen. Das Gleiche ist die Wahrheit, die Echtheit, die Schönheit, das Konstruktive, das Gute, die Treue, das Feste, das Vertrauen, die Gute, die Bescheidenheit, die Einfachheit, die Geduld, die. Hingabe, die Ein-Sicht, die Nach-Sicht, das Verzeihen, die Bewusstheit. Ebenso teilen sie die Angst, die Unsicherheit, den Zweifel, die Verzweiflung, die Gier, die Unersättlichkeit, die Eitelkeit, die Überheblichkeit, die Dominanz und die weiteren Wünsche mit ihren destruktiven Wirkungen. Das ist nur bewusst möglich. Die Liebe ist eine Erkenntnisweise, ein Zustand der Bewusstheit.

12. Das Ziel ist die Erfüllung.
Das ist die Fähigkeit, individuell (un-geteilt), heil (heilig), gesund, unabhängig, frei, zufrieden, im Frieden, voll(-ständig), ganz zu sein. Das Ziel, der Sinn des menschlichen Lebens ist, durch Bewusstheit und Liebe die Zerstörung aufzulösen.

Aus Jürg Theiler, Bewusstheit – Die Erfüllung Ihres Lebens, mit freundlicher Erlaubnis des Verlages.

Der Autor Dr. Jürg Theiler promovierte 1977 an der Universität Freiburg, Schweiz, in Neue Politische Ökonomie und arbeitete als Manager und Strategischer Planer in Marketing und Kommunikation für namhafte internationale Unternehmen und Agenturen. Jürg Theiler lebt und arbeitet in Zürich als analytisch-hermeneutischer Psychologe, Forscher und Lehrer. Weitere Infos auf www.theiler-bewusstheit.ch - www.integrale-friedensfoerderung.ch und www.spuren.ch

Buchtipp:
Jürg Theiler, Bewusstheit – die Erfüllung Ihres Lebens, 788 S., Hardcover m. Schutzumschlag, ISBN 978-3-905752-29-8, Edition Spuren


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