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Ausgabe Oktober 2013
Die Kraft der Dankbarkeit. Von Elias Fischer


Wer lebt heute noch Dankbarkeit? In unserer Zeit, die von Leistung und Konsum geprägt ist, wissen viele Menschen gar nicht mehr, was Dankbarkeit ist. Wir leben in einem Luxus von Möglichkeiten, und viele wissen diesen gar nicht mehr zu schätzen. Der Preis dafür ist Traurigkeit. Dankbarkeit ist Freude. Die Entscheidung dazu treffen wir jedoch selbst. Es ist die Entscheidung, die Kraft der Dankbarkeit für das eigene Wohl und das Wohl seiner Mitmenschen und Mutter Erde zu leben.
Manch einer, der vom Leben enttäuscht ist und eigentlich etwas anderes erwartet, könnte sagen, dass er keinen Grund habe, für irgendetwas dankbar zu sein. Ich selbst weiß, dass das Leben aus Phasen besteht, in denen wirklich alles schlecht, ungerecht und hoffnungslos erscheint. Sich in solchen Phasen für das Gute zu entscheiden, ist natürlich schwieriger, aber es ist möglich und es hilft ungemein. Wenn wir einfach den Fokus verlagern – weg von dem, was schlecht erscheint, hin zu dem, was gut für uns ist – können wir damit unser Leben wie auch unser Lebensgefühl verbessern.

Wenn du willst, findest du immer etwas, worüber du dankbar sein kannst.

Wenn wir den Entschluss gefasst haben, mehr Glück in unser Leben zu ziehen, können wir uns aufmachen und die Kraft der Dankbarkeit nutzen. Egal wie unsere Lebenssituation auch aussehen mag, wenn wir es wollen und ehrlich sind, können wir immer in das Gefühl der Dankbarkeit gehen.

Dankbar sein für das Leben
Beginnen wir bei deinem Leben. Allein die Tatsache, dass du als Mensch lebst, ist ein Geschenk. Schau deinen Körper an, welch‘ unendliche Möglichkeiten du hast, ihn einzusetzen. Staune über die unendlichen Erfahrungen, die du mit deinem Körper wahrnehmen und sammeln kannst. Beginne zu fühlen, welch‘ wunderbare Erregungen dir dein Körper ermöglicht.
Gehen wir einen Schritt weiter. Wenn du diesen Text hier liest, bist du sicherlich schon erwachsen und hast dein eigenes Leben aufgebaut. Aber wer hat dafür gesorgt, dass du dich in dieser Welt zurechtfindest? Wer hat dir beigebracht zu sprechen und dir die Zähne zu putzen. Wer hat dich dazu motiviert aufrecht zu stehen und mit deinen eigenen Beinen zu gehen? Wer wollte immer zu das Beste für dich? Hast du dich jemals bei ihnen dafür bedankt?
Nimm nicht alles für selbstverständlich, was du heute hast, bist und kannst. An deiner Entwicklung, so fortgeschritten, wie sie bis zum heutigen Tage ist, haben viele Menschen mitgewirkt. Was wärst du also ohne deine Eltern, Familie, Freunde, Lehrer, Kollegen und Kameraden?
Falls du jetzt meinst, dass es dir um einiges besser ergangen wäre, wenn der ein oder andere Mensch nicht gewesen wäre, hast du Folgendes noch nicht erkannt: Im Prinzip gibt es keine „guten“ und „schlechten“ Lebensereignisse. Alles, was passiert, bietet dir die Möglichkeit, die Augen zu öffnen und daraus etwas für dich zu lernen. Dazu gehören vor allem die „schlechten“ Erlebnisse. So bin ich auch für die schlechten Zeiten in meinem Leben dankbar. Ohne sie hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, daran zu wachsen und mich zu dem zu entwickeln, der ich heute bin.
Ich kann also nur jeden dazu ermutigen, mit den offenen Kapitel der Vergangenheit endlich Frieden zu schließen und sogar dankbar dafür zu sein. Denn die schwierigen Menschen in unserem Leben sind die besten Lehrer.

Die Kraft der Dankbarkeit
Dankbarkeit entfaltet dann ihre Kraft, wenn sie von Herzen gelebt wird. Dankbarkeit wirkt also nur dann, wenn du sie auch wirklich im Innern empfindest (und aussprichst). Sicherlich kannst du dich an die Momente in deinem Leben erinnern, an denen du Dankbarkeit in Form von Aufmerksamkeiten, Lob, Komplimenten oder einfach nur Liebe erfahren hast. Dann weißt du auch, wie sie sich anfühlt.
Dankbarkeit ist eine positive Kraft, von der alle Beteiligten etwas haben: ein gutes, warmes Gefühl im Bauch oder im Herzen. Es fühlt sich einfach gut an, zu erfahren, dass man von anderen Menschen geliebt und geschätzt wird. Dankbarkeit ist ein Ausdruck von Lebensfreude, die zu noch mehr Lebensfreude führt.
Wie du feststellen kannst, ob du im Herzen Dankbarkeit für etwas empfindest?
Stelle dir vor, dass das, was Teil deines Lebens ist – z.B. ein Mensch, deine Wohnung oder dein Essen – von jetzt auf nachher nicht mehr Teil deines Lebens ist. Wie fühlt sich das an? Wenn es sich nicht gut anfühlt, weiß du, dass du dankbar dafür sein kannst und es auch ausdrücken solltest.
Wenn ich mir vorstelle, nichts zu essen zu haben, merke ich ganz schnell, dass meine Mahlzeit etwas Besonderes ist. In dieses Gefühl gehe ich also bei jedem (stillen) Tischgebet vor dem Essen. Ich bedanke mich bei allen, die für dieses Essen gesorgt haben. Bei den Pflanzen, Mutter Erde und den Menschen.

Was du nicht liebst, wird dich verlassen
Wenn wir in das Gefühl der Wertschätzung gehen, stärken wir uns selbst. Dabei ist es egal, ob wir das Gefühl uns selbst, unseren Mitmenschen, Tieren oder unserer Schöpfung gegenüber empfinden. Wenn wir uns z.B. für unsere Gesundheit bedanken und Freunde empfinden, stärken wir unser Immunsystem. So kann Kranksein eine Folge von Selbstvernachlässigung sein. Dem beugen wir vor, wenn wir uns stets für das bedanken, was wir nicht verlieren wollen.

Fazit: Wenn du willst, dass es dir und anderen gut geht, dass du das in deinem Leben hältst, was dir etwas bedeutet, dann zeige Dankbarkeit. Öffne deine Augen aus der Sicht des Dankbar-Seins. Für was kannst du alles dankbar sein? Für deine Gesundheit? Das Dach über deinem Kopf? Dein Essen? Deine Erfolge? Deine Eltern und Freunde? Den Menschen, die dafür sorgen, dass du Wasser und Strom hast, dein Müll abgeholt wird und dein Brot gebacken wird? Oder den Menschen, die dein Haus gebaut haben und dich von A nach B bringen?
Denk mal in Ruhe darüber nach und nimm‘ dann aktiv am Leben teil, indem du Dankbarkeit nicht nur empfindest, sondern auch nach außen zeigst. Du wirst einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wenn du das vermeintlich Selbstverständliche schätzt und dich nicht nur bei nahestenden Menschen, sondern auch bei Busfahrern, Mitarbeitern und Verkäuferinnen bedankst.

Der Autor Elias Fischer spürte schon früh, dass das Leben in unserer Gesellschaft nicht ganz rund läuft. Nach einem Prozess der Bewusstwerdung begann er, sich immer mehr für spirituelle und geistige Themen zu interessieren. Heute ist er Coach und Buchautor, um Menschen näher zu bringen, was sie von innen her erfüllt, was ihrer Seele entspricht und ihr Potenzial entfaltet. Unter www.LebeBlog.de schreibt er wöchentlich über seine Erfahrungen.

Lesetipp: Elias Fischer: „Dinge, die ich mit 18 gerne gewusst hätte: Erkenntnisse eines 28-jährigen, der nach dem Sinn des Lebens fragte“;
Infos und Bestellung: www.mit18gewusst.de


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