aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Juli 2013
Die vier Kräfte des Lebens, Von Nico Secunda


Jeder Mensch ist von Natur aus stark. Wir alle haben die Fähigkeit, Gutes oder Schlechtes zu tun. Was wir aus dieser Möglichkeit machen, bestimmt unseren Charakter. Oft beurteilen wir Menschen danach, welches Auto sie fahren oder in was für einem Haus sie leben. Diese materielle Denkweise macht uns blind, nicht nur für den wahren Charakter unseres Gegenübers, sondern auch für das Verständnis unserer eigenen Identität. Das Wesen eines Menschen wird dadurch bestimmt, wie er seine angeborenen Fähigkeiten nutzt. Die Huichol Indianer in Mexiko bezeichnen diese Fähigkeiten als die vier Kräfte.
Die erste Kraft ist die Liebe, die Grundlage aller Kräfte und der Erschaffung unseres Universums. Liebe kommt nicht nur in Romanen oder Filmen vor, sie ist auch nicht ausschließlich ein Gefühl zwischen Menschen. Sie ist eine Energie, die ihren Ursprung im Leben selbst hat. Indem wir beispielsweise einen Baum, eine Blume oder einen anderen Menschen bewusst wahrnehmen pflegen wir diese Kraft der Liebe. Indem man diejenigen erkennt, die uns lieben, empfangen wir diese Liebe wie von selbst und strahlen sie auch aus.
Die zweite Kraft ist physische Kraft. Wir alle haben unterschiedliche Körper, manche von uns sind groß, andere klein, dick oder dünn… Doch wir alle haben einen Körper. Seit Menschengedenken wird der Körper als Haus der Seele bezeichnet. Deshalb sollten wir danach streben, ihn so stark und ausgeglichen wie möglich zu machen. Für die Huichols bedeutet das, sich seiner Verbindung zur Erde bewusst zu sein. Eigentlich ist unser Körper lediglich eine Erweiterung des Körpers von Mutter Erde. Sobald wir diese einfache Wahrheit verstanden haben, ist unser Körper nicht mehr getrennt von der Energie unseres Planeten und alle Schwächen und Anfälligkeiten können überwunden werden. Diese Erkenntnis stärkt unseren Körper.
Intuitive Kraft ist die dritte Facette unseres Charakters. In der modernen Welt wird auf Intuition oder geistige Fähigkeiten nicht viel Wert gelegt. In der Huichol Kultur dagegen ist jemand, der kraftvolle Träume und Visionen hat, genauso respektiert wie jemand, der viel Wasser oder Feuerholz tragen kann. Wenn ein Mensch wahrhaft kraftvoll sein möchte, muss er kontinuierlich an der Entwicklung seines spirituellen Bewusstseins arbeiten. Manchmal erscheint es schwierig, sich die Zeit zu nehmen, seine Intuition zu entwickeln. Ganz einfache Spiele können dabei helfen: Wenn das Telefon das nächste Mal klingelt, überlegen Sie, wer dran ist, bevor Sie auf das Display sehen. Wenn Sie im Auto sitzen, raten Sie, welche Farbe das nächste Fahrzeug wohl hat, das Ihnen entgegen kommt. Einfache Vergnügungen wie diese können Ihre spirituelle Intuition bereichern.
Die vierte und letzte Kraft ist die Kraft der Intelligenz. Was bedeutet das? Heißt Intelligenz, gute Noten in Mathematik zu bekommen oder schnelle Problemlösungen in unserer Arbeit zu finden? Das ist vielleicht ein Teil der Antwort. Für die Huichol-Indianer heißt Intelligenz: Wie leben wir unser Leben? Leben wir es auf richtige Art und Weise?
Ein wichtiger Teil ist, Macht nicht zu missbrauchen, z.B. als Arzt gegenüber seinen Patienten, als Lehrer gegenüber seinen Schülern, aber auch als Eltern gegenüber den eigenen Kindern. Gerechtes oder richtiges Handeln zeichnet einen wahrhaft kraftvollen Menschen aus. Nutzen Sie die Kräfte, die Sie haben, für gute Taten. Verwenden Sie Ihre Fähigkeiten nicht nur für sich selbst, sondern stärken Sie auch alle in Ihrer Umgebung.
Jemand kann körperlich fit sein, aber wenn derjenige nicht liebevoll mit seinen Mitmenschen oder der Erde umgeht, ist er nicht wirklich kraftvoll. Wir sollten alle vier Kräfte entwickeln: Liebe, körperliche Kraft, geistige Kraft und die Kraft der Intelligenz. Wenn wir unser Bestes geben, um uns und unsere Umgebung zu stärken werden wir stark und kraftvoll auf allen Ebenen.

Nico Secunda ist der Sohn von Brant Secunda und hat inzwischen ebenfalls seine Lehrzeit zum Schamanen abgeschlossen, nachdem er gleich nach seiner Geburt von Don José initiiert wurde.

Brant Secunda ist Schamane und Heiler in der Tradition der Huichol Indianer aus Mexiko. Er hat eine ausführliche Lehrzeit von 12 Jahren bei dem bekannten Schamanen Don José Matsuwa abgeschlossen, der im November 1990 im Alter von 110 Jahren verstorben ist. Brant ist der adoptierte Enkel von Don José und war sein naher Vertrauter. Als Direktor der „Dance of the Deer Foundation - Zentrum für schamanische Studien“ leitet er Seminare und Zeremonien in Europa, den USA und Japan. Ein Teil der Erträge aller Aktivitäten der Foundation gehen direkt an Don Josés Dorf und die mit ihm verwandten Familien. Seine Arbeit wurde weltweit im Fernsehen, Radio, Artikeln und Büchern dokumentiert. Er ist außerdem Co-Autor des Buchs „Fit Soul – Fit Body. So bringen Sie Körper Herz und Geist in Bestform.“

Weiteres auf: www.shamanism.com


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.