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Ausgabe Juni 2013
Glück erleben. Eine Wegbeschreibung von Frank Fiess

Es ist nicht leicht eine stabilisiernde, tägliche spirituelle Praxis in unseren Alltag zu bringen.

Damals war ich schon viele Jahre Lehrer und Therapeut und ich sagte mir: „Ich brauche keine tägliche Praxis. Die Liebe, der Große Geist hat schon so lange den ersten Platz in meinem Leben. Ich bin meistens fähig, meine Mitte zu halten. Und, augenzwinkernd mit Humor, außerdem achte ich darauf, mit aller Passion meine Berufung zu leben, schönen Sex, genug Cappuccino und grünen Tee zu haben, Urlaub und Fußball zu erleben.“ Dann, vor 12 Jahren, sagte ich eine Fortbildung ab und plötzlich waren 8 freie Tage im Kalender ohne jeden Termin, ohne jede Verpflichtung. Diese Zeit nutzte ich für die Einweihung in Kriya-Yoga. Von da an wurde es mir möglich, tägliche Praxis in mein Leben zu bringen. So entstand allmählich meine heutige spirituelle Praxis, die aus Yoga-Asanas, Atem- und Klangübungen, sowie stillem Sitzen und dem Gebet der vier Himmelsrichtungen für die Menschen und die Erde besteht. Wichtig wurde mir auch die sogenannte Mikro-Praxis, durch kleine Übungen den Tag hindurch fähig zu sein, in meiner Mitte zu bleiben, und wenn ich sie verliere, schnell wieder dorthin zurück zu kehren. Das ist etwas, das oft vergessen wird, weil es nicht damit getan ist, morgens eine halbe Stunde zu meditieren und danach die nächsten elf Stunden fremdbestimmt und mit einem zerstreuten Geist zu verbringen. Ebenso erkannte ich die Wichtigkeit der Abendpraxis, also den Tag bewusst abzuschließen. Dies lehrte mich jeden Tag als ein Kunstwerk zu leben, als eine bewusste Schöpfung, für die ich Verantwortung übernehme, so als wäre es der einzige und letzte Tag!
Ich bin ist dabei die senkrechte Achse im Universum, die Verbindung, Mittelpunkt der Erde, Hara, Herz, Himmel und Großer Geist. Die senkrechte Achse ist das Lot, wie der Volksmund so schön sagt. Und wenn wir im Lot sind, ist alles im Lot. Ich bin wird durch die tägliche Praxis erfahrbar als der innere Raum des Seins, des Friedens und der Glückseligkeit. Dabei ist das Lächeln ins Herz ein entscheidender Schritt. Das physische Herz und das spirituelle Herz sind das wahre Zentrum des Menschen und des kosmisch-göttlichen Wesens, das wir sind.
So wie uns unser Verstand mit dem Feld des Wissens verbindet, so verbindet uns unser Herz mit dem Feld der ewigen Weisheit, der Gnade und der universellen Liebe. Das Lächeln und unser Herz sind die Türen in die Glückseligkeit unseres göttlichen Wesens. Das kann nicht nur gedacht oder gewusst werden, es möchte von uns erfahren werden, um uns wieder bis in jede Faser auszufüllen und zu erfüllen, und so immer wieder zu erfahren: Ich bin Liebe, Fieden und Glückseligkeit. Dabei hilft uns eine spirituelle Praxis sehr. Es tut gut zu erleben, dass wir fähig sind, unseren rastlosen Geist wieder nach Hause in die Stille, ins Sein, ins Lot zu bringen.
Doch auch damit ist es nicht getan! Alle Wesen, die sich auf der Erde inkarnieren, haben ähnliche Lernaufgaben zu meistern, sonst wären sie nicht hier. Die Erde ist aus spiritueller Sicht ein polarer Lernplanet. Und Liebe – die stabile Heimat in unserem Wesenskern – verbindet die polaren Aspekte jeder Situation und jeder Lernaufgabe. Liebe ist die all-mächtige Kraft im Universum und auch in uns Menschen. Um in diesem Bewusstseinszustand stabil zu sein, braucht es nach meiner Erfahrung auch eine Geistes-Schulung. Meine Geistes-Schulung war 10 Jahre lang „Ein Kurs in Wundern“ - eine tiefgehende Schulung in Liebe und Vergebung.
Die waagerechte Ebene im Universum und auf der Erde ist das Ich will. 90 % der Wirksamkeit von Kommunikation besteht aus Intention, also aus der Klarheit und der Entschlossenheit in unseren Worten und Taten in Bezug auf das, was wir wollen und bereit sind zu erschaffen. Wann immer Ich bin und Ich will zusammenkommen – also Liebe und kristallklare Intention - verkörpern wir unsere maximale Schöpferkraft und Wunder können geschehen!

Durch das Universum spannt sich ein aus unzähligen Fäden bestehendes Netz.Die horizontalen Fäden ziehen sich durch den Raum und die vertikalen Fäden durch die Ewigkeit.An jeder Schnittstelle befindet sich ein Individuum. Und jedes Individuum ist eine Kristallperle.Das große Licht des absoluten Wesens erhellt und durchdringt jede einzelne Perle.Und jede Perle reflektiert nicht nur das Licht jeder anderen Perle innerhalb des Netzes, sondern auch jede andere Reflektion innerhalb des gesamten Universums. Rig-Veda (vor 3.500 Jahren)

Um das Ich will auszubilden und zu entwickeln, ist es wichtig – wieder mit Humor und einem Augenzwinkern ausgedrückt – „unseren inneren Schweinehund an die Hand zu nehmen und ihn umzuschulen!“ Eine schöne Bekräftigung meines Ich will erlebte ich vor einiger Zeit. Daraus ist mein neues Buch entstanden. Hier eine kleine Anekdote daraus: Es war Anfang November. Wie immer zu dieser Jahres-Zeit stand ich im Schlachtensee und war dabei meine Badesaison zu beenden. Seit mehreren Jahren schwimme ich immer von März bis November, meistens jeden Tag. Am Ufer kam eine ältere Dame mit ihrem Fahrrad angefahren. Sie lehnte es an einen Baum, zog sich aus und kam ins Wasser. „Guten Tag, mein Herr, Sie schwimmen ja auch“, sagte sie. Ich antwortete: „Guten Tag, meine Dame. Ja ich schwimme immer von März bis November, aber allmählich wird es mir zu kalt.“ Jetzt fingen ihre Augen an zu funkeln. Sie antwortete: „Ich schwimme das ganze Jahr, auch im Dezember, Januar, Februar.“ Ich sagte: „Das kann doch nicht sein.“ Lächelnd antwortete sie: „Schauen Sie, als ich 78 Jahre alt war, hatte ich viele kleine Zipperlein. Und morgens, wenn ich aufstand, lagen schon 8 Tabletten bereit, eine für jedes Zipperlein. Dann hörte ich von Pfarrer Kneipp, der an Hepatitis C erkrankt war, und das galt damals als unheilbar. Doch seine kalten Bäder haben ihm geholfen, sich zu kurieren. Und schauen Sie mich an: Ich bin jetzt 84 Jahre alt und kerngesund! Ach übrigens, ich bin Frieda.“
Ich war sprachlos. Doch ich wusste ohne jeden Zweifel: Alles, was sie sagte, ist wahr! Und da ich Menschen achte und liebe, die fähig sind zu tun was sie sagen – walk your talk – sagte ich feierlich zu ihr: „Das werde ich jetzt für ein ganzes Jahr auch tun.“ Begeistert schaute sie mich an, gab mir die Hand und sagte: „Also auch im Dezember, Januar, Februar – ich bin Ihre Zeugin!“ Und so geschah es. Ende November, als der erst Schnee fiel, schwamm ich, auch Mitte Januar, als die Temperaturen Richtung minus 20 Grad gingen. Ich schwamm jeden Tag, wie ich es gesagt hatte, und jeden Tag lernte ich mein Ich will stärker zu praktizieren. Das hat mir sehr viel Power, Tatkraft und unerschütterliche Zuversicht gegeben. Dieses Jahr war für mich eine großartige Schulung im Ich will. Und so ist die Verbindung von Ich bin und Ich will, die Verbindung der zwei mächtigsten Wirkprinzipien des Universums, das, was uns weise und stark sein lässt, um unser Leben zu genießen und unsere Herausforderungen zu meistern!
„Ich bin: Liebe und Ich will: glücklich sein!“

Der Autor Frank Fiess ist Diplom-Pädagoge, Heilpraktiker für Psychotherapie, Tantra- , Yoga-, Feuerlauf-Lehrer und Therapeut für integrative Körperpsychotherapie. Er wurde 1958 geboren, ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Er leitet seit zwanzig Jahren gemeinsam mit Michaele Kuhn das Institut für Lebenskunst in Berlin. Seine Seminare integrieren tantrisches Wissen, östliche spirituelle und westlich psychologische Ansätze sowie sexualtherapeutische Aspekte.
Er ist Autor des Buches, Du bist der Mann Deines Lebens!, erschienen im Simon+Leutner Verlag, Berlin


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