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Ausgabe Februar 2012
Ballast abzugeben „Bin ich das oder kann das weg?“ fragt die Schamanin Katja Neumann


Die Frage nach dem, was wir sind und wie wir wieder zu dem werden können, wie wir gemeint sind, ist eine lebenslange Reise. Schichten von Lebens- und Leidenserfahrungen haben sich über die Jahrhunderte wie Schleier über unsere Seele gelegt, geben uns einen verklärten Blick auf uns selbst und machen uns oft noch den Alltag schwer. Die Heilpraktikerin Katja Neumann ist, ganz pragmatisch, der Meinung, dass es Zeit ist, aufzuräumen und trägt jeden Tag mit ihren schamanischen Reisen dazu bei. Anschubsen, Sortieren, Platz schaffen, Päckchen schnüren und abgeben, Seenanteile reinholen, nachpolieren.

Die Geister, die ich rief...
Wir wären nicht wir - nicht Mensch - wenn wir es nicht immer wieder schaffen würden, all unsere alten Programme, Muster und Dämonen immer wieder einzuladen. Ich behaupte, wir kennen das alle: Es geht eine Weile gut und dann passiert irgendwas - ein Anruf, ein Kommentar, eine Begegnung... und bevor wir fertig sind mit Luft schnappen, hat es uns! Diese Seite, die wir so gar nicht mögen, eine pampige Antwort, die wir gar nicht geben wollten, Aggressionen, über die wir so gerne drüber stünden und glaubten, wir täten es längst. Und dann sind sie wieder da in voller Pracht und Schönheit. Die Geister, die wir eins selbst kreiert haben!
Ein Szenario auf der Straße, die Sie sicher kennen, ist der atemberaubend liebenswerte Umgang zwischen Autofahrern und Radfahrern. Wegen Nichtigkeiten sind zwei, man möchte meinen, intelligente Wesen von null auf hundert… Menschen, die sich überhaupt nicht kennen, entwickeln so eine Aggression aufeinander in bestimmter Pattsituation, dass sie bereit sind, einen völlig Fremden zum Feind zu machen und ihm die Faust ins Gesicht zu setzen. Ich denke dann: Schau mal an, da haben sich wieder zwei gefunden mit dem gleichen „Dämönchen“ an der Backe.
Denn was passiert denn da? Es ist nichts anderes als eine Gesetzmäßigkeit, der wir immer und jeden Tag folgen: Aktion und Reaktion - und das Prinzip der Resonanz. Dinge bzw. Energien, die auf derselben Frequenz schwingen ziehen sich an. Das ist kein Hokuspokus sondern Physik. Und dann knallt es eben. Wir könnten unseren Dämonen gar keinen größeren Gefallen tun! Das ist ja was sie wollen, denn Wut, Frust, Gier usw. ist ihr Lebenselixier. Ein Schlaraffenland! Sie ernähren sich durch uns und tun demnach alles dafür, dass es so bleibt. Wer lässt sich schon gern seine Badewanne voll Gold wegnehmen?! Sie?

Seelenessenz ganz pur
Die Seele an sich ist ein reines leuchtendes wunder-wunderschönes Wesen. JEDE, die ich bisher gesehen habe. Wenn ich schamanisch auf die Reise gehe für einen anderen Menschen bedanke ich mich sehr oft hinterher (mit einem Kloß im Hals) für die Ehre, davon Zeuge geworden zu sein, denn es ist atemberaubend schön, was sich da offenbart hinter den Kulissen und Schleiern. Besonders leicht zu spüren ist das bei Kindern und Tieren. Die ganze Verbundenheit, das Nicht-Getrennt sein und das Licht.
Von außen betrachtet sitzt bzw. liegt da aber ein Mensch vor mir, weil er furchtbar enttäuscht oder traurig, ratlos oder misshandelt oder krank ist, weil ihm etwas fehlt, abgetrennt von sich. Meist alles zusammen. Aber wie kann das sein, wenn die Seele so weise und rein ist? Was macht uns zu dem, gegen das wir jeden Tag meinen, ankämpfen müssen? Warum meinen wir jeden Tag beweisen zu müssen, eine Existenzberechtigung zu haben? Warum können wir uns selbst nicht so sehen wie wir sind, meistens?

Besetzung von außen
Ich bekomme oft Anrufe von Menschen, die wahrnehmen können, dass etwas an ihnen haftet, das nicht zu ihnen gehört und was sie in manchen Fällen geradezu lahm legt. Die daran verzweifeln, dass sie sich immer wieder Besetzungen einfangen - einmal durch das Einkaufzentrum gelaufen und ZACK ist es schon wieder passiert: Man fühlt sich benommen, benebelt, neben der Spur und kraftlos. Und nun?
Die meisten Menschen wissen aber gar nicht, dass sie mit einer Besetzung, häufig mit mehreren herumlaufen. Es gibt auch wirklich welche, die haben ein Talent, alles einzusammeln, was gerade durch die Gegend fliegt. Leider, muss ich fast sagen, lassen sie sich davon beeinflussen, irreführen, geben die Führung an etwas ab, was sie gar nicht sind. Sie sind dann „von Sinnen“ oder „außer sich“…sie können nicht unterscheiden, wann sie sie selbst sind und wann sie sich austricksen lassen; verlieren die Kontrolle, weil ihnen eben z.B. ein Radfahrer die Vorfahrt genommen hat (oder umgekehrt). Steigt der wiederum auf gleichem Niveau ein, geht also in Resonanz, haben sich zwei gefunden, genau genommen ihre Dämonen und die Party steigt.

Besetzung von innen
Das ist natürlich nur ein Bruchteil dessen, was uns (fern-)steuert oder was wir meinen, was uns ausmacht. Es wäre ja auch zu schön, alles auf Fremdeinflüsse schieben zu können!
Ich unterteile das gerne in innere und äußere Besetzung, womit wir uns so herumschlagen. Denn auch wenn beides mit uns zu tun hat, so ist die „innere Besetzung“ sehr viel mehr mit uns verbunden, wir bringen sie oft schon mit und haben sie immer selbst mitkreiert - egal ob als Opfer oder als Täter - und beleben sie bei passendem Zeitpunkt und Umstand wieder. Jede Seele, die hier ankommt, hat ja schon „Programme am Laufen“. Ein Baby z.B., das mit Neurodermitis auf die Welt kommt, ist eines dieser Vorzeigebeispiele für mich dafür, dass es immer ein Davor gibt.
Da gibt es die inneren Dämonen - wir haben sie selbst geschaffen - sehr machtvolle noch dazu, denn das waren wir ja auch und haben ganze Arbeit geleistet! Wir haben Gelübde und Flüche ausgesprochen, Dogmen erschaffen und was uns sonst noch so eingefallen ist…und keiner hat es wieder gelöscht! Da nichts verloren geht in diesem Universum, ist es also immer noch da, immer noch aktiv.
Und dann können sich vielleicht Väter nicht von Töchtern abnabeln oder Expartner voneinander oder wir suchen uns immer den gleich Typ Mann/Frau, schlagen uns mit den immergleichen Ängsten, Selbstsabotageprogrammen oder Krankheiten rum und verstehen nicht, warum wir davon nicht frei werden können.

Schicht für Schicht
Damit verbunden ist dann auch die Ohnmacht, sich selbst zu helfen. Menschen, die bei mir landen, d.h. einen Termin machen, haben meist schon einiges an Seelenarbeit geleistet, sind mehr oder weniger offen und wissen um vieles. Großartige mediale, fühlige Heiler und Heilerinnen sitzen dann da und können sich, besetzt wie sie sind, nicht aus der Patsche ziehen. Wie das eben bei allen Heilweisen ist, braucht es dann den neutralen Blick von außen. Jemanden, der Spirits auf Augenhöhe der Dämonen losschicken kann, denn der Gesetzmäßigkeit nach gibt es immer eine Kraft, eine Wesenheit, die ebenbürtig ist. Das mache ich nicht eigenhändig, ich vermittle nur zwischen den Welten, zwischen Höherem Selbst und Bewusstsein, zwischen Zentralcomputer/Festplatte und temporärem Ordner (die meisten denken ja, sie SIND der „temporäre Ordner“) Es geht nicht um Bekämpfen oder Austreiben, sondern um Lösen und Löschen aus dem System. Um Heilen der Information. Denn wenn wir etwas rausschmeißen, aber auf der gleichen alten Energie weiter schwingen, laden wir es gleich wieder ein. Wenn wir aber keine Information alter Sorte im Feld haben, kann das Programm, der Dämon, der Energievampir etc. nicht mehr einhaken. Das war das Ding mit der Resonanz…
Dabei verhält es sich wie mit Zwiebeln: Schicht für Schicht. Es sind große Zwiebeln mit vielen Schichten. Wir haben zwar oft das Gefühl, es hört nie auf, es ist ein ständiges Vor und Zurück, aber es geht tatsächlich immer tiefer und nichts war umsonst. Jeder Schritt - auch die, die vermeintlich nach hinten gehen - bringt uns näher zu uns selbst.

Vorbeugen? Wie geht das?
Eine der häufigsten Fragen ist in dem Zusammenhang natürlich, was man dagegen tun kann, wie wir uns schützen können und ich gebe zu, ich habe keine ultimative Antwort. Ich habe auch nur großartige Menschen um mich, die mir dann helfen, wenn ich mir nicht mehr helfen kann.
Denn ist es nicht so, dass - selbst wenn man in der Theorie und der Praxis noch so gut Bescheid weiß über alles mögliche - 20 Schutzsteine in den Taschen trägt, schon leicht gebeugt läuft vor lauter Schutz-Amuletten am Hals, murmelnd Schutz-Spirits anruft, Schutz-Symbole umklammert - bringt einem das zwar eine gewisse Aufmerksamkeit ein, aber nur bedingt den gewünschten Erfolg. Ich übertreibe vielleicht ein bisschen und natürlich ist es gut, für sich zu sorgen, sich zu schützen und es wirkt auch (falls sich gerade schon jemand erboßen wollte), aber es gibt diese verflixte Lücke, die sich manchmal auftut und schon sind sie drin. Dämonen, Verstorbene, Lebende, schmarotzende Wesen und die guten alten Selbstsabotageprogramme.
Vielleicht brauchen wir genau sie, um zu lernen? Um zu lernen, dass wir keine Einzelkämpfer sind, dass wir nicht in Konkurrenz gegeneinander schießen brauchen, keiner alleine der Beste oder Auserwählte ist, sondern dass wir nur gemeinsam eine Chance haben … im schönsten Sinne Demut lernen und sich niemand einen Zacken aus der Krone bricht, wenn er um Hilfe bittet - sondern vielmehr ganze Größe zeigt.


info@katja-neumann.de


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