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Ausgabe Februar 2012
Potenziale - das Licht und die Kraft. Andreas Krüger über seine Gabe, Potenziale bei Menschen zu erkennen.


Ich bin seit 30 Jahren als Lehrer tätig und sehe jedes Jahr mehrere hundert Menschen, die zu mir kommen, um bei mir etwas zu lernen. Obwohl ich sonst kein besonders medial begabter Mensch bin, habe ich doch eine sinnliche Wahrnehmung dafür, was ein Mensch für Zukünfte haben könnte. Ich sehe nicht, wie es wird, aber ich sehe, wie es werden könnte. Früher habe ich den großen Fehler gemacht, gleich am zweiten Tag des neuen Schuljahres an der Samuel-Hahnemann-Schule zu dem betreffenden Schüler zu gehen, bei dem ich deutliches Potenzial wahrnahm, und ihm davon zu erzählen. In manchen Fällen haben diejenigen gekündigt oder sogar die Stadt verlassen. Das war lange, bevor ich das Gedicht von Marianne Williamson kannte, das Nelson Mandela bei seiner Antrittsrede zitierte: "...Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein…"

An das Licht erinnern
Vor ein paar Monaten hat mir jemand die positive Übersetzung des Wortes "Guru" geliefert. Bisher hatte ich mich dagegen gewehrt, auch nur annährend als Guru zu fungieren - schließlich bin ich Hippie und Demokrat und auf gar keinen Fall Guru. Aber das Sanskritwort Guru bedeutet übersetzt einfach nur, dass das jemand ist, der bei anderen Menschen das Licht sieht, was dieser bei sich noch nicht erkennt und ihn fortwährend an dieses Licht erinnert. Damit kann ich mich identifizieren. Inzwischen nehme ich mich auch deutlicher zurück, weil ich weiß, dass es manchen Menschen, die auf ihrem Weg noch nicht wirklich voran gekommen sind, zu viel Angst macht, an ihr Licht erinnert zu werden. Wenn ich zu jemandem sagen würde, dass er ein dummer und fauler Nichtsnutz ist, dann nickt er vielleicht bestätigend. Wenn ich aber zu jemandem sage, dass er schön, intelligent und feinfühlig ist, dann kann es sein, dass er anfängt, mich zu beschimpfen und den Kontakt abbricht.

Die Schönheit des Potenzials
Die Gabe, Potenziale zu erkennen, hatte ich schon immer - die hat mir der liebe Gott geschenkt. Schon als junger Mensch hatte ich das Bedürfnis, Menschen darauf hinzuweisen, wie schön sie sind - was für einen 15-jährigen nicht gerade eine normale Kommunikationsform ist. Aber bei den Freundinnen, mit denen ich länger zusammen war, fruchtete es, denn sie sagten: "Seitdem du mir immer sagst, dass ich schön bin und auch, wie du mich immer anguckst - seitdem fühle ich mich viel schöner." Das scheint auch eine therapeutische Qualität zu sein: Ich kann "schön" gucken. Was so auch nicht stimmt, vielmehr erinnere ich mit meinem Blick an ihre Schönheit. Andere sehen Auren, ich sehe Schönheit - und Potenziale sind ja auch in gewisser Weise "schön".

Potenzialreisen
In Folge dieser Erfahrungen mit meinen Schülern wie oben erwähnt, habe ich ihnen dann erst im dritten Schuljahr erzählt, welche Potenziale ich sehe. Und um dem ganzen einen gewissen, auch schamanischen Rahmen zu geben, habe ich vor 10 Jahren die "Potenzialreise" ins Leben gerufen. Sie ist ein persönliches Geschenk am Ende der Ausbildung, bei dem ich mich mit einem Schüler in einen kleinen Raum zurückziehe und mit Hilfe von Rasseln und Liedern meine Spirits anrufe und sie bitte, mir Bilder zu zeigen, die auf die noch nicht entwickelten Potenziale des Schülers hinweisen. Und dann kommen Bilder, die ich dem Schüler unzensiert weitergebe und das Tolle ist, dass Jeder persönlich viel damit anfangen kann. Nun weiß ich, dass Schamanismus wirkt und dass die geistige Welt uns unterstützt und dass unsere Spirits nur darauf warten, uns mitteilen zu dürfen - das weiß ich ja alles, aber manchmal bin ich selbst davon überrascht, dass Bilder kommen, die scheinbar mit der objektiven Lebenswirklichkeit nichts zu tun haben. Und wenn der Mensch wirklich in diese Richtung geht und sich darauf einlässt, die wunderbarsten Dinge passieren.

Probleme
"Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein. Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein. Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ängstigt uns am meisten." Dieses Zitat von Marianne Williamson sagt aus, dass wir Angst vor der Kraft und dem Licht haben. Dafür gibt es natürlich eine Menge Gründe. Oft finden wir sie in der Kindheit, wie z.B. das 13-jährige Mädchen, das sich für die Party hübsch machte und von ihrem Vater im besten Fall zurechtgewiesen und im schlimmsten Fall geprügelt und als Dirne beschimpft wurde. Diese Frau wird sich selbst mit 40 Jahren immer noch unauffällig kleiden. Es ist erstaunlich, wie viele schöne Frauen versuchen, sich so zu kleiden, dass man sie nicht bemerkt. Wenn ein Programm in der Kindheit installiert wird, wirkt es so lange, bis es gelöscht wird. Hier setzen wir mit ATA (Avatäterisches Geisteshaltungstraining) und Schamanismus an - immer mit der Frage: Warum verleugnet ein Mensch seine Potenziale? Das ist nicht mal so eben zu klären - auch nach 30 Jahren Dauertherapie ist mein Leben immer noch von Verleugnungen gegeißelt und das, obwohl ich schon einiges von dem in meinem Leben zünde, was möglich ist.

Aber schauen wir uns an, was das für Menschen sind, die sich heutzutage halbwegs leben. Das sind Menschen, die in der öffentlichen Meinung bis heute noch gegeißelt werden. Nehmen wir Herrn Kachelmann - selbst wenn einige Anschuldigungen stimmen, waren sie teilweise nicht gesetzeswidrig. Er hatte vier Freundinnen und damit innerhalb seiner Lebenswahrheit seine erotischen Bedürfnisse nicht verleugnet. Was war der Preis? Seine Karriere und ein Knastaufenthalt. Schade, denn er hat das Wetter so gut angesagt, dass ich gar keinen Ansager haben will, der nicht mindestens vier Freundinnen hat. Deswegen kann ich es verstehen, dass Menschen ihre Potenziale verleugnen. Aber Verleugnung heißt nicht nur, etwas nicht zu tun. Wenn wir an Wilhelm Reich denken, dann drängt unsere Lebendigkeit danach, sich zu manifestieren. Und die Unterdrückung dieses Drängens kann in letzter Konsequenz zu Krebs führen. Der, der seine Potenziale nicht lebt, kann krank werden. Hellinger sagte: Freiheit verlangt Untreue. Und: Leben heißt, schuldig werden. Wer schuldlos bleiben will, dem bleibt nur der Himmel. Die Erde und die Potenziale verlangen innerhalb bürgerlicher Moral schuldig zu werden.

Autor: Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst


"Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse kommen überall hin."

Marianne Williamson (zitiert von Nelson Mandela in seiner Antrittsrede 1994):

Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ängstigt uns am meisten.
Wir fragen uns:
Wer bin ich denn, dass ich so brillant sein soll?
Aber wer bist Du, es nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Es dient der Welt nicht, wenn Du Dich klein machst.
Sich klein zu machen,
nur damit sich andere um Dich nicht unsicher fühlen,
hat nichts erleuchtetes.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes,
der in uns ist, zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns,
Er ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen,
geben wir anderen unbewusst damit die Erlaubnis,
es auch zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen."


www.Samuel-Hahnemann-Schule.de


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