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Ausgabe Juli 2011
Die Umwelt als Spiegel der Seele. Von Daniel Aigner

Wenn wir als Menschen beginnen, unser Bewusstsein uns selbst gegenüber zu verändern, dann werden wir auch im Umgang mit unseren Mitmenschen, allen Lebewesen und Mutter Natur als unsere Lebensspenderin immer gesündere und liebevollere Beziehungen leben können – dann kann wahre Heilung entstehen!

Die natürlichen Ressourcen werden zunehmend knapper, die Umweltkatastrophen nehmen zu und wir nähern uns dem sagenumwobenen Jahr 2012. Aber was können wir als Individuen machen, um der derzeitigen Umweltentwicklung entgegenzusteuern? Das ist die Frage, welche uns auf dem Weg in die angenommene Selbstverantwortung wohl unweigerlich begegnet.
Technische und wissenschaftliche Errungenschaften haben dazu geführt, dass wir uns immer weiter von unseren eigentlichen Wurzeln entfernt haben. Wir haben die Anbindung an das schöpferisch-weibliche Urprinzip von Mutter Erde gegen die Vorzüge einer modernen Welt getauscht. An den Folgeerscheinungen leiden wir als Menschheit bis heute. Der gesunde Umgang mit unseren „Schattenseiten“ wie Wut, Hass, Angst, Trauer, Eitelkeit, Unnahbarkeit, Einsamkeit und vielen anderen „negativen“ Eigenschaften und Gefühlen sind zu Tabuthemen geworden und somit ins Unbewusste abgewandert. In den meisten Fällen wurde uns weder in der Schule noch zu Hause gezeigt, wie wir diese Emotionen gewinnbringend nutzen und sozusagen unsere Dämonen für uns arbeiten lassen können – und so tragen wir diese Emotionen und Selbstzweifel oft ein Leben lang mit uns herum.
Wenn wir Teile unseres Selbst nicht wahrnehmen wollen, leben sie als „blinde Flecke“ in unserem Unterbewusstsein weiter. Das hat zur Folge, dass es aufgrund der Verdrängung immer schwerer fällt diese Anteile unserer Persönlichkeit wahrzunehmen und aufzulösen. Denn nur was von dem Licht der Bewusstheit berührt wird, kann gesehen, angenommen und anschließend „geheilt“ werden.


Übung „Projektion - Begegne deinem Schatten“:
Beobachte dich einfach selbst, wenn du durch die Straße läufst. Achte auf deine Gedanken, wenn du anderen Menschen begegnest, über welche du anfängst zu urteilen: „Der is ja doof!“ oder „Die sieht ja schrecklich aus.“, denn jetzt projizierst du!
Versuche dieses Gefühl, das in DIR ausgelöst wird anzunehmen. Spüre es und versuche, es als nicht getrennt von dir zu betrachten, dann bist du mit DIR verbunden. Jetzt wo du es als Teil von dir anerkannt hast, bietet sich dir die Gelegenheit, jenem Teil von dir in die Augen zu schauen und ihn liebevoll anzunehmen, anstatt diese Gefühle wegzudrängen oder nach außen zu verlagern.


Denn sind wir ehrlich: Jeder Mensch handelt irgendwann unklug oder hat irgendwann Angst, nicht gut auszusehen. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sein wollen, können wir unsere Mitmenschen als Spiegel unserer Seele nutzen. Das erfordert Kraft, aber es lohnt sich! Du wirst sehen, je mehr Anteile deines Selbst du annehmen kannst, desto toleranter wirst du im Umgang mit anderen Menschen sein. Weil du dann Verständnis hast!
Das natürliche Bestreben des Menschen liegt in der Weiterentwicklung seiner Person und seiner Fähigkeiten. Entwicklung heißt, unsere Stärken auszubauen, aber auch die eigenen unbewussten Teile unseres Selbst zu „ent“wickeln. Das ist die Aufgabe, welche auch durch das Jahr 2012 immer präsenter wird. Denn wenn die Energie der Erde steigt, wird es zunehmend schwerer wegzuschauen und „negative“ Gefühle oder Denkmuster unter den Teppich zu kehren.
Seinen Schatten anzunehmen heißt, das Herz auch für diese Qualitäten zu öffnen und uns nicht dafür zu verurteilen, dass wir gerade traurig, eifersüchtig oder wütend sind. In diesem heiligen Moment, an dem Trauer und liebevolle Annahme dieser Trauer gleichzeitig nebeneinander existieren dürfen, kann wahrlich Heilung in uns geschehen.
Denn die Gesamtheit besteht aus den lichtvollen und dunklen Aspekten.
Wenn wir unser Herz für die dunklen, unbewussten Aspekte öffnen, tauchen wir durch die Oberfläche hindurch, die heißt: „Dieses Gefühl ist schlecht“ und es öffnet sich das Erkennen, dass jede Emotion wertfrei und in ihrer Essenz reine Energie ist.
Die Verschmutzung der Umwelt und die Ausbeutung der Erde sind Folgeerscheinungen der menschlichen Unbewusstheit. Wir gehen mit unserer Umwelt so um, wie wir es mit uns selbst tun. Denn der Mensch erschafft in seiner Außenwelt das, was in ihm bewusst, aber auch unbewusst schon längst vorhanden ist - „Wie Innen, so Außen“. Fast Food, Alkohol, Zigaretten, Geschmacksverstärker, Spritzmittel sprechen Bände darüber, was wir unserem Körper Tag täglich zumuten.
Solange wir als Menschheit Gefühle oder Anteile unserer Persönlichkeit ausblenden, solange werden wir auch vor wichtigen Umweltthematiken die Augen verschließen können. Nach dem Motto: „Das geht mich nichts an!“
Wer mit sich selbst liebevoll umgeht, sich in Menschen und Situationen einfühlen kann, der wird auch mit seiner Umwelt bewusst und zuvorkommend umgehen. Denn dann behandeln wir unsere Mitmenschen und die Umwelt so, wie wir selbst behandelt werden möchten. Wollen wir etwas für die Umwelt und die Lebewesen auf diesem Planet tun, ist es wichtig, dass wir unsere eigenen Schatten anschauen, liebevoll annehmen und sehen, das alles miteinander verbunden ist und in Wechselwirkung steht.


Der Autor Daniel Aigner ist schamanischer Heilbegleiter, Lehrer und Berater.
Er gibt individuelle Beratung, leitet schamanische Ausbildungen, Rituale und offene Meditationsabende in Berlin und Leipzig.
Mehr Infos zu seiner Arbeit auf www.schamanische-heilbegleitung.de


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