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Ausgabe Mai 2010
Auf den Hund gekommen
Eine Liebeserklärung von Katja Neumann


Warum es doch viele gute Gründe dafür gibt, auch in der Stadt ein Tier zu haben, wie sie vielfach zurückgeben, was wir ihnen an Liebe schenken- uns heilen und in Bewegung halten, Herzen berühren und öffnen… Katja Neumann erzählt, wie ihr Hund sie gefunden

Pandora, dies ist für dich, nichtsahnend wie du da gerade in deinem Körbchen schläfst und träumend mit den Pfoten zuckst. Das ist unsere Geschichte.


Mein Mann wollte eigentlich keinen Hund - am besten überhaupt kein Tier, das einen abhängig macht. Ich hatte früher immer Tiere, war aber auch - vom Kopf her - der Meinung, dass es zu viele Gründe dagegen gibt:
1.) Alles, was größer ist als eine Handtasche, ist für die Stadt nicht geeignet. 2.) Ich habe zwar jetzt die Zeit und Mittel, aber was ist z.B. in zwei Jahren? 3.) Will ich mich so viele Jahre "unfrei" machen? 4.) Bin ich nicht doch ein Katzen-Mensch? u.s.w.
Aber ich hatte Sehnsucht. Es kam der Tag, da wusste ich, ich brauche einen Hund zu meinem Glück. Am besten sofort. So schnell ging es dann natürlich nicht.
Irgendwann sagte mein Mann ein gedehntes Jaaa. Ich hatte zu viele Argumente. Herz-Argumente. Logisch waren die nicht, aber irgendwann hatte ich ihn soweit, dass er auch glauben wollte, dass es mich vielleicht zu einem besseren und glücklicheren Menschen macht.Lange Rede kurzer Sinn, es wurde eine Windhund/Podenco-Hündin aus Spanien. Ich hatte eine Organisation angeschrieben, die speziell Spanier aus den Tötungsstationen und von der Straße rettet. Ich wollte einen Hund, der ein Zuhause braucht. MICH.


Pandora- kein bisschen Unheil,
aber ganz viel Hoffnung

Als wir sie abholten, war sie ein Bündel Angst, traumatisiert, geschlagen, vor allem von Männern, das zarteste Hundewesen, das mir je begegnet ist. Also eigentlich eine halbe Katze. Sphinx-gleich sitzen kann sie auch noch. Anfangs haben wir oft zusammen geweint. Und dann gearbeitet. Ich dachte, für irgendwas muss das, was ich kann, doch gut sein - auch für sie. Denn genauso wie Menschen, können natürlich auch Tiere Seelenanteile durch traumatische Erlebnisse verlieren, zahlen einen hohen Preis, für das, was sie lernen wollen hier und für das, was sie bereit sind, für uns zu tun. Und das ist so viel. Wirklich.
Ich habe also gemacht, was ich am besten kann: Ich bin für sie schamanisch gereist. Immer wieder. Ich habe sie von Anfang an mit in meine Praxis genommen, habe die Teilnehmer meiner schamanischen Reisegruppe für sie reisen lassen. Und irgendwann drehte es sich um. Sie reiste nun mit uns. Einfach so, als hätte sie nie etwas anderes getan. Wir können die Trommeln neben ihr schlagen, Didgeridoo spielen, sie träumt ungerührt ihre eigene Welt… Und so wurde es für mich selbstverständlich, sie als meine Assistentin vorzustellen. Sie hat ihren Platz neben meinem Stuhl und sie bleibt natürlich, ohne dass ich es ihr beibringen musste, zwei Stunden, die bei mir eine Sitzung oft dauert, genau dort liegen. In ganz seltenen Fällen - im Ganzen vielleicht fünf Mal in nun knapp vier Jahren - ist sie aufgestanden und hat sich während der schamanischen Reise neben denjenigen gelegt, für den ich gerade unterwegs war. Ich werde nie sicher sagen können, warum genau sie das getan hat, ich weiß nur, es waren immer Frauen - Pandora liebt Frauen - und diese hatten, zu meinem Glück, keine Berührungsängste mit Hunden. Ich habe gelernt, ihr da zu vertrauen: Alle "Betroffenen" haben es als sehr angenehm und beruhigend, sogar als großen Trost empfunden. Es hat ihnen geholfen, ihr Herz zu öffnen.


Vom grobstofflichen zum feinstofflichen Helfer - vom Hund zum Krafttier

Manch einer/eine hat in meiner Praxis inzwischen über Pandora den Weg zu den Tieren im Allgemeinen und im Speziellen auch zu den Krafttieren gefunden. Es gibt meist zwei verschiedene Typen: Die einen, die Tiere lieben und selber beherbergen, schlugen sehr schnell die Brücke zu mir als "Gleichgesinnte", meiner Arbeit und haben sehr schnell die Bereicherung durch ein Krafttier begreifen und spüren können. Die anderen, die nie mit Tieren zu tun hatten oder die es aus alten Ängsten vermieden haben, konnten sich über die feinstofflichen Krafttiere und deren Weisheit die ersten Kontakte zu einem ganz physisch anwesenden Tier knüpfen und haben vielleicht das erste Mal in ihrem Leben ohne Unbehagen ein Tier aus Fleisch und Blut übers Fell gestreichelt. Pandora als zurückhaltendes zartes Wesen hat es ihnen leicht gemacht.
Man kann Tiere spüren. Haben Sie es schon mal ausprobiert? Ein Tier macht etwas mit uns, nur wenn wir daran denken. Ich sage z.B. Pandabär und Sie sehen ihn vor Ihrem inneren Auge - UND Sie haben ein Gefühl dazu. Und Sie verstehen auch sofort, dass sich ein Eichhörnchen ganz anders anfühlt. Warum?
Haben Sie je einen Pandabären getroffen, ich meine, so ganz in echt und frei? Ein Eichhörnchen sicherlich, aber woher wissen Sie, wie es sich anfühlt? Und woher können Sie sagen, dass es so anders ist als ein Pandabär, wenn Sie doch nur das Eichhörnchen wirklich im Baum rumspringen sehen haben, nicht aber den Pandabären?

Weil Sie mit dem Herzen sehen, wenn Sie das tun. Darum. Und wussten Sie, dass eine freie Übersetzung von Schamane genau das bedeutet: "Der, der mit dem Herzen sieht."? DAS ist die Kunst.
So wie wir unterschiedlich sind, so sind auch die Gefühle zu den jeweiligen Tieren individuell. Das heißt, ein Pandabär wird sich für Sie immer anders anfühlen als für mich. Vermutlich. Wichtig vielleicht zu sagen, dass es nichts mit unserem Wertesystem oder Lieblings-tier zu tun haben muss. Ich habe schon erlebt, dass jemand, dem ich von seinem Krafttier berichtet habe, meinte: "Ach, nur ein Kaninchen?!" - Ich bitte Sie…!
1.) Es war ein weißes Kaninchen (und weiße Tiere, egal welche, gelten in vielen Kulturen als heilig).
2.) Wenn da nicht das Ego mitredet, dann weiß ich auch nicht…!

NATÜRLICH hätten gern alle Wölfe oder Weißkopfadler oder sonst etwas Großartiges, aber das ist vielleicht gerade NICHT das, was wir brauchen. Und zur Beruhigung: der Trend geht zum Zweit- oder gar Dritt-Krafttier. Der Weißkopfadler wäre also noch drin…
Verzeihen Sie meinen Humor, aber genau das lernt man von Hunden und anderen Krafttieren: Nicht alles so tierisch ernst zu nehmen.

Die höchste Weisheit bleibt
die des Herzens.
Vor ihr gibt sich das Universum demütig
und beschützend zugleich
und die Sterne beginnen zu beten.
(Indianische Weisheit)


Pandora hatte ihren Namen übrigens schon in Spanien erhalten, als ich damals herzklopfend die Nachricht der Organisation las: "Wir haben den Hund für Sie gefunden!" (Also kein vielleicht oder könnte möglicherweise sein!), was mich dazu veranlasste, im Internet zu recherchieren: Wenn man lange genug sucht, findet man hinter den lichen Mythologien der neugierigen von Zeus erschaffenen Pandora, die in einer Büchse das Unheil über die Welt brachte, weil sie wider Versprechen doch hineinschauen musste, eine ganz andere wunderschöne Bedeutung: die der Maria und dem heiligen Gral.


Liebste Pandora, ich danke dir für deine bedingungslose Liebe und unerschütterliche Lebensfreude. Hab Geduld mit mir…

Katja Neumann ist Heilpraktikerin mit Craniosacraltherapie-Ausbildung und schamanischer Ausbildung durch die Foundation for Shamanic Studies bei Michael Harner, Paul und Roswitha Uccusic, Tom Cowan und Ausbildung zur schamanischen Beraterin nach Michael Harner. http://www.aspafriends.de, http://www.katja-neumann.de


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