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Ausgabe Oktober 2007
Die Traditionelle Chinesische Medizin

Elemente der Traditionellen Chinesischen Medizin haben sich auch im Westen etabliert, wobei hier vor allem die Akupunktur verbreitet ist. Wir stellen die fünf Säulen der Behandlung und die beiden zugrundeliegenden Prinzipien kurz vor.

Unter dem Begriff “Traditionelle Chinesische Medizin” werden die Heilkünste zusammengefasst, die in China vor Jahrtausenden begründet und über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt wurden. Die TCM kennt fünf Säulen der Behandlung, wovon vier Behandlungen von außen stattfinden. Dabei wird entweder durch Akupunktur bzw. Moxibustion oder Tuina-Massage oder Phytotherapie und Ernährung versucht, ein Gleichgewicht herbeizuführen. Die fünfte Säule steht für die aktive Bewegungslehre wie z.B. Taijiquan, Yoga oder Qigong. Alle Säulen beruhen auf den Prinzipien des Qi, der Lebensenergie und Lebensessenz, und der Polarität von Yin und Yang.
Qi (Chi, Che)
Qi ist das zentrale Konzept der traditioneller chinesischer Wissenschaften. Qi kann “Atem”, “Luft”, “Dampf”, “Gas”, “Wetter”, aber auch “Art und Weise einer Sache”, “Veranlagung”, “Temperament”, “Kraft” oder “lebensspendendes Prinzip”, “Einflüsse” oder “materielle Kraft” bedeuten. Im Feng Shui bedeutet Qi “Lebenskraft”, “Blut der Erde”, “Wirkung von Formen und Situationen” und “klimatische Einwirkungen”. Qi ist in der Lage sich zu sammeln und zu verstreuen, und trübe oder klare Zustände anzunehmen aber auch zu verstopfen und abzufließen. Der direkte Ausdruck des Qi in Feng Shui ist das Wasser als das Blut der Erde und alle klimatischen Ereignisse. Nach der chinesischen Auffassung ist der “Wind” eine Bewegung des Qi in der Landschaft, wohingegen Emotionen eine Bewegung des Qi im menschlichen Körper sind. Der Gesichtsausdruck des Menschen ist ebenso eine direkte Ausformung des Qi sowie auch der Pulsschlag ein Anzeichen für bewegtes Qi ist. Innerhalb der chinesischen Medizin ist Qi der Mittler zwischen Körper und Geist.

Yin und Yang
Der Begriff Yin und Yang bezeichnet zusammengenommen das Taiji (Tai-chi). In den chinesischen Klassikern werden Yin und Yang als die 2 Qi bezeichnet. Das Bild des Schriftzeichens Yin bedeutet die Schattenseite eines Berges. Yin steht für das weibliche Prinzip, Weiches, Unbewegheit, Ruhe, Dunkelheit, Kälte, Feuchtigkeit, Nachgiebiges, Aufnehmendes, die Wandlungsphasen Metall und Wasser, den inneren Aspekten eines Dinges, die Erde und Materielles. Das Bild des Schriftzeichens Yang bedeutet die Sonnenseite eines Berges. Yang steht für das männliche Prinzip, Hartes, Bewegtes, Agierendes, Helligkeit, Hitze, Trockenheit, Drängendes, Gebendes, die Wandlungsphasen Holz und Feuer, den äußeren Aspekten eines Dinges, den Himmel und Funktionales.

Akupunktur und Moxibustion
Das chinesische Wort für Akupunktur besteht aus zwei Teilworten, die die Hauptanwendung der Akupunktur beschreiben, nämlich dem Einstechen der Nadel in die Akupunkturpunkte und dem Erwärmen der Punkte, was als Moxibustion bezeichnet wird. Man nimmt die Existenz von 361 Aku-punkturpunkten an, die auf den Meridianen angeordnet sind. Demnach gibt es zwölf Hauptmeridiane, die jeweils spiegelverkehrt auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, acht Extrameridiane und eine Reihe von so genannten Extrapunkten. Nach Meinung der Anhänger der Traditionellen Chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadeln der Fluss des Qi beeinflusst. Noch älter als die Akupunktur ist die Akupressur. Hier werden die Punkte mit Hilfe der Fingerkuppen massiert.

Tuina-Massage
Tuina oder Tuina-Anmo ist die manuelle Therapie. Aus westlicher Sicht handelt es sich um eine Mischung aus Elementen der Chiropraktik, der Akupressur und verschiedener Massagetechniken. Tuina setzt sich zusammen aus den chinesischen Wörtern tui (schieben, drücken) und na (greifen, ziehen), weil diese manuellen Techniken bei der Behandlung angewandt werden. Mit Tuina sollen Blockaden der Meridiane aufgelöst und der Energiefluss gefördert, aber auch Organe beeinflusst werden. Bei der Behandlung werden teilweise andere Meridiane berührt als bei der Akupunktur. Die Methode wird in der TCM auch zur Vorbeugung gegen Krankheiten empfohlen.

Phytotherapie und Ernährung
Die Phytotherapie verwendet Heilpflanzen als Medikament. Dabei werden entweder ganze Pflanzen oder auch nur der Teile wie Blüten, Blätter oder Wurzeln verwendet, die auf verschiedene Weisen wie als Frischkraut, Auf-guss oder Kalt-was-serauszug zubereitet werden.
Die Ernährung nach den 5 Elementen ist die Übertragung der chinesischen Ernährunglehre auf die in westlichen Ländern übliche Ernährung und die dort verbreiteten Lebensmittel. Ihren Namen hat sie von den fünf Elementen erhalten: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser.
Grundlage der Ernährungslehre sind wie in der TCM insgesamt die Vorstellungen von Yin und Yang, wonach die Lebensmittel eingeteilt werden. Yin-Lebensmittel sind zum Beispiel viele Obstsorten, Gurken, Tomaten, schwarzer Tee und Milch. Als Yang gelten u.a. Trockenobst, Fenchel, Lauch, Gewürze, Fleisch und Fisch. Es gibt auch eine Gruppe neutraler Nahrungsmittel wie Kohl, , Hülsenfrüchte oder Getreide.
Parallel werden die Lebensmittel auch noch in fünf Gruppen nach den Elementen eingeteilt:
Dem Element Holz entspricht der saure Geschmack wie bei Essig, Tomaten, Weizen und Huhn. Dem Element Feuer wird der bittere Geschmack zugeordnet wie bei Rote Beete, Rucola, Roggen und Schafskäse. Dem Element Erde entspricht der süße Geschmack wie bei Kartoffeln, Mais, Butter, Eier, Rindfleisch und Karotten. Zum Element Metall gehören der scharfe Geschmack wie bei Zwiebeln, Senf und Gänsebraten. Dem Element Wasser wird der salzige Geschmack zugeordnet wie bei Fisch, Hülsenfrüchten, Oliven und Wasser.

Qigong und Taijiquan
Qigong ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. Auch Kampfkunst-Übungen werden darunter verstanden. Zur Praxis gehören Atemübungen, Körper- und Bewe-gungsübungen, Kon-zen-trationsübungen und Me-ditationsübungen. Die Übungen sollen nach Überzeugung ihrer Anhänger der Anreicherung und Harmonisierung des Qi dienen. Allen Übungsformen gemeinsam ist es, die Präsenz im gegenwärtigen Moment zu stärken, den eigenen Qifluss wahrzunehmen und ihn sich in ein dynamisches Gleichgewicht wandeln zu lassen.
Das Taijiquan oder Tai Chi oder auch chinesisches Schattenboxen ist eine im Kaiserreich China entwickelte innere Kampfkunst. Über den Aspekt als Kampfkunst und Selbstverteidigung hinaus wird Taijiquan häufig als allgemeines System der Bewegungslehre oder als Gymnastik betrachtet, das einerseits der Gesundheit sehr förderlich ist, andererseits der Persönlichkeitsentwicklung und der Meditation dienen kann. In den verschiedenen Stilen und Schulen werden verschiedene Basisübungen praktiziert. Häufig werden dabei Übungen aus Systemen des Qigong verwendet, die auf das Praktizieren des Taijiquan vorbereiten. Im Zentrum des Übens von Taijiquan steht meistens eine so genannte Form, ein klar umschriebener Bewegungsablauf aufeinanderfolgender, meist fließender Bewegungen. Eine Form setzt sich aus mehreren Bildern bzw. Einzelbewegungen zusammen. Die Ausführung der Form kann von wenigen Minuten bis zu eineinhalb Stunden dauern, je nach Anzahl der Bilder und Geschwindigkeit der Ausführung.



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